Formel E

Cupra präsentiert neuen Vollstromer Tavascan beim Berlin E-Prix: "Werden Thema Formel E ausbauen"

Timo Pape

Timo Pape

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Cupra hat am Freitagabend vor dem Berlin E-Prix der Formel E sein nächstes vollelektrisches Fahrzeug vorgestellt. Nach dem Kleinwagen "Born" setzt die spanische Marke beim neuen "Tavascan" auf ein SUV-Coupe. Das E-Auto soll 2024 auf den Markt kommen und in zwei Leistungsstufen erhältlich sein: 210 kW und 250 kW. Der Tavascan liegt damit auf dem Leistungsniveau des Formel-E-Gen2-Fahrzeugs. 'e-Formel.de' durfte die Weltpremiere begleiten und Fragen zur Zukunft stellen.

Wer beim Berlin E-Prix war, wird an Cupra nicht vorbeigekommen sein. Kein anderer Hersteller präsentierte sich derart groß und spektakulär. 1.400 Gäste aus aller Welt sollen auf der Einladungsliste gestanden haben. Die Volkswagen-Tochter, die in diesem Jahr ihr fünfjähriges Bestehen feiert, hatte das Hangar 6 des ehemaligen Flughafens Tempelhof in eine moderne Eventlocation umgebaut, die an den Renntagen auch für Fans zugänglich war. Vor dem beleuchteten Eingangstunnel bildeten sich zeitweise lange Schlangen.

Wir waren bereits am Freitagabend zu Gast, als der Tavascan Weltpremiere feierte. Diverse Sprecher gaben Einblicke in die Entwicklung des Fahrzeugs sowie in den rasanten wirtschaftlichen Aufstieg Cupras in den vergangenen Monaten. Rennfahrer Adrien Tambay, der für Cupra 2022 den Titel in der vollelektrischen ETCR gewann und am Montag schließlich den Formel-E-Rookie-Test für ABT Cupra bestritt, war ebenfalls auf der Bühne.

Der Tavascan VZ mit 250 kW Leistung und zweimotorigem Allradantrieb beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 5,6 Sekunden. Die Batterie mit einer Nettokapazität von 77 kWh soll eine Reichweite von bis zu 549 Kilometern gemäß WLTP-Testzyklus ermöglichen. Beim Ladevorgang soll der Tavascan unter Optimalbedingungen in sieben Minuten Energie für 100 Kilometer tanken können. Die maximale Ladeleistung liegt bei 135 kW.

Cupra in Formel E - Vorstand Schuwirth: "Erfahrungstransfer haben wir jetzt schon"

Nicht ganz zufällig wählte Cupra das Formel-E-Gastspiel in Berlin für seine Tavascan-Vorstellung: "Cupra kommt ja von Cup Racing - Motorsport ist bei uns eine Kernkompetenz", erklärte Vorstand Sven Schuwirth in einer Medienrunde, an der auch 'e-Formel.de' teilnahm. "Wenn sich eine emotionale Marke als sportlich und emotional positioniert, aber nicht selbst aktiv im Motorsport ist, wird das irgendwann unglaubwürdig."

Ein wichtiger Grund sei auch der Technologietransfer zwischen Rennstrecke und Straße. "Wir übertragen viele unserer Entwicklungen im Motorsport auch in die Serie. Den Erfahrungstransfer (mit der Formel E) haben wir jetzt schon", sagt der Cupra-COO. So integriere die Marke auch aktive und ehemalige Rennfahrer in die Entwicklungsarbeit. Konkret betreffe dies etwa die Lenkung, aber auch die gesamte Fahrzeugabstimmung.

Nach dem Einstieg als Titelpartner von ABT Sportsline vor wenigen Monaten befinde sich Cupra in der Formel E noch in einer "Lernphase". "Wir sind ja gerade erst eingestiegen und in unserer ersten Saison. Unser Entwicklungsvorstand Werner Tietz ist involviert, und wir werden das Thema ausbauen", kündigt Schuwirth an.

Bis dato ist Cupra technologisch noch nicht involviert, da ABT mindestens bis zum Ende der nächsten Saison als Kundenteam von Mahindra antritt. Über die Ambitionen Cupras, als eigener Hersteller in die Formel E zu kommen, berichteten wir bereits im Dezember.

Aggressives Designkonzept "DarkRebel" unterstreicht sportlichen Anspruch

Neben dem Tavascan zeigte Cupra am Freitagabend erstmals eine virtuelle Studie namens "DarkRebel". Das Konzept schlägt beim Design eine extreme Richtung ein, setzt auf scharfe Linien und die Proportionen eines Sportwagens in Kombination mit einer Shooting-Break-Architektur. Ob das Auto in dieser oder ähnlicher Form jemals erscheinen wird, bleibt abzuwarten.

Vielmehr wirkt der DarkRebel wie ein Marketing-Stunt. Cupra hat einen Konfigurator entwickelt, in dem Fans am Design der Studie mitarbeiten dürfen. Diesen Input will Cupra nach eigener Angabe in die Entwicklung einfließen lassen. "Wir haben eine völlig neue Art der Zusammenarbeit geschaffen, um die Zukunft unserer Sportwagen zu entwickeln", sagt Designchef Jorge Diez. "Wir laden jeden dazu ein, seine eigene Version des Cupra DarkRebel zu kreieren und das endgültige Design des Autos zu beeinflussen."

Cupra ist zwar noch nicht lange in der Formel E, scheint sich aber wohlzufühlen, da sich die eigene Zielgruppe stark mit der der Elektroserie überschneidet. Wir dürfen in den kommenden Jahren noch einiges mehr vom ambitionierten "Rebellen" aus Barcelona erwarten - auch in sportlicher Hinsicht.

Transparenz-Hinweis: Cupra lud e-Formel.de zum Berlin E-Prix nach Berlin ein.

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