Formel E

Bird: Formel E hat das wohl beste Fahrerfeld der Welt

Timo Pape

Timo Pape

Die Formel E avanciert mehr und mehr zum Talentmagneten. Von vornherein konnte sich das Fahrerfeld im Vergleich mit anderen Serien sehen lassen. So traten schon in der ersten Saison fast 20 ehemalige Formel-1-Fahrer an, die ihr Handwerk ohne Frage beherrschen. Mittlerweile wird die Elektroserie aber auch für internationale Jungtalente immer interessanter, wie unter anderem der 24-jährige Niederländer Robin Frijns als Andretti-Neuling beweist.

Zwar kann die Formel E, was die Endgeschwindigkeiten angeht, noch nicht mit Serien wie beispielsweise der Formel 1 oder GP2 mithalten. Darauf scheint es vielen aber nicht primär anzukommen. Zum einen hängt Geschwindigkeit immer vom direkten Umfeld ab, in dem gefahren wird. Da die Formel-E-Kurse allesamt eng und verwinkelt sind, erzeugen sie stellenweise durchaus ein Gefühl von Geschwindigkeit, heißt es aus Fahrerkreisen.

Zum anderen verlangt das Elektroauto der Formel E den Fahrern alles ab. Es besitzt nur minimalen Anpressdruck, fährt auf rutschigen Rillenreifen und verlangt ein komplexes Energiemanagement vom Pilot. Hinzu kommen wellige und zumeist schmutzige Straßenkurse, die eine Rennrunde zur Konzentrationsaufgabe machen.

“Leute, die diese Autos nicht auf dem höchsten Niveau und mit Vollgas gefahren sind, verstehen nicht, wie schwierig sie zu beherrschen sind – besonders mit dem Wiederaufladen der Batterie”, sagt Virgin-Pilot Sam Bird gegenüber ‘Motorsport-Total.com’.

Der Wettbewerb macht’s

Das vielleicht entscheidende Argument für die Formel E ist jedoch das konkurrenzfähige Starterfeld. Rennfahrer wollen sich mit in etwa gleichstarken Kollegen messen. In der Formel 1 gibt es zwar absolute Ausnahmekönner wie zum Beispiel Lewis Hamilton, Fernando Alonso oder Sebastian Vettel. Jedoch lässt sich in der Königsklasse seit Jahren auch ein relativ steiles Leistungsgefälle vom vorderen hin zum hinteren Teil des Feldes erkennen, woran unter anderem die Paydriver-Situation Schuld trägt.

Für die Formel E hingegen spricht ihre Qualität in der Breite, die sich durch fast das gesamte Starterfeld zieht. Supertalente, die regelmäßig auf die vorderen Plätze fahren und sich beim richtigen Team womöglich auch in der Königsklasse durchsetzen würden, gibt es davon abgesehen auch in der Formel E. Bird meint sogar: “Wir haben von der Spitze bis ans Ende vermutlich das beste Fahrerfeld in der Welt.”

Sein Kollege Antonio Felix da Costa vom Team Aguri pflichtet ihm bei. Zwar gebe es auch den einen oder anderen Fahrer, auf den man im Rennen aufpassen müsse, trotzdem sei das Niveau in der Elektroserie “besser als in jeder Juniorkategorie”, sagt der Portugiese. “Ich bin wirklich zufrieden mit dem Fahrstil in der Formel E, abgesehen von einem oder zwei Malen, in denen dumme Dinge passiert sind.”

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