Formel E

Bestleistungen zum Formel-E-Saisonfinale 2022: Das e-Formel.de Fahrer-Rating zum Seoul E-Prix

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Jake-Dennis-Andretti-Formel-E

Die Formel-E-Saison 2022 ist beendet! Beim Seoul E-Prix sicherte sich Stoffel Vandoorne (Mercedes) zum ersten Mal den Weltmeistertitel in der Elektroserie. Letztlich genügten dem Belgier die Plätze 5 und 2 in Südkorea. Wie unsere Redaktion die Leistung von Vandoorne sowie seinen Fahrerkollegen bewertet, erfährst du in unserem Fahrer-Rating.

Wie üblich vergab die Redaktion von e-Formel.de auch nach dem Rennwochenende in Seoul Punkte auf einer Skala zwischen 1 und 10 für alle Fahrer. Anschließend wurden die Piloten nach ihrem durchschnittlichen "Rating-Score" geordnet, und die besten zehn Leistungen von unserem Formel-E-Reporter Tobias Bluhm kommentiert. In die Wertung fließen ausschließlich die individuellen fahrerischen Leistungen ein, nicht das Potenzial des Autos oder äußerliche Umstände. Viel Spaß beim Lesen!

Das e-Formel.de Fahrer-Rating zum Seoul E-Prix

1. Jake Dennis | Avalanche Andretti | 8.3 Punkte

Als einer der erfolgreichsten Fahrer der "Rückrunde" darf Andretti-Pilot Jake Dennis mehr als zufrieden mit seinem Saisonabschluss sein. Auch in Seoul fuhr der charismatische Brite ganz vorn mit, verbuchte einen vierten und einen dritten Platz und holte samstags zudem die schnellste Rennrunde.

Punktabzüge sind in unserem Fahrer-Rating lediglich für den ungestümen Kontakt mit Felix da Costa am Samstag angebracht, als Dennis im Zweikampf partout nicht nachgab und den Pole-Sitter aus dem Kampf um die richtig guten Punkte nahm. Und dennoch: Zwei herausragende Ergebnisse sprechen für ein gutes Wochenende von Dennis.

FAZIT: Machen wir es kurz: Ein rundum gelungenes Wochenende für den Andretti-Fahrer!

2. Stoffel Vandoorne | Mercedes-EQ | 8.0 Punkte

Seiner ohnehin herausragenden Formel-E-Saison setzte Stoffel Vandoorne am Wochenende die sprichwörtliche Kirsche auf. Der Belgier fokussierte sich ausschließlich auf seine Individualleistung auf der Strecke, ungeachtet des Titelkampfes, und fuhr so konstant wie eh und je.

Im Rückblick war der Großteil seiner Arbeit schon nach Position 5 im Samstagslauf verrichtet, doch sonntags legte Vandoorne mit Rang 2 sogar noch mal einen drauf. Mit einer meisterhaften Performance und Einzelleistung - man schaue sich nur die Ergebnisse seines Mercedes-Teamkollegen de Vries an - schloss er eine gleichermaßen meisterhafte Saison ab.

FAZIT: Besser kann man seinen ersten WM-Titelgewinn kaum besiegeln. Eine tolle Leistung, herzlichen Glückwunsch!

3. Edoardo Mortara | ROKiT Venturi | 8.0 Punkte

Mit dem Sieg im letzten Rennen der Saison besiegelte Edo Mortara eine beeindruckende Saison. Seit dem Diriyya E-Prix erzielte er sechs Podiumserfolge - davon vier als Sieger -, drei schnellste Rennrunden und zwei Pole-Positions. Dennoch zeigte sich der Schweizer nach dem Seoul E-Prix gekränkt, schließlich vergab er aufgrund seines dritten "Nullers" in Folge schon am Samstag seine letzten Titelchancen.

Der zweite Teil des Seoul E-Prix lief dann deutlich besser: Von Startplatz 2 ausgehend überholte er bereits nach kurzer Zeit den Pole-Sitter Antonio Felix da Costa (DS Techeetah). Seine Führung gab er im Rennverlauf nicht mehr her und fuhr souverän auf Position 1 ins Ziel.

FAZIT: Mortara schloss seine bislang beste Formel-E-Saison mit einer weiteren Topleistung ab. In Seoul war er einer der schnellsten Fahrer des Wochenendes, auch wenn ihm in der Endabrechnung durch den Reifenschaden am Samstag wichtige Punkte fehlten.

