Formel E

Bericht: Nio-333-Teamchef Christian Silk verlässt Formel E, O'Hagan übernimmt

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Die Formel-E-Saison 2021 endet zwar erst in zweieinhalb Wochen mit einem weiteren "Double-Header" in Berlin, aber für einen ist jetzt schon Schluss: Christian Silk, Teamchef von Nio 333, hat beim London E-Prix sein letztes Formel-E-Rennen bestritten. Das berichten die Kollegen von 'The Race'. Als Interimsnachfolger soll beim Berlin E-Prix mit Russell O'Hagan der bisherige Einsatzleiter des Teams einspringen.

Silk kann auf eine 34 Jahre lange Karriere im Motorsport zurückblicken: Nach Stationen bei den Formel-1-Teams von Benetton, Renault, Williams und Marussia verschlug es den Briten im Februar 2017 in die Formel E. Jetzt halte er ein Versprechen ein, das er sich und seiner Familie bereits vor langer Zeit bereits gegeben habe: Im Alter von 55 Jahren ist Schluss mit den berufsbedingten Reisen.

Vincent Wang (CEO bei Nio 333) und Alex Hui (Executive Director) werden sich um alle Teamangelegenheiten kümmern, bevor sie über den neuen Teamchef entscheiden. Sie seien von Anfang an in Silks Pläne eingeweiht gewesen, der nach dem Ende seiner Motorsportkarriere einen Masterabschluss in Umweltwissenschaften anstrebt.

"Sie haben mich sehr unterstützt, und es ist wahrscheinlich, dass ich trotzdem weiter für sie im Umweltbereich arbeiten werde", so Silk am Rande des London E-Prix. "Ich mag die Formel E. Aber es ist nach der langen Zeit im Motorsport einfach schön, etwas anderes zu machen. Ich bin schon sehr gespannt darauf, etwas Neues zu tun."

"Schumacher & Alonso großartige Fahrer, auch was die Zusammenarbeit angeht"

"Ich hatte das große Glück, mit Michael Schumacher und Fernando Alonso zu arbeiten. Beides großartige Fahrer, auch was die Zusammenarbeit angeht", nennt er einige Höhepunkte seines bisherigen Berufslebens. "Ich denke, dass die technische Herausforderung, mit einem aktiven Auto mit Allradantrieb zu arbeiten, eine echte Herkulesaufgabe war. Das war definitiv eines der interessantesten Projekte, an denen ich gearbeitet habe. Aber um ehrlich zu sein, gab es viele interessante technische Herausforderungen in meiner Karriere."

Für seine Zukunft hat er schon konkrete Pläne: "Da sowohl meine Frau als auch meine Kinder Wissenschaftler sind, verfügen wir über ein umfassendes Wissen in Sachen Klimaforschung", erklärt er. "Wir haben unsere Kinder großgezogen, sie gut ernährt, unterrichtet und all das, was man als Eltern tut, um ihnen den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen. Aber wir lassen sie bei einer grundlegenden Sache im Stich - nämlich einen Planeten zu behalten, auf dem sie wirklich leben können. Das waren eine bittere Erkenntnis und ein Auslöser zum Handeln."

Silk will hingegen seine Expertise aus dem Motorsport nutzen, denn schon in der Formel 1 war er bei Marussia und Williams Teamleiter. Er arbeitete also nicht nur an der Technik, sondern hauptsächlich mit Menschen. "Ob es nun darum geht, ein Auto schneller zu machen oder auf den Klimawandel zu reagieren: Man versucht immer, viele Leute dazu zu bringen, in dieselbe Richtung zu arbeiten", erklärt Silk. "Ich denke, das ist eine interessante Sache."

Bei Nio 333 übernimmt mit Russell O'Hagan zunächst ein erfahrener Manager die Geschicke des Teams. Der Brite ist seit März 2021 Teil des britisch-chinesischen Rennstalls, zuvor engagierte er sich für Craft Bamboo Racing in der GT World Challenge Asia und der Intercontinental GT World Challenge. Das Saisonfinale der Formel E in Berlin wird er voraussichtlich nur aus der Ferne verfolgen. Der E-Prix auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof findet am 14./15. August 2021 statt.

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