Formel E

Nick Cassidy nach 1. Formel-E-Podium in Puebla: "Hatten heute das schnellste Auto"

Svenja König

Svenja König

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Nick Cassidy hat im Sonntagsrennen von Puebla sein erstes Formel-E-Podium gefeiert. Der neuseeländische Rookie beendete sein achtes Rennen in der Elektroserie nach Positionskämpfen mit beiden Nissan-Piloten auf dem dritten Platz, bekam jedoch nach der Zeitstrafe gegen Pascal Wehrlein den zweiten Rang zugesprochen.

Dabei musste das Team nach einem Unfall im Samstagsrennen noch in der Nacht das Chassis am Auto von Cassidy tauschen. Doch zum 3. Freien Training am Sonntagnachmittag deutscher Zeit waren alle Schäden behoben. Das Qualifying beendete er als Achter.

"Ich fühle mich etwas schuldig, da ich gestern einen unnötigen Fehler gemacht habe, und meine Jungs heute Nacht viel Arbeit hatten", sagte Cassidy nach dem Rennen im TV-Weltsignal. "Das war kein großer Unfall gestern, aber durch den Winkel, wie wir in die Mauer eingeschlagen sind, mussten wir das Chassis tauschen, und das dauert immer etwas länger. Ich bin sehr dankbar für ihre Arbeit."

Gute Strategie bei Envision Virgin Racing

Cassidys Rennen begann im vorderen Mittelfeld im Kampf mit Andre Lotterer (Porsche) und Sebastien Buemi (Nissan) um Position 7. Da er seinen ersten Attack-Mode spät einsetzte und sich somit ein Zeitpolster erarbeitete, verlor er bei seiner zweiten Aktivierung keine Positionen. Somit konnte er auf den zweiten Nissan, pilotiert von Oliver Rowland, auf Position 3 aufschließen.

Doch Envision Virgin Racing hatte nicht nur bei der Attack-Mode-Planung, sondern auch beim Energiemanagement gute Arbeit geleistet. Am Ende des Rennens stand Cassidy in der Führungsgruppe am meisten Energie zur Verfügung. Erst eine Minute vor Ablauf der Rennzeit setzte er zum Manöver gegen Rowland an, der sich jedoch gegen Cassidys Angriff wehrte.

"Er hat einen Fehler in Kurve 9 gemacht, und ich konnte in der letzten Kurve vorbeigehen", erklärt der 26-jährige Cassidy. "Das Team hat mir gesagt, dass ich etwa ein Prozent mehr Energie habe, deshalb hätte ich nicht gedacht, dass er versucht, mich in Kurve 1 hinein zu überholen." Letztlich sollte es aber klappen.

"Wollte immer die Pole, wenn ich Platz 7 hätte mitnehmen sollen"

Dass der Audi-Antriebsstrang in Puebla hervorragend funktionierte, bewiesen die Werkspiloten Rene Rast und Lucas di Grassi mit einem Doppelsieg bereits am Vortag. Auch Cassidys Teamkollege Frijns konnte im zweiten Rennen von Startplatz 21 mehr als zehn Positionen gutmachen, fiel kurz vor Rennende allerdings aus den Punkten.

"Ich denke, wir hatten heute im Rennen das schnellste Auto", ist sich Cassidy sicher. "Ich habe schon oft gedacht, dass wir super schnell waren, aber wir konnten das nie in Ergebnisse umsetzen."

Trotz seines ersten Podiums in der Formel E hadert der Virgin-Pilot mit eigenen Fehlern: "Ich habe das Rennen in Rom angeführt und bin in Kurve 1 gecrasht. Es gab noch einige andere Möglichkeiten, die wir einfach nicht genutzt haben. Wir sind als 18. in der Meisterschaft nach Puebla gereist, dabei fühlte es sich gar nicht so an, als hätte ich das Auto für einen Fahrer auf Platz 18. Ich will immer auf der Pole-Position stehen, und es gab einige Sessions dieses Jahr, wo ich einen siebten Platz hätte mitnehmen sollen, statt unbedingt auf Pole zu wollen und als Resultat noch weiter hinten zu starten."

In der Gesamtwertung ist Nick Cassidy durch Platz 2 in Puebla auf Position 14 vorgerückt, während Teamkollege Frijns seine WM-Führung an Edoardo Mortara (Venturi) abgeben musste. In der Teamwertung liegt Virgin punktgleich mit Audi auf Position 5. Das nächste Rennen findet in zwei Wochen in New York statt.

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