Formel E

"Das Unmögliche möglich gemacht" - Günther fährt nach Strafen-Desaster von Sao Paulo noch in die Punkte

Tim Neuhaus

Tim Neuhaus

Maserati MSG Racing hat mit Maximilian Günther auch im vierten Rennen der Formel-E-Saison 2024 gepunktet. Der Weg in die Top 10 war beim Sao Paulo E-Prix jedoch theoretisch fast "unmöglich", wie Günther selbst sagt. Denn zwei gezwungene Komponentenwechsel hatten ihm nicht nur eine Strafversetzung ans Ende des Feldes eingebracht, sondern auch eine Stop-and-Go-Strafe im Rennen. Entsprechend groß war die Freude im Maserati-Team über zwei wichtige Zähler.

Bereits Freitag wirkte der Maserati Tipo Folgore sowohl bei Maximilian Günther als auch bei Jehan Daruvala mehr als konkurrenzfähig. Zumindest bis festgestellt wurde, dass bei Günthers Fahrzeug sowohl das Getriebe als auch der Inverter ausgetauscht werden mussten. Somit schien das Wochenende gelaufen, denn das Strafmaß war eine Rückversetzung von 40 Plätzen in der Startaufstellung.

Das Qualifying war somit für den Startplatz hinfällig, da Günther definitiv vom 22. Startplatz ins Rennen gehen musste. Trotzdem konnte er für den Qualifikationssieg noch drei WM-Punkte erhalten. Die Gruppenphase dominierte der Fahrer mit der Nummer 7 und setzte die schnellste Rennrunde. In seinem ersten Duell konnte Günther den späteren Rennsieger Sam Bird schlagen, musste sich aber im Halbfinale Pole-Sitter Pascal Wehrlein geschlagen geben.

Günther mit Aufholjagd zum Staunen

Günther stand nicht nur auf dem letzten Startplatz, sondern musste die übrigen Plätze seiner Strafversetzung auch noch in eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe umgewandeln. Der Rennstart war dementsprechend zurückhaltend, und Günther begab sich Ende der ersten Runde in die Boxengasse, um die Strafe abzusitzen. Die Folge war ein gewaltiger Abstand zum Rest des Feldes, der nur mit der Hilfe eines Safety-Cars geschlossen werden konnte.

In der siebten Runde kam das Safety-Car tatsächlich wegen Trümmerteilen auf die Strecke. Die Freude von Günther war groß: "Dann kam das Safety-Car, welches für unser Rennen und unsere Strategie sehr wichtig war. Ab diesem Zeitpunkt griffen wir an." Günthers überflügelte mit seiner Offensive nicht nur seinen Teamkollegen, sondern schaffte es bis auf den zehnten Platz. Elf Überholmanöver in nur sieben Runden beeindruckten Zuschauer:innen und das Team.

Platz 9 stimmt das ganze Team zufrieden

Der Unfall von Nick Cassidy ließ Günther auf P9 vorrücken. Weiter vor sollte es nicht gehen. Zwar lieferte der Maserati-Pilot noch einige Zweikämpfe mit Jean Eric Vergne und Stoffel Vandoorne, konnte sie aber nicht überwinden. Der Deutsche zeigt sich mit P9 hochzufrieden: "Heute haben wir das Unmögliche möglich gemacht. Als Letzter zu starten und die 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe dazu waren eine große Aufgabe, aber wir haben das Beste draus gemacht."

Der Chef-Ingenieur von Maserati, Cyril Blais lobt Günter: "Wir haben eine starke Leistung gezeigt. Max hat einige gute Überholmanöver hingelegt, ist nach vorn gefahren, hat die Temperaturen gut gemeistert, und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden." Auch die Mechaniker:innen hatten laut Blais ihren Teil am Erfolg: "Der Austausch des Getriebes und des Inverters hat viel Arbeit gekostet, und dem Team gebührt ein großes Dankeschön für diesen großartigen Einsatz."

Die reine Pace von Maserati war vielversprechend und lässt auf ein gutes Ergebnis in Japan hoffen. Der erste P-Prix von Tokio findet am 30. März statt.

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1 Kommentare

friedel29 ·

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