Dennis wirft Wehrlein nach Formel-E-Finale vor: "Er hat uns in die Mauer gedrückt"
Tobias Wirtz
FIA Formula E
Jake Dennis hat nach dem Formel-E-Saisonfinale in London scharfe Kritik an Pascal Wehrlein und Porsche geübt. Der Andretti-Pilot macht seinen Titelrivalen für die entscheidende Kollision verantwortlich und wirft ihm vor, ihn aus dem Rennen genommen zu haben. Gegenüber e-Formel.de schilderte Dennis die Szene noch einmal aus seiner Sicht: Wehrlein habe nach rechts gezogen und beide in die Mauer gedrückt.
Jake Dennis ging mit fünf Punkten Rückstand auf Pascal Wehrlein in das letzte Rennen der Saison. Im chaotischen Finale fiel Wehrlein zwischenzeitlich aus den Punkterängen, sodass Dennis auf WM-Kurs lag. Doch in der Schlussphase trafen die beiden Titelrivalen im Mittelfeld direkt aufeinander - und Dennis' Titelhoffnungen endeten wenig später in der Mauer.
Dennis machte nach dem Rennen unmissverständlich klar, wen er dafür verantwortlich macht. "Er hat mich einfach direkt aus dem Rennen genommen. So einfach ist das", sagt der Brite über Wehrlein. "Aus meiner Sicht ist das ziemlich eindeutig."
Dennis nennt Vorgehen von Wehrlein & Porsche "peinlich"
Gegenüber e-Formel.de beschrieb Dennis die entscheidende Szene anschließend noch einmal genauer: "Wir fuhren nebeneinander in die Kurve und ich hatte innen natürlich die Ideallinie. Dann ist er nach rechts gezogen und hat uns in die Mauer gedrückt. Damit war das Rennen vorbei."
Besonders deutlich wurde der Andretti-Pilot bei seiner Bewertung des Vorgehens von Wehrlein und Porsche. "Ich finde es peinlich, was wir heute von Pascal und Porsche gesehen haben", sagt Dennis. "Ich lag klar vor Pascal, und dann rammt er mich einfach direkt in die Mauer. Das ist ziemlich überraschend."
Auch für die Art und Weise, wie der Titelkampf entschieden wurde, findet Dennis deutliche Worte. "Wenn sie die Meisterschaft auf diese Art gewinnen wollen, dann können sie das tun", erklärt er. "Aber so läuft das eben. Das passiert, wenn du mit einem Rückstand ins letzte Rennen gehst."
Für Dennis würde auch eine mögliche nachträgliche Strafe nichts an den Folgen einer solchen Situation ändern. "Sie können dich einfach aus dem Rennen nehmen. Und wenn sie dafür anschließend eine Strafe bekommen, macht das keinen Unterschied mehr, weil ich bereits in der Mauer stecke."
Wehrlein und Dennis blieben schließlich beide ohne Punkte. Weil Mitch Evans lediglich Platz 4 erreichte, genügte Wehrleins Vorsprung dennoch für den zweiten Formel-E-WM-Titel. Dennis wurde Vizeweltmeister.
Dennis: "Kann London erhobenen Hauptes verlassen"
Trotz der Enttäuschung über den verpassten Titel zieht Dennis für sich persönlich ein positives Fazit. "Ich kann London erhobenen Hauptes verlassen", sagt der Formel-E-Weltmeister von Saison 9. "Ich bin zufrieden damit, wie ich gefahren bin und welche Risiken ich eingegangen bin."
Für Dennis beginnt nun eine ereignisreiche Pause. Neben privaten Veränderungen warten auch sportlich bereits die nächsten Aufgaben auf ihn. "Ich habe persönlich gerade viele Dinge in meinem Leben, die anstehen. Meine Verlobte wird in ein paar