Formel E

Bestnoten für Günther, Licht & Schatten bei Mahindra: Das e-Formel.de Fahrer-Rating zum Tokio E-Prix 2024

Tim Neuhaus

Tim Neuhaus

Formula-E-Start-Tokyo-2024

Der erste Tokio E-Prix der Formel E steht in den Geschichtsbüchern. Den japanischen Formel-E-Fans wurde packendes Racing geboten. Besonders aber die enorm unebene Piste lud nicht nur zu Sprungeinlagen ein, sondern forderte alle Piloten gewaltig. Drei Fahrer zeigten sich von ihrer besten Seite und wurden von der Redaktion mit Bestnoten belohnt. Es stellt sich heraus: Tokio war ein E-Prix für die Underdogs.

Nach jedem Lauf der Formel-E-Saison 2024 vergeben unsere Redakteur:innen Punkte auf einer Skala zwischen 1 und 10 für alle Piloten. Anschließend werden diese nach ihrem durchschnittlichen "Rating-Score" sortiert. In die Wertung fließen ausschließlich fahrerische Leistungen ein, nicht das Potenzial des Autos oder äußere Umstände. Redakteur Tim Neuhaus kommentiert die Top-3-Leistungen beim E-Prix sowie den Totalausfall des Wochenendes.

1. Max Günther | Maserati MSG Racing | 10,0

Bereits im Qualifying brachte Maximilian Günther seinen Maserati an die Grenzen. Nur knapp verfehlte er die Pole. Das Rennen wurde zunächst zu einer Geduldsprobe für den Deutschen. Jene sollte sich bezahlt machen, als Maseratis Attack-Mode-Strategie am Ende des zweiten Drittels blendend aufging, und Günther Oliver Rowland davonfuhr. Die letzte Runde brachte ihn noch mal zum Schwitzen, doch nach kurzem Tanz mit Rowland belohnte sich der 26-Jährige mit dem Sieg und der schnellsten Rennrunde.

Somit holt der Günther auch im fünften Rennen der Saison Punkte für den monegassisch-italienischen Rennstall. Mit 48 Zählern - nur 15 Punkte hinter Spitzenreiter Pascal Wehrlein - mischt Günther munter mit im Rennen um die Weltmeisterschaft.

2. Oliver Rowland | Nissan | 9,8

Nach Noten verpasst Oliver Rowland nur knapp die Bestwertung. Allerdings wird den Briten das wenig interessieren, da er der Fahrer ist, den es derzeit zu schlagen gilt. Drei Podien in Folge und zwei Pole-Positions - keiner holte in den letzten drei Rennen mehr Punkte als der Brite. Im Nissan-Land Japan setzte er mit seiner Performance dem gelungenen Wochenende rund um Nissan die Kirsche auf den Kuchen.

Besonders im ersten Sektor zeigte Rowland in der Qualifikation sein können. Während die meisten Favoriten dort schwächelten, meisterte Rowland den Sprung und die tückischen Kurven unbeeindruckt. Auf eine Runde war er der schnellste Fahrer des Wochenendes. Im Rennen gab er lange Zeit auch den Ton an, kämpfte allerdings zwischenzeitlich mit der Effizienz des Nissan-Antriebs und musste Günther den Weg freigeben. Nach zwei dritten Plätzen in Folge bereitete der zweite Platz in Tokio womöglich seinen überfälligen ersten Rennsieg der Saison vor.

3. Edoardo Mortara | Mahindra Racing | 8,8

Der Schweizer in Mahindra-Diensten wirkte an diesem Wochenende wie entfesselt. Nachdem der Saisonstart ein Desaster für das indische Team war, sah es in Japan so aus, als hätte man einen großen Schritt nach vorn gemacht. Edoardo Mortara und der Bolide schienen im Qualifying im Einklang zu laufen. Einzig die schnellste Runde des Wochenendes durch Rowland konnte Mortara im Halbfinale stoppen. Von Platz 3 zu starten, war für Mahindra wie eine Pole-Position.

Auf der guten Seite startend, konnte sich Mortara auch direkt auf den zweiten Platz schieben. Von da an hielt er lange Zeit mit der Spitzengruppe mit und fuhr ein bärenstarkes Rennen. Im letzten Renndrittel holte ihn allerdings die Realität ein: Die fehlende Effizienz vom Mahindra-Antrieb ließ ihn auf den sechsten Platz bei Zieldurchfahrt zurückfallen. Doch auch die acht Punkte verblieben aufgrund einer technisch bedingten Disqualifikation nicht. Für Mortara war es ein bitteres Ende nach einer mehr als beeindruckenden Leistung.

Flop des E-Prix: Nyck de Vries | Mahindra Racing | 2,0

Von erbrachter Leistung kann man bei Nyck de Vries kaum sprechen. Im Qualifying verpasste der F1-Rückkehrer zwar nur knapp die Duellphase, fuhr dann aber ein Rennen weit weg von der Leistung seines Teamkollegen. Nicht nur fehlte es an reiner Pace. Auch ein Auffahrunfall mit Lucas di Grassi beendete für beide das Rennen vorzeitig.

Bisher setzt sich de Vries' Tief aus der Formel 1 fort. Zwar fehlt es ihm auch in der Elektrorennserie an einem Auto, das Wunder vollbringen kann, jedoch konnte er seinen eigenen Teamkollegen Mortara bis dato in keinem Rennen der laufenden Saison schlagen. Insbesondere seit Brasilien scheint der Abstand zum Schweizer größer zu werden. Tokio, wo der Mahindra-Antrieb überraschend gut funktionierte und mehr möglich gewesen wäre, markierte einen neuen Tiefpunkt für den Niederländer.

So hat die Redaktion abgestimmt:
Pos. Fahrer ⌀-Punkte Timo Pape Tobias Wirtz Svenja König Tim Neuhaus Luca Storms
1 Maximilian Günther 10 10 10 10 10 10
2 Oliver Rowland 9,8 10 10 10 10 9
3 Edoardo Mortara 8,8 9 9 9 9 8
4 Nico Müller 8,4 8 9 8 9 8
5 Antonio Felix da Costa 8,2 8 9 8 8 8
6 Jake Dennis 8,0 8 8 8 8 8
7 Norman Nato 7,6 7 8 8 8 7
8 Sergio Sette Camara 7,6 8 7 7 8 8
9 Pascal Wehrlein 7,4 7 8 7 7 8
10 Nick Cassidy 6,6 6 8 6 6 7
11 Robin Frijns 5,6 6 6 5 5 6
12 Jean Eric Vergne 5,0 4 5 5 5 6
13 Sacha Fenestraz 4,8 4 5 4 4 7
14 Sebastien Buemi 4,0 2 5 4 3 6
15 Mitch Evans 4,0 4 4 4 4 4
16 Stoffel Vandoorne 3,4 3 3 3 3 5
17 Jake Hughes 3,2 2 3 3 3 5
18 Sam Bird 2,8 3 2 3 3 3
19 Jehan Daruvala 2,4 2 2 2 2 4
20 Dan Ticktum 2,2 2 2 2 2 3
21 Lucas di Grassi 2,2 3 2 2 2 2
22 Nyck de Vries 2,0 2 3 1 1 3

 
entscheidend bei Punktegleichstand: höhere Einzelwertung im Fahrer-Rating. Entscheidend bei identischen Punkten: besseres Rennergebnis

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