Formel E

Bosch verstärkt Formel-E-Engagement zu Saison 6 - womöglich als Antriebshersteller?

Timo Pape

Timo Pape

Der deutsche Technologie-Konzern Bosch wird in der kommenden Saison 2019/20 mit deutlich verstärktem Engagement als Technologie-Zulieferer in der Formel E auftreten. Nach Informationen von 'e-Formel.de' könnte Bosch den Antriebsstrang inklusive Elektromotor und Inverter für ein oder sogar mehrere Teams entwickeln und herstellen - ähnlich wie es ZF in dieser Saison für Venturi tut. Welches Team Bosch beliefern könnte, ist noch unklar. Den beiden Neueinsteigern Mercedes und Porsche werden allerdings die größten Chancen zugesprochen.

Bislang tritt Bosch als offizieller Partner der gesamten Formel-E-Meisterschaft auf. Die Partnerschaft mit der Elektroserie umfasst eine Werbekooperation an den Rennstrecken, im Internet und im TV. Darüber hinaus beliefert das Unternehmen mit Hauptsitz in Gerlingen (nahe Stuttgart) erste Formel-E-Teams mit Komponenten wie etwa elektronischen Kühlpumpen. Dieses Engagement soll ab Saison 6 ausgebaut werden, denn Bosch habe von Anfang an geplant, auch auf technologischer Basis zur Formel E beizutragen, verrät uns eine Unternehmenssprecherin.

"Für die Zuschauer der Formel E ist Bosch bereits auf Brücken, Bannern und Banden präsent. Künftig unterstützen wir mehr und mehr Teams und Fahrer mit Technik für den Elektro-Motorsport", bestätigt Dr. Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH. "Unsere Leidenschaft für Technik stellen wir künftig als offizieller Partner der Formel E und gemeinsam mit Rennteams unter Beweis."

Die derzeit laufende fünfte Formel-E-Saison geht Bosch ähnlich an wie Mercedes und Porsche - erst mal mehr oder weniger im Hintergrund beobachten, dann mit voller Kraft voraus. "In der aktuellen Saison der Formel E lernen wir die Rennserie, die Austragungsorte sowie die Fahrer und Teams bereits kennen", erklärt Heyn. Das Vorbereitungsjahr sei eine "optimale Voraussetzung, auch mit unserer Technik in die Rennserie einzusteigen."

Konkrete Aussagen wohl erst kurz vor Saisonstart

"Die Teams, mit denen wir in der Formel E zusammenarbeiten, profitieren von unserer jahrzehntelangen Kompetenz im Motorsport und unseren serienerprobten Schlüsselkomponenten für den elektrischen Antrieb", meint Heyn, ohne jedoch Teamnamen zu nennen. Nach unseren Informationen wird eine Ankündigung seitens Bosch, um welches Team es sich handelt, wohl nicht vor November 2019 stattfinden - also erst in den Wochen vor dem Saisonstart in Diriyya (22. und 23. November).

Wie viele andere Unternehmen verstärkt Bosch somit sein Engagement in der Formel E, weil die junge Serie als globales Schaufenster für die eigene Expertise nur wenige Wünsche offen lässt. "Die Formel E ist die ideale Plattform, die Wettbewerbsfähigkeit moderner Elektroautos auch unter den extremen Bedingungen im Motorsport unter Beweis zu stellen. Sie bringt die Elektromobilität in pulsierende Städte auf der ganzen Welt. Dieses emotionale Umfeld ist perfekt für unser Motorsport-Engagement", sagt Heyn und verweist auf die lange Historie seines Unternehmens auf der Rennstrecke.

Zu den ersten Rennsiegen mit Bosch-Technik kam es bereits in den Jahren 1901 und 1903. Damals waren die mit Bosch-Magnetzündung ausgestatteten Mercedes-Rennwagen sehr erfolgreich unterwegs. Seit dem Beginn der neuen DTM im Jahr 2000 kommt auch in der Tourenwagen-Serie Technik des Konzerns zum Einsatz. Zudem ist Bosch Lieferant für zahlreiche Prototypen- und Touring-Fahrzeuge der Langstrecken-Weltmeisterschaft sowie in Monoposto-, Rallye- und Tourenwagen-Meisterschaften. "Technik von Bosch ist seit fast 120 Jahren Teil der Motorsport-Geschichte. In der Formel E schreiben wir diese Geschichte jetzt weiter", so Heyn.

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