4. Mitch Evans | Jaguar TCS Racing | 7.5 Punkte

Auch wenn es letztlich nicht zum Titel reichte - Mitch Evans machte in Seoul (fast) alles richtig. Vor allem im Samstagsrennen war der schnelle Neuseeländer unschlagbar. Auch von einer Rennunterbrechung und mehreren Neutralisierungen des E-Prix ließ er sich nicht ablenken und siegte beinahe konkurrenzlos vor Oliver Rowland (Mahindra) und Lucas di Grassi (Venturi).

Dank der damit verbundenen 25 Punkte hielt sich Evans als einziger Fahrer neben Vandoorne bis zum letzten Lauf des Jahres im rechnerischen Titelrennen - realistisch war ein WM-Gewinn nach Position 13 im Qualifying aber nicht mehr. Er beendete seine Saison nach einer guten Fahrt mit Rang 7 in Seoul.

FAZIT: Evans gab in Seoul sein Bestes, das steht außer Frage. Letztlich reichte es aber aufgrund zu inkonstanter Leistungen nicht zum Titel.

5. Lucas di Grassi | ROKiT Venturi | 7.3 Punkte

Herzlichen Glückwunsch zum 1.000. Formel-E-Punkt, Lucas di Grassi! Die magische Rekordmarke erreichte der Brasilianer am Seoul-Samstag mit Leichtigkeit, als er den Zielstrich auf einem sehr guten dritten Rang erreichte. Zum Abschied bescherte er Venturi somit noch einen Pokal. Sonntags fuhr er nicht in die Punkte, nachdem ein ungestümer Maximilian Günther (Nissan e.dams) ihn schon in der Startrunde aus dem Kampf um die besten Positionen nahm.

FAZIT: Ein gebührender Venturi-Abschied von Lucas di Grassi, der längst unangefochten der statistisch beste Formel-E-Fahrer der Geschichte ist.

6. Oliver Rowland | Mahindra Racing | 7.0 Punkte

Oft schien in diesem Jahr nichts bei Mahindra Racing nach Plan laufen zu wollen, doch Oliver Rowland sorgte beim Saisonabschluss in Seoul noch mal für ein echtes Highlight. Ganz anders als sein Teamkollege Alexander Sims, der insbesondere samstags einen Unfall nach dem nächsten baute, behielt Rowland in allen Situationen einen kühlen Kopf.

Nach einer langen Durststrecke, während der Rowland in vier aufeinanderfolgenden Rennen punktlos blieb, erzielte er am Seoul-Samstag mehr Punkte als in allen vorausgegangenen E-Prix des Jahres zusammen. Der Brite wurde Zweiter, nachdem er sich schon im Qualifying die Pole-Position gesichert hatte. Die Führung verlor er bereits am Start, als er vor der ersten Bremszone deutlich von seinen Rivalen abgehängt wurde. Sonntags schaffte er es nach einem frühen Fremdkontakt nicht ins Ziel.

FAZIT: Ein zufriedenstellender Jahresabschluss für Oliver Rowland - die beste Leistung seiner Saison!

7. Antonio Felix da Costa | DS Techeetah | 7.0 Punkte

Auch wenn Jean-Eric Vergne die Formel-E-Saison für DS Techeetah auf einem besseren Platz abschloss, gehörte die zweite Jahreshälfte im teaminternen Duell klar Antonio Felix da Costa. Der Portugiese beendete in Seoul die Gen2-Ära genau so, wie er sie begonnen hatte, nämlich mit einer Pole-Position. Sonntags wurde er dennoch nur Zehnter, nachdem ihn Jake Dennis (Andretti) im Positionskampf aus dem Rennen um den Sieg nahm.

FAZIT: Felix da Costa verabschiedete sich mit einer sehr guten Leistung von DS Techeetah - die gute Form wird auch seinen neuen Arbeitgeber Porsche freuen!

8. Jean-Eric Vergne | DS Techeetah | 6.5 Punkte

Dass die Titelchancen von Jean-Eric Vergne in Seoul nur noch theoretischer Natur waren, war im Fahrerlager der Elektroserie allen bewusst. Der Franzose fuhr dennoch - oder gerade deshalb? - zwei gute Rennen, bei denen er an beiden Tagen aber nicht über Rang 6 hinauskam. Immerhin beendete er damit seinen wenig rühmlichen Null-Punkte-Lauf, der ihn seit New York plagte.

Vergne fehlte abgesehen davon aber die Pace, um bessere Ergebnisse möglich zu machen. Sonntags tat der Startunfall dann sein Übriges, als er in Kurve 1 mit di Grassi und Günther aneinandergeriet und Plätze verlor.

FAZIT: Vergne dürfte die Saison mit einem tendenziell positiven Gefühl beendet haben - das war ein solides Wochenende.

