Formel E

Bericht: Kehrt Mercedes 2025 anstelle von ZF als Technikpartner für Mahindra in die Formel E zurück?

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Mercedes könnte zur Formel-E-Weltmeisterschaft 2025 in die Elektroserie zurückkehren. Das berichten die gut vernetzten Kolleg:innen von The Race. Anstatt mit einem eigenen Team anzutreten - wie in den drei letzten Jahren der Gen2-Ära - könnte der deutsche Hersteller als Technikpartner von Mahindra Racing den neuen Antrieb des Teams entwickeln und ZF ersetzen.

So hätten bereits erste Gespräche zwischen Mahindra und Mercedes AMG High Performance Powertrains (HPP) stattgefunden, heißt es im Bericht. Mercedes-AMG HPP mit Sitz im britischen Brixworth konstruiert seit Jahren die Mercedes-Hybridmotoren für die Formel 1 und zeichnete auch für die Entwicklung der überlegenen Formel-E-Antriebe der Marke mit dem Stern verantwortlich, die 2021 und 2022 je beide WM-Titel gewannen.

Damit würde nach fünf Jahren die technische Partnerschaft zwischen Mahindra und ZF zu Ende gehen. Bereits bei den Vorsaison-Testfahrten in Valencia hatte sich dies angedeutet: Auf der Teamkleidung der Mahindra-Mitarbeiter:innen war das ZF-Logo mit rotem Klebeband überklebt worden. Auf eine Anfrage von e-Formel.de zur Formel-E-Zukunft hat ZF bislang nicht reagiert. Nach unseren Informationen fährt ABT Cupra dennoch vorerst weiterhin mit den Logos seines langjährigen Partners aus Friedrichshafen auf dem Auto.

Eine wichtige Rolle bei der Zusammenarbeit zwischen Mahindra und Mercedes-AMG HPP soll Tony Ross zukommen, kommt der Deal zustande. Der frühere Mercedes-Ingenieur, der in der Formel 1 und der Formel E für die Stuttgarter arbeitete, wurde von Mahindra bereits als Technischer Berater verpflichtet. Über den früheren Renningenieur von Nico Rosberg und Valtteri Bottas und seine Verbindungen sollen die Gespräche zustande gekommen sein.

Ross ist eine der ersten wichtigen Personalien, die sich im Technikbereich unter der Leitung von CEO und Teamchef Frederic Bertrand ändern. So soll der bisherige Leiter der Designabteilung des Teams, Lewis Butler, das Team zum Jahresende verlassen.

Bertrand: "Wir hatten nicht genug Einfluss auf die Entwicklung"

"Es wird ein bisschen anders sein", kündigt Bertrand mit Blick auf die zweite Hälfte der Gen3-Ära an. "Eine Sache, die wir erkannt haben, ist, dass wir nicht genug Einfluss auf die Entwicklung hatten. Aber auch auf die Art und Weise, wie wir das Auto während der Saison weiterentwickeln."

"Wir werden weniger von einem globalen Deal abhängig sein, sondern haben eher einen Hardware-Zulieferer-Ansatz, sodass wir weniger von einem einzigen Lieferanten abhängig sind", beschreibt er. "Wir wollen intern mehr Möglichkeiten haben, um uns zu verbessern und schneller reagieren zu können. Wir können mehr darauf vertrauen, keine Informationen mehr zwischen zwei oder drei verschiedenen Personen zu verlieren, die sich mit einem Thema beschäftigen."

Generell wolle Bertrand mit Mahindra versuchen, die Arbeitsschritte zu vereinfachen und dafür zu sorgen, "dass wir mit dem, was wir haben, mehr erreichen können." Sollte bereits für das Jahr 2025 eine Zusammenarbeit angestrebt werden, drängt allerdings die Zeit: Bereits Anfang März findet der erste Termin mit der FIA statt, bei dem jeder registrierte Formel-E-Hersteller - in diesem Fall Mahindra, nicht ZF oder Mercedes - sein Projekt initial vorstellen soll.

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