Formel E

Dennis kritisiert Turvey nach schlimmem Formel-E-Trainingsunfall in Rom: "Ein bisschen dumm"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Jake-Dennis-Formula-E-BMW-Rome-2021

Am Ende des 1. Freien Trainings der Formel E in Rom gab es wie schon beim Saisonauftakt in Diriyya einen schweren Zwischenfall: Oliver Turvey krachte mit hoher Geschwindigkeit in zwei stehende Fahrzeuge, alle drei Autos nahmen erheblichen Schaden. Nach der Session beschwerte sich Unfallopfer Jake Dennis über die Schlafmützigkeit seines Landsmannes im Nio 333.

Schon beim Samstagsrennen in Diriyya hatte es während der obligatorischen Startübungen nach dem Freien Training einen heftigen Unfall von Edo Mortara gegeben. Diesmal war es jedoch kein technisches Problem, das zum Crash führte, sondern menschliches Versagen: Turvey fuhr noch nach Ablauf der Zeit mit hoher Geschwindigkeit durch die "blinde" Kurve 6. Er wurde jedoch von den dort vor der Startlinie stehenden Fahrzeugen, die auf ihren Übungsstart warteten, überrascht.

Turvey konnte einen Zusammenprall nicht mehr verhindern, sodass neben seinem Wagen auch die Boliden von Jake Dennis und Jean-Eric Vergne stark beschädigt wurden. Auch der Mahindra von Alex Lynn, der unmittelbar vor Vergne auf seine Startübung wartete, wurde getroffen, sodass Mahindra laut Teamchef Dilbagh Gill einige Teile des Autos austauschen musste.

Der Nio-Pilot Turvey habe die Übungsstarts, die eine übliche Prozedur nach dem Ende eines Freien Trainings darstellen, einfach vergessen, heißt es. Laut dem offiziellen Dokument der FIA sagte der Brite bei der Befragung durch die Rennkommissare, dass er sich "dieser Prozedur zwar vollkommen bewusst war, aber eine Kombination von Umständen ließ ihn das komplett vergessen".

Dennis über Turvey: "Er musste irgendjemanden treffen"

"Zu seiner Verteidigung muss man sagen, dass es keine rote Flagge und auch keine gelbe Flagge gab, nichts", so BMW-Pilot Jake Dennis bei 'Autosport'. Er sieht jedoch auch Turvey in der Verantwortung: "Er hat offensichtlich gepusht, was nach einer karierten Flagge ein bisschen dumm ist."

Aber auch die Tatsache, dass die Kurve vor dem Trainingsstart blind gefahren wird und die Fahrer nicht sehen können, was nach der Kurve kommt, habe einen Einfluss auf die Situation gehabt. "Es ist keine optimale Situation für einen Trainingsstart", so Dennis weiter. "Aber wir wussten alle, dass wir Trainingsstarts machen würden. Er hat es offensichtlich einfach vergessen. Das Team hat es ihm nicht gesagt."

Als Turvey die anderen Fahrzeuge endlich sah, sei es schlichtweg zu spät gewesen, um noch in irgendeiner Form reagieren zu können. "Bei der Geschwindigkeit, mit der er ankam, hätte er es nicht bis zur ersten Reihe geschafft anzuhalten. Er musste irgendjemanden treffen, und das waren zufällig Vergne und ich. Als er uns sah, konnte er nichts mehr machen."

Obwohl die Strecke in Rom auch in der neuen Konfiguration bei den Fahrern beliebt ist, sieht Dennis hier ein Sicherheitsrisiko: "Es ist eine komplett blinde Kurve. Schon während der Session habe ich gedacht: Wenn hier jemand einen Unfall baut, triffst du ihn mit Sicherheit."

Jean-Eric Vergne: "Es war ein Schock"

"Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Crash nicht habe kommen sehen", sagte Jean-Eric Vergne nach dem Freien Training. "Es war ein Schock. Zum Glück hatte ich keine Zeit, mich vorab zu fürchten." Obwohl sich der Franzose kurz nach dem Unfall den Nacken rieb, kam er wie seine beiden Fahrerkollegen unverletzt davon.

Die Rennwagen von Dennis und Vergne konnten rechtzeitig für das Qualifying repariert werden. Bei Turvey war ein Austausch des Monocoques notwendig, sodass er die Qualifikation verpasste und aus der Boxengasse dem Feld hinterherfahren muss. Das Rennen startet um 16 Uhr und wird live auf Sat.1 übertragen. Wir begleiten den Lauf zudem in unserem Live-Ticker.

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 8 und 6.