9. Robin Frijns | Envision Racing | 6.0 Punkte

Robin Frijns wurde beim Seoul E-Prix zum "Überholkönig". Samstags profitierte er dabei auch von der Massenkarambolage auf regennasser Fahrbahn, dank der er mehrere Autos hinter sich ließ. Startplatz 16 verwandelte er bis zum Zieleinlauf in Rang 8 - ein durchaus gutes Resultat. Sonntags half ihm ein deutlich besseres Qualifying-Ergebnis sogar in die Top 4.

FAZIT: Auch Frijns gelang es, die Saison mit einem Aufwärtstrend abzuschließen.

10. Sebastien Buemi | Nissan e.dams | 5.3 Punkte

Nach 98 Rennen, 13 Rennsiegen, 833 gesammelten Punkten und einem Fahrertitel ist für Sebastien Buemi Schluss bei e.dams. Zum Abschied vom Nissan-Einsatzteam bescherte der Schweizer seinem Arbeitgeber noch einmal ein gutes Ergebnis, das die Querelen der vergangenen Monate jedoch nur ansatzweise kaschieren kann.

In Seoul fuhr Buemi zwei Punkte ein, was mit dem ineffizienten Nissan-Antriebspaket als Erfolg verbucht werden kann. Samstags schied er beim Startrunden-Crash aus, nachdem ihn Nyck de Vries unfreiwillig "auf die Hörner" nahm. Am Sonntag bekam er jedoch die Gelegenheit für eine Revanche: Ausgehend von einem enttäuschenden Startrang 19 schnitt er sich wie ein warmes Messer in der Butter durchs Feld. Am Ende genügte sein Tempo für Position 9. Was für eine Fahrt zum Abschied!

FAZIT: Ohne den Samstagsunfall und die schwache Sonntagsqualifikation wäre für Buemi wohl noch mehr möglich gewesen. So oder so: ein gutes Wochenende!

Die weiteren Positionen im Fahrer-Rating:

 

Position Fahrer Note Ergebnis (Sa) Ergebnis (So)
11. Oliver Askew (Andretti) 5.3 DNF Platz 5
12. Nick Cassidy (Envision) 5.3 Platz 10 Platz 8
13. Pascal Wehrlein (Porsche) 5.3 Platz 7 DNF
14. Norman Nato (Jaguar) 4.8 Platz 13 Platz 14
15. Sergio Sette Camara (Dragon) 4.5 Platz 12 Platz 13
16. Antonio Giovinazzi (Dragon) 4.5 DNF -
17. Maximilian Günther (Nissan e.dams) 4.3 Platz 11 DNF
18. Sacha Fenestraz (Dragon) 4.0 - Platz 16
19. Dan Ticktum (Nio 333) 3.8 DNF DNF
20. Oliver Turvey (Nio 333) 2.5 DNF Platz 15
21. Nyck de Vries (Mercedes) 2.5 DNF DNF
22. Andre Lotterer (Porsche) 2.3 DNF DNF
23. Alexander Sims (Mahindra) 2.0 DNF Platz 12

 

So hat die Redaktion abgestimmt:
Fahrer Tobias Bluhm Tobias Wirtz Timo Pape Svenja König Durchschnitt
01. Jake Dennis 8 8 8 9 8.25
02. Stoffel Vandoorne 8 8 7 9 8.00
03. Edoardo Mortara 9 8 7 8 8.00
04. Mitch Evans 7 8 8 7 7.50
05. Lucas di Grassi 6 8 7 8 7.25
06. Oliver Rowland 8 7 6 7 7.00
07. Antonio Felix da Costa 7 7 7 7 7.00
08. Jean-Eric Vergne 6 7 7 6 6.50
09. Robin Frijns 6 6 6 6 6.00
10. Sebastien Buemi 6 3 6 6 5.25
11. Oliver Askew 6 4 5 6 5.25
12. Nick Cassidy 5 5 6 5 5.25
13. Pascal Wehrlein 6 5 5 5 5.25
14. Norman Nato 5 4 4 6 4.75
15. Sergio Sette Camara 3 4 6 5 4.50
16. Antonio Giovinazzi 4 5 5 4 4.50
17. Maximilian Günther 3 3 5 6 4.25
18. Sacha Fenestraz 4 3 4 5 4.00
19. Dan Ticktum 4 1 6 4 3.75
20. Oliver Turvey 3 2 3 2 2.50
21. Nyck de Vries 3 2 2 3 2.50
22. Andre Lotterer 1 0 3 5 2.25
23. Alexander Sims 1 4 2 1 2.00

 

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