Formel E

Banuelos verkauft Formel-E-Anteile an Liberty Media

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Täglich grüßt das Murmeltier: Enrique Banuelos, einer der wichtigsten Investoren der Formel E, hat seine Anteile an der Elektroserie verkauft. Das berichtet das spanische Blatt 'El Confidencial' in seiner Onlineausgabe. Neuer Besitzer der Anteile von Banuelos, dem als einer der "Gründungsväter" der Formel E bis zuletzt rund 25 Prozent der "Formula E Operations Ltd." gehörten, ist die US-amerikanische Firma Liberty Media, die in den vergangenen Wochen durch die Übernahme der Formel 1 weltweit in den Medien war.

Schon seit März 2015 besitzt Liberty Anteile an der Formel E, bislang allerdings lediglich mit dem Schwesterunternehmen Liberty Global. John Malone, dem Geschäftsführer des Liberty-Konzerns, gehören nach der Übernahme der Banuelos-Anteile fortan mehr als 53 Prozent und damit das größte Stimmrecht in der Elektroserie - wenn auch mit zwei verschiedenen Firmen.

Für die Zukunft der Formel E sind die neuen Besitzverhältnisse durchaus relevant. Schließlich sicherte sich Liberty Media erst kürzlich mit einem historischen Deal den Großteil der Anteile in der Formel 1. Da das Geschäft in der "Königsklasse" deutlich lukrativer als jenes in der Formel E ist (die Elektroserie schreibt noch keine schwarzen Zahlen), mutmaßten wir zuletzt, dass Liberty seine Anteile an der Formel E verkaufen oder von der EU-Kommission zum Verkauf gezwungen werden könnte. Dass Malone nun erneut in die Elektroserie investiert, um sich mehr als die Hälfte des Stimmrechts zu sichern, überrascht.

Der Rückzug aus dem Formel-E-Geschäft von Enrique Banuelos bahnte sich in den vergangenen Wochen und Monaten bereits an. Der einstige Vertraute von Alejandro Agag, der als CEO noch immer die Geschäftsverhandlungen der Formel E führt, entfernte sich immer weiter von der Formel E. Insidern zufolge besuchte der Valencianer in Saison zwei kein einziges Rennen. Nichtsdestotrotz ist davon auszugehen, dass der 50-Jährige, dem einmal die Mehrheitsanteile in der E-Serie gehörten, mehrere Millionen Dollar durch sein Engagement einnahm.

John Malone: Irgendwo zwischen Hero und Zero

Der Deal zwischen Liberty und Banuelos birgt einige Risiken für die Formel E. John Malone ist momentan wohl die größte Hoffnung und Sorge der Elektroserie zugleich. Einerseits könnte sein vergrößertes Investment zu einem regelrechten Magnet für große Hersteller wie Toyota, Mercedes oder Honda werden, die der Serie endlich mehr Geld in die Kassen spülen könnten. Andererseits besteht nach wie vor die Möglichkeit eines "Zwangsverkaufs" der Anteile durch die Europäische Kommission.

Sollte sich Liberty unerwartet aus der Formel E zurückziehen müssen, wäre dies der GAU für die Elektroserie. Es ist eine regelrechte Gratwanderung: Würde die Formel E ohne Vorwarnung die Unterstützung von Liberty verlieren, bedeutete dies wohl das finanzielle Ende der Serie. Passiert dies nicht, wovon momentan auszugehen ist, kann die Formel E auf ihrem Vormarsch wohl kaum noch etwas aufhalten. Nach wie vor gilt aber: abwarten. Schließlich können wir erst klare Rückschlüsse ziehen, wenn die Formel-1-Übernahme von Liberty Media in trockenen Tüchern ist. Und das ist sie bekanntermaßen noch lange nicht.

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