Formel E

Japan, China, Indien & Kalifornien: Formel E visiert neue Kernmärkte für künftigen Rennkalender an

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Formula-E-Race-Start-Sanya

Die Formel E intensiviert ihre Bestrebungen, Fuß zu fassen in Kernmärkten, in denen sie bislang noch nicht mit einem Rennen vertreten ist. Neben Japan und China sind auch Indien und die Westküste der Vereinigten Staaten ganz oben auf der Wunschliste der Rennserie und Hersteller.

"Ich schaue mir die Märkte an, in denen wir einen Einfluss haben müssen", erklärt Formel-E-CEO Jamie Reigle bei 'Autosport'. "Ohne eine bestimmte Reihenfolge zu haben, ist Japan ganz weit vorne. Zusätzlich zu einer 'Tier-1-Stadt' auf dem chinesischen Festland."

Das "Tier"-System stellt eine inoffizielle Klassifikation der chinesischen Städte nach Einwohnerzahl, Bruttoinlandsprodukt der Stadt sowie der Regierungsform dar. Unter die "Tier-1-Städte" fallen aktuell Peking, Shanghai, Guangzhou und Shenzhen.

Ersatzrennen im japanischen Okayama noch 2021 denkbar

Dem Bericht zufolge wird mit Blick auf Japan die Küstenstadt Okayama, Austragungsort für Rennen der Super GT und Super Formula, als potenzielle Ersatzstrecke für die laufende Saison 2021 gehandelt, sollten die weiteren Entwicklungen der Pandemie die Verwendung von Ausweichstrecken erfordern.

Japan ist dabei alles andere als neu auf der Landkarte der Formel-E-Ziele: Bereits 2016 berichteten wir über das Interesse von Tokio und Yokohama, einen E-Prix auszurichten. Außerdem hat es bereits im November 2016 eine Demofahrt in Tokio gegeben, bei der Lucas di Grassi seinen ABT-Boliden durch die Straßen der japanischen Hauptstadt steuerte.

In China fuhr die Rennserie bereits: Der Auftakt der ersten beiden Saisons fand in Peking statt, 2019 wurde zudem ein Rennen in Sanya ausgetragen. Auch die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong war bereits dreimal Schauplatz eines E-Prix.

"Haben die Gelegenheit, die Zukunft zu präsentieren"

Neben Japan und China steht aber auch Indien ganz oben auf Reigles Liste. "Je mehr ich über Indien nachdenke, desto begeisterter werde ich", so der Kanadier. "Wenn man sich den Markt anschaut, hat er eine junge, urbane Bevölkerung und eine international orientierte Einstellung. Indien ist allgemein englischsprachig mit Blick auf die Zielgruppe. Wir haben hier die Gelegenheit, bezüglich Elektromobilität eine Generation zu überspringen und die Zukunft zu präsentieren."

"Ich sage nichts Kontroverses, wenn ich behaupte, dass diese Städte sehr dicht besiedelt sind und es eine Menge Luftverschmutzung gibt. Elektroautos können die Lebensqualität in diesem Markt wirklich verändern", ist sich Reigle sicher, dass die Rennserie ihre Botschaft zielführend präsentieren könne. "Es gibt einige Herausforderungen, aber ich bin sehr darauf fokussiert und habe gute Gespräche mit Dilbagh Gill und Mahindra geführt, um zu sehen, ob wir die Pläne beschleunigen können."

Ein Rennen in Kalifornien "wäre schon cool"

Außerdem nennt Reigle ein Rennen an der Westküste der Vereinigen Staaten als großes Ziel der Formel E. "Das passt! Wenn man mit den wichtigsten Herstellern spricht, verkaufen sie alle eine Menge Autos in Kalifornien. Wenn wir dort ankommen könnten, wäre das schon cool."

Auch in Kalifornien fuhr die Rennserie bereits in ihrer Debütsaison, genauer gesagt in Long Beach. 2016 kehrte sie ein zweites Mal in die Stadt im County Los Angeles zurück. Seitdem ist die Formel E jedoch nur noch mit dem New York City E-Prix an der Ostküste der Vereinigten Staaten präsent.

"In den Städten zu sein, ist sehr wichtig"

Auch wenn mit dem Valencia E-Prix im April das erste Formel-E-Rennen in Spanien auf einer permanenten Rennstrecke abgehalten wird, bleibt die Zielsetzung der Formel E, auch weiterhin ihre Rennen in Stadtzentren auszutragen. "Es gibt ein starkes Bestreben, unseren innerstädtischen Rennstrecken treu zu bleiben", so Reigle.

"Ich glaube, dass die besten Produkte, auch jenseits des Sports, echte Unterscheidungsmerkmale zu ihren Wettbewerbern haben: einen Grund zu glauben, einen Grund zu kaufen. In den Städten zu sein, ist deshalb sehr wichtig. Dem werden wir treu bleiben", kündigt Reigle an.

Zwangsläufig bringen Straßenrennen auch Herausforderungen mit sich. So bangt die Formel E derzeit etwa um den Rom E-Prix, der am 10. April stattfinden soll. Nichtsdestotrotz gibt Reigle bereits einen Ausblick auf zukünftige Rennkalender: "Wir haben wirklich gute Gespräche mit einigen Städten, die wir hoffentlich in diesem Frühjahr ankündigen werden."

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