Formel E

Bericht: Nico Müller absolvierte Formel-E-Test für Porsche - Gefahr für Antonio Felix da Costa?

Tim Neuhaus

Tim Neuhaus

Nico-Müller-wartet-im-Auto

Kurz nach dem Tokio E-Prix und Nico Müllers ersten Saisonpunkten für das ABT-Cupra-Team gibt es brisante Neuigkeiten zum Schweizer. Wie The Race berichtet, hat Porsche die Zwangspause zwischen den Rennen in Diriyah und Sao Paulo genutzt, um Müller für einen Test in seinen Formel-E-Boliden zu setzen. Da Wehrleins Platz bei Porsche sicher scheint, stellt sich die Frage, ob Antonio Felix da Costa nach schwachem Saisonstart bereits angezählt ist.

Vor dem Sao Paulo E-Prix vor einigen Wochen nutzten alle Teams die "Freizeit" zur Entwicklung und Vorbereitung. Porsche testete in Spanien auf dem Almeria Circuit. Dort soll auch Nico Müller mit dem Porsche 99X Electric gefahren sein. Teamchef Florian Modlinger bestätigte eine diesbezügliche Anfrage der Kolleg:innen zwar nicht, verneinte einen Einsatz Müllers jedoch auch nicht: "Wir haben in Almeria getestet, und unsere beiden Hauptfahrer waren dort."

Der Test, der schon als Vorbereitung für die überarbeiteten Gen3.5-Autos der nächsten Saison diente, sei generell ein Test für mögliche Zukunftskandidaten gewesen, wie der Porsche-Teamchef bestätigt: "Wie es bei Porsche üblich ist, haben wir weitere Fahrer getestet, um sie für die Zukunft zu bewerten. Aber welche Fahrer wir getestet haben, können wir im Moment noch nicht sagen."

Attraktive Option für Nico Müller?

Seit ABTs Rückkehr in die Formel E ist Müller der Punktegarant für das deutsche Team, wenn es mal etwas zu holen gibt. Schon 2023 zeigte er immer wieder starke Leistungen in der Qualifikation und im Rennen. Der Schweizer wird durch den Mahindra-angetriebenen ABT-Wagen aber gehemmt. Immer wieder verlaufen gute Startplätze im Sand. Die fehlende Effizienz und Pace des Autos sorgen für technisch bedingte Limits.

Möglicherweise ist es für den 32-Jährigen Zeit, sich umzuschauen und neue Möglichkeiten innerhalb der Elektrorennserie zu ergreifen. Im erwähnten Bericht wird davon ausgegangen, dass Müller am Ende der aktuellen Saison vertragslos ist. Porsche - derzeit Spitzenreiter in der Fahrerwertung - wäre sicher ein attraktives Ziel. Auch besteht zwischen Modlinger und Müller bereits ein Draht, weil beide in der DTM über Jahre hinweg miteinander arbeiteten.

Wird Antonio Felix da Costa der schlechte Saisonstart zum Problem?

Bei Porsche ist die Rangordnung derzeit glasklar. Pascal Wehrlein führt die Fahrermeisterschaft an - mit 43 Zählern Vorsprung auf Teamkollege Felix da Costa. Erst im letzten Rennen konnte der Portugiese Wehrlein die Stirn bieten und ihn schlagen. Auch wenn er sich inzwischen gefangen hat: Durch einige Fehler und den zu Saisonbeginn erheblichen Leistungsabstand zum Deutschen verpasste Felix da Costa viele wichtige Punkte für Fahrer-, Team- und Konstrukteurs-Meisterschaft.

Bereits in Saison 9 war Felix da Costas Start in die Weltmeisterschaft schwach. Auf das letzte Podest letztes Jahr in Portland folgten dann sieben punktlose Rennen in Folge. Zwar endete die Negativsträhne in Brasilien - kurz nach der Almeria-Testfahrt von Müller... Ein Porsche-Abschied für den ehemaligen Formel-E-Meister wäre aber denkbar, sollte er nicht bald "Big Points" machen.

Was aus dem Bericht allerdings nicht hervorgeht: Stand Müllers vermeintlicher Test womöglich auch nur in Verbindung mit den Gesprächen zwischen Porsche und ABT hinsichtlich einer potenziellen Kundenteam-Zusammenarbeit? Diese fanden schließlich statt, führten aber nicht zu einer Einigung. Die Faktenlage ist dünn. Doch die sogenannte Silly-Season für die Saison 2024/25 ist damit bereits im April eröffnet.

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