Formel E

"Das versucht er bei mir nicht nochmal": Cupra Kiro punktet trotz Teamkollision in Jeddah doppelt

Tim Neuhaus

Tim Neuhaus

Dan Ticktum hat in der Formel-E-Saison 12 fünf Rennen für seine ersten WM-Punkte gebraucht. Beim zweiten Jeddah-Rennen sollte es dann endlich soweit sein, der Brite wurde Fünfter. Direkt hinter ihm überquerte sein Teamkollege Pepe Marti die Ziellinie auf Platz 6. Der Rookie hätte gerne noch Ticktum überholt, aber nach hartem Verteidigen von Ticktum und einer Berührung setzte sich der Routinier durch.

Nachdem das erste Rennen in Jeddah punktlos ausging und Ticktum noch äußerst frustriert zurückließ, schien auch der Rennsamstag nicht optimal zu beginnen. Weder Ticktum noch Marti schafften es in die Duelle. Ohne den Pit-Boost wurde das Rennen jedoch wesentlich strategischer und die Startposition war weniger wichtig. Mit der Strategie konnte Cupra Kiro überzeugen.

Ticktum: "Ein guter Tag, mehr nicht"

Viele Fahrer machten den strategischen Fehler, zu lange zu warten, ehe sie den Attack-Mode aktivierten. Ticktum hat die meisten Plätze mit der Extraleistung in der Mitte des Rennens gutmachen können und war zwischenzeitlich sogar Zweiter. Er selbst beschrieb sein Rennen auf Nachfrage von e-formel.de als nichts Besonderes: "Da ist nicht viel, was wir noch hätten machen können. Ein paar gute Überholmanöver, eine gute Strategie, aber am Ende nichts Spektakuläres. Lediglich ein guter Tag."

Mit zehn Punkten steht Ticktum nun immerhin auf Platz 14 der Weltmeisterschaft. Mit weniger Pech könnte es völlig anders aussehen, glaubt er: "Ich bin nicht zufrieden, es sind nur ein paar Punkte und nichts Besonderes. Mit einem besseren Start in die Saison und mit mehr Glück wäre ich jetzt in den Top 3 der Weltmeisterschaft."

Teaminterner Crash riskiert wichtige Punkte

Sieben Zähler mehr auf seinem Konto hat Ticktums Teamkollege Marti. Der Rookie hätte heute ebenfalls gerne die zehn Punkte für Platz 5 eingefahren und wagte deswegen in der Schlussphase ein riskantes Manöver gegen Ticktum. Er bremste sich vor Kurve neun aggressiv neben seinen Teamkollegen und brachte sich auf gleiche Höhe. Ticktum machte die Tür zu und beide kollidierten, Marti touchierte am Ausgang der Schikane sogar die Wand.

Es war auch eine Menge Glück im Spiel, dass die Autos dabei keinen Schaden nahmen. Ticktum hatte nach dem Rennen klare Worte für den Überholversuch: "Es war unreif und typisches Rookie-Verhalten. Er wird es bei mir nach heute aber nicht nochmal versuchen." Der Brite hatte aber auch lobende Worte übrig: "Zumindest kämpft er und versucht es. Der Weg aus der Formel-1-Karriereleiter ist schwer - er will das hier wirklich und zeigt es auch."

Marti entschuldigt sich nach Funkausraster

Nach dem Überholversuch bekam Marti am Funk die Ansage, die Position zu halten. Die Emotionen kochten daraufhin bei dem jungen Spanier über: "Wir müssen uns ernsthaft unterhalten. Ich bin vielleicht ein Rookie, aber ich bin nicht behindert und das eben war ein echt behindertes Manöver!"

Im Nachhinein entschuldigte sich Marti öffentlich über seine Social-Media-Accounts für die Wortwahl: "Es tut mir unendlich leid. Im Eifer des Gefechts habe ich schreckliche Worte gewählt. Ich kann meine Worte leider nicht rückgängig machen, aber ich möchte mich für mein Verhalten öffentlich entschuldigen."

Ob diese 19 Punkte von Cupra Kiro - Marti erhielt zusätzlich zu den acht Zählern für Platz 6 noch den Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde unter dern ersten Zehn - den nötigen Schwung einbringen, dass auch Ticktum wieder regelmäßig in die Punkte fährt, wird sich beim nächsten Saisonrennen am 21. März in Madrid zeigen.

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