Formel E

BMW: "Wahres Potenzial der Formel E liegt im virtuellen Sektor"

Timo Pape

Timo Pape

BMW hat sich kurz vor Beginn der dritten Saison öffentlich zur Formel E bekannt. Nach unseren Informationen gab es zwar schon seit der ersten Saison einen gewissen Austausch mit dem US-Rennstall Andretti. Seit Hongkong ist das Logo des bayrischen Autobauers allerdings auch sichtbar auf den Elektroautos von MS Amlin Andretti zu sehen. Zur fünften Saison, also ab Herbst 2018, tritt BMW aller Voraussicht nach als Werksteam in der Formel E an.

Bisher weist die Elektroserie eher geringe Endgeschwindigkeiten auf als andere Rennkategorien im Formelsport. Die Autos sind laut Reglement bei maximal 225 km/h abgeriegelt. Theoretisch könnten sie auf Höchstgeschwindigkeiten bis zu 250 km/h kommen. Aufgrund der kurzen Geraden der Stadtkurse werden aber nicht mal die möglichen 225 km/h erreicht. Ist die Formel E dadurch zu langsam? Mitnichten, findet BMW-Motorsportchef Jens Marquardt.

"Es ist doch so: Die Autos könnten gar nicht viel schneller sein auf diesem Typ Strecke, wenn wir die Sicherheit im Auge behalten wollen. In meinen Augen müssen sie auch gar nicht schneller werden", sagt Marquardt gegenüber 'Motorsport.com'. Er fügt hinzu: "Das wahre Potenzial liegt im virtuellen Sektor."

Damit spricht der BMW-Verantwortliche den Ansatz der Formel E an, auf die digitale Generation zuzugehen, die mit Videospielen aufgewachsen sind. "In ein paar Jahren werden die Fans vielleicht virtuell gegen ihre Stars fahren, die gleichzeitig auf der realen Strecke kämpfen. Das wäre viel wichtiger als der Unterschied zwischen 180 und 250 km/h auf der Geraden", so Marquardt. Bereits vor der ersten Saison hatte sich die Formel E derartige Ziele im Games-Sektor gesetzt. Bislang war eine technische Umsetzung aber vor allem aus Latenzgründen nicht möglich.

Trotzdem sollte die Elektromeisterschaft den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen, findet Marquardt: "Es ist wichtig, dass die Formel E ihr Alleinstellungsmerkmal beibehält, in großen Städten zu fahren, wo die Menschen sind. Das straffe aber packende Programm passt perfekt zum modernen Leben. Zudem gibt es eine Menge Interaktionsmöglichkeiten mit den Fans, Simulatorrennen und virtuelle Technologien. Hier liegt das wahre Potenzial der Formel E, und nicht darin, schneller, größer und extremer zu werden."

Nach den ersten beiden Rennen als Andretti-Partner hat BMW bereits wichtige Erfahrungen gesammelt: "Wir arbeiten immer besser mit Andretti zusammen. Wir lernen eine Menge, was wichtig im Hinblick auf Saison fünf ist. Im Moment unterstützen wir mit Simulationen und Software-Auswertung aus München. Zudem haben wir Leute vor Ort, die dem Team unter die Arme greifen. Eine Person ist immer dort, manchmal sogar zwei oder drei."

Ab 2018 will BMW dann alle wichtigen Komponenten im Auto selbst entwickeln: "Dann wollen wir unseren eigenen BMW-Motor im Auto haben. Um dafür gewappnet zu sein, müssen wir sehr viel vorbereiten", sagt Marquardt.

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