Formel E

24 Trillionen Operationen pro Sekunde - Das können die Robocars

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Die autonome Rennserie Roborace, die die Formel E in der der dritten Saison mit fahrerlosen Roboterrennen unterstützen soll, hat einen ersten Technologiepartner an Bord. Die Rennserie wird durch den US-amerikanischen Prozessorgiganten NVIDIA unterstützt. Nun wurden erste Details über die Technologie der Autos bekannt.

NVIDIA wird einen "DRIVE PX2"-Computer, den momentan schnellsten Rechner für künstliche Intelligenz ("KI") in Fahrzeugen, in jedes Robocar einbauen. Er hat etwa die Größe einer Brotdose und beinhaltet die Rechenleistung von 150 MacBook Pros. Dieser soll die Daten von insgesamt zwölf Kameras und verschiedenen Lidar- (Radar mit Laserstrahlen), Radar-, GPS- und Ultraschall-Sensoren auswerten, damit die Algorithmen in den Fahrzeugen die volle 360-Grad-Umgebung wahrnehmen können. Dazu gehören nicht nur die Streckenbegrenzung, sondern auch Hindernisse wie ein gegnerisches Fahrzeug oder Trümmerteile.

Zwei Tegra-Grafikprozessoren berechnen dann mit diesen Daten bis zu 24 Trillionen (eine Trillion ist eine Eins mit 18 Nullen) Operationen pro Sekunde. Die Prozessoren liefern zusammen eine Rechenleistung von acht Teraflops. Zudem soll die KI von den mathematischen Prozessen eigenständig dazulernen, die Autos werden also mit ihren Algorithmen von Rennen zu Rennen klüger und schneller.

Interessanterweise nutzt der Autohersteller Volvo die DRIVE-PX2-Systeme bereits für Tests mit Straßenfahrzeugen. 2017 will der schwedische Konzern seine autonomen Fahrzeugkonzepte auf die Straße bringen. Verschiedene Medien vermuteten bereits einen eventuellen Zusammenhang zwischen Volvo und Roborace. Ob diese Gerüchte sich aber bestätigen, steht noch aus.

Auch NVIDIA selbst könnte sich um einen Platz bewerben. In einem Blogeintrag fragte ein NVIDIA-Mitarbeiter erst kürzlich, wie die Leser den Rennwagen nennen würden. Sein Vorschlag: "Deep Green", eine Referenz zum tiefgreifenden Lernprozess und zum effizienten Rennwagen. "Aber wir suchen noch nach Vorschlägen", so der Blogger.

Die Roborace-Serie soll im Laufe der dritten Formel-E-Saison ihre Premiere feiern. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, schließlich wurde erst Ende März das Design der Renner vorgestellt. Eines Tages sollen Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h mit den Boliden möglich sein. Alles Weitere zur Roboterserie findet ihr auf unserer Themenseite Roborace.

Die Abmessungen des Roborace-Autos:

Länge: 4,8 m

Breite: 2 m

Radstand: 2,8 m

Gewicht: 1.000 kg

Im Vergleich zum Formel-E-Auto ist die Rennmaschine von 20 Zentimeter kürzer, dafür aber 20 Zentimeter breiter. Zum Vergleich: Ein Audi A6 ist 4.943 Millimeter lang, also nur gerinigfügig größer als ein Roborace-Auto. Was das Gewicht angeht, ist ein Formel-E-Fahrzeugs rund 112 Kilogramm leichter als der autonom fahrende Bolide.

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