Formel E

"Anstrengende Woche mit Nachtschichten & langen Sessions" - ABT Cupra resümiert Valencia-Testfahrten

Svenja König

Svenja König

ABT-Cupra-Valencia-Pit-Stop-Pit-Lane

Mit den Vorsaison-Testfahrten in Valencia fiel vergangene Woche der Startschuss für die zehnte Formel-E-Saison. Dabei hat das deutsche Team ABT Cupra mit 500 gefahrenen Runden circa 1.600 Testkilometer zurückgelegt und fleißig Daten gesammelt, um das Auto weiterzuentwickeln. Die Ziele für 2024 formulieren die Kemptener trotz Verbesserungen bei der Software aufgrund des Rückstandes aus dem Vorjahres dennoch vorsichtig.

Die Testfahrten in Valencia waren gleichzeitig das Comeback von Lucas di Grassi im ABT-Zwirn. Nach dem Audi-Abgang wechselte der Brasilianer zunächst zu Venturi und dann mit Gen3-Beginn zu Mahindra. Nun ist er zurück beim Kemptener Team und darüber erfreut: "Es hat sich toll angefühlt, wieder zurück ins Team zu kommen und eine ganze Woche lang mit den Jungs zusammen zu sein", sagt der Meister von 2017.

"Es war eine Mischung aus harter Arbeit auf und neben der Strecke, aber auch einer Menge Spaß mit vielen bekannten Gesichtern", meint di Grassi. "Es ist ein vertrauensvolles Miteinander mit allen Ingenieuren, Mechanikern und meinem Teamkollegen Nico (Müller). Wir pushen uns gegenseitig und haben alle das gleiche Ziel: bestmöglich vorbereitet nach Mexiko zu kommen."

In einer Insta-Story des Teams ergänzte er, dass ABT viel am Auto verbessert habe und er sich sehr über den Fortschritt freue. Das konnten die Ergebnisse allerdings nicht ganz widerspiegeln. In der verkürzten Session am Dienstag schaffte es Nico Müller auf Platz 8, während di Grassi Zwölfter wurde. Am Donnerstag schafften es beide Fahrer noch knapp in die Top 15, bevor Müller am Freitag nur noch 18. wurde. Di Grassi beendete die Testwoche als 15.

Biermaier: "Zu früh für eine Standortbestimmung"

"Mein Dank geht zunächst einmal an die ganze Mannschaft und unsere beiden Fahrer", sagt ABT-CEO und Teamchef Thomas Biermaier. "Es war eine anstrengende Woche mit einigen Nachtschichten, langen Sessions und immer neuen Herausforderungen, die unser Team perfekt gemeistert hat."

"Es ist natürlich zu früh für eine echte Standortbestimmung, aber klar ist, dass wir dieses Mal ganz anders in eine Saison starten als noch vor einem Jahr. Wir nehmen jetzt alle Erfahrungen, Eindrücke und einige Gigabyte an Daten mit als Hausaufgabe nach Kempten. Jetzt beginnt die heiße Vorbereitungsphase bis zum Auftakt in Mexiko."

Diese könnte für den deutschen Rennstall einen bedeutenden Unterschied für den Ausgang der kommenden Formel-E-Saison machen, denn das Team hat seit Beginn der vergangenen Saison einen schweren "Rucksack" zu tragen: Durch leistungsbezogene Nachteile des Mahindra-Antriebs war ABT zumeist abgeschlagen unterwegs. Daran wird sich wohl auch 2024 nicht allzu viel ändern, da die Hardware unverändert bleibt.

Ziel für 2024: "Regelmäßig mit beiden Autos in die Punkte fahren"

"Wir sind uns bewusst, dass wir immer noch mit denselben Teams kämpfen, die letztes Jahr vorne lagen", sagt Xavi Sierra, Head of Racing bei ABT-Partner Cupra gegenüber Autosport. "Ich hoffe, dass wir einen größeren Schritt nach vorne gemacht haben als unsere Konkurrenten."

"Wir haben das Gefühl, dass wir uns im Softwaremanagement verbessert haben, was ein großer Anteil des Erfolges in der Formel E ist", so Sierra weiter. "Daher ist es unser realistisches Ziel, mit beiden Autos regelmäßig in die Punkteränge zu fahren, auch wenn das kompliziert wird."

Die erste Chance auf Punkte hat das Team in knapp 75 Tagen beim Saisonauftakt in Mexiko-Stadt am 13. Januar 2024.

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