Formel E

Medienberichte: Mercedes plant Formel-E-Ausstieg nach Saison 2022 - kommt Aston Martin?

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Formula-E-Mercedes-EQ-Car

Das Formel-E-Fahrerfeld könnte am Ende der Saison 2022 kleiner werden: Laut übereinstimmenden Medienberichten plant Mercedes bereits vor dem Start der nächsten Fahrzeuggeneration seinen Ausstieg aus der Formel E. Eine diesbezügliche Entscheidung sei kürzlich gefallen und könnte in den kommenden Tagen kommuniziert werden. Porsche bliebe nach den Ausstiegen von Audi und BMW der einzige deutsche Hersteller für die Gen3-Ära. Stattdessen soll Toto Wolff an einem Formel-E-Einstieg von Aston Martin arbeiten.

Mercedes soll noch die kommende achte Formel-E-Saison (2022) bestreiten, den Werkseinsatz vor dem ersten Gen3-Jahr (ab Ende 2022) allerdings einstellen. Bereits in den vergangenen Tagen verdichteten sich auch nach Informationen von 'e-Formel.de' die Anzeichen eines nahenden Ausstiegs, der offenbar in der vergangenen Woche beschlossen wurde.

Für die Formel E wäre der Rückzug von Mercedes ein harter Rückschlag. Bereits nach dem Berlin E-Prix an diesem Wochenende verabschieden sich mit Audi und BMW zwei große Automobilhersteller aus Deutschland aus der Rennserie. Sämtliche anderen Hersteller in der Formel E bleiben der Serie jedoch treu.

Mercedes hat die Einschreibefrist zur Gen3-Ära, also der dritten Fahrzeuggeneration der Formel E, Anfang dieses Jahres verstreichen lassen, um vorab noch entscheidende Details mit Blick auf die Struktur der Meisterschaft abzuwarten. Offenbar gingen die Entwicklungen nicht in die Richtung, die sich die Stuttgarter vorgestellt haben.

"Eine Entscheidung wurde getroffen", bestätigt Toto Wolff, der an diesem Wochenende beim Berlin E-Prix zu Gast ist, bei 'Motorsport.com'. "Wir sind nicht nur in diesem Sport, um im Kreis zu fahren und uns zu messen."

Die Formel E sei hauptsächlich eine Marketing- und Kommunikationsplattform, so Wolff. "Abgesehen davon geht es um den Technologietransfer, der Hand in Hand mit dem Marketing geht. Alles muss ständig evaluiert werden. Wir fragen uns deswegen: Trägt das wirklich zu dem bei, wo wir uns als Marke sehen?"

Privatteam mit Mercedes-Ingenieuren als "Plan B"

In den vergangenen Monaten und Jahren stiegen Mercedes' Investitionen in die Formel E. Nach Informationen von 'e-Formel.de' gehören die Stuttgarter inzwischen zu den Teams mit den höchsten Budgets und den meisten Ressourcen in der Elektrorennserie. Diese Ressourcen umfassen auch Personalien wie Technikchef Nick Chester, den ehemaligen F1-Ingenieur von Nico Rosberg, Tony Ross, oder Formel-E-Bereichsleiter Franco Chiocchetti.

Im Fahrerlager wird seit einigen Wochen spekuliert, ob anstelle des Werkseinsatzes ein neues Privatteam mit Mercedes-Kundenmotoren und unter Leitung von Toto Wolff übernehmen könnte. "Wir haben ein Team, das vollständig funktioniert und auf das wir stolz sind", sagt Wolff über die aktuelle Werksmannschaft.

"Egal, welche Entscheidung wir sehen werden - es ist nicht so, dass wir zu 100 Prozent verschwinden wollen, weil wir es hier nicht mehr mögen. Genauso wenig lieben wir sie (die Formel E) zu 100 Prozent und wollen deshalb für immer bleiben. Es geht viel mehr um Nuancen. Außerdem haben wir einen gewissen Grad an Verantwortung gegenüber der Serie und dem Team", so Wolff.

Übernimmt Wolff mit Aston Martin?

Einem Bericht der Kollegen von 'Motorsport-Magazin.com' zufolge steht ein besonderer Plan auf Wolffs Agenda: Der Österreicher plane einen Formel-E-Einstieg des britischen Sportwagenbauers Aston Martin, heißt es. Wolff hält Anteile am Hersteller, der seit dieser Saison auch mit Sebastian Vettel in der Formel 1 antritt.

Zwar baut Aston Martin heute noch keine Elektroautos, jedoch sollen binnen der nächsten vier Jahre zwei rein elektrische Fahrzeugmodelle - ein SUV sowie ein Sportwagen - auf den Markt kommen. In diesem Zuge plant Aston Martin die Wiederbelebung der einstiegen Lagonda-Marke.

Ein weiteres Jahr wird das Mercedes-Werksteam auf jeden Fall noch in der Formel E starten. Beim Saisonfinale an diesem Sonntag hat "Silberpfeil"-Pilot Nyck de Vries noch die Chance, Meister zu werden. Sein Teamkollege Stoffel Vandoorne holte zudem die Pole-Position zum letzten Saisonlauf in Tempelhof.

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2 Kommentare

Sam ·

Ich verstehe es nicht, erst wollen alle rein. Autos werden in Zukunft angeblich nur noch elektrisch produziert und nun verlassen alle die Formel e? Das macht alles keinen Sinn zu mal das Racing nicht schlechter geworden ist und eine Saison noch nie so ausgeglichen war.

EFan ·

Wäre wirklich mal spannend, die echten Gründe für den Ausstieg zu erfahren. Es passt irgendwie wirklich nicht, einerseits fürs Auto "Elektro First" auszuloben und dann mit viel Geld in der Formel 1 2026 ggf. E-Fuels zu fahren. Wo ist denn da der Technologietransfer oder die Markenbotschaft? Irgendwie passt es nicht, auch das Audi Projekt bei Dakar ist maximal zu Hybrid, aber nicht zu Elektro Only von Audi. Im Verhältnis zum Benzintank ist der Akku energetisch eher winzig .... Vielleicht ist ja das Race on Sunday sell on Monday echt vorbeit und Motorsport bleibt im klassichen Sinn ein Aktionsport wie z.B. der Red Bull Airrace oder so ... ich finde es nach wie vor Schade, dass man in der WEC die Konzeptoffenheit (Audi, Toyota, Porsche) nicht aufrecht erhalten konnte und den Elektroanteil kontinuierlisch gesteigert hat. Ich denke die mögliche Reichweite in 24h inkl. Nachladen ist ja schon Marketingwirksam (Porsche hatte glaube ich mit dem Taycan so 3.500 km geschafft ?!?) ...

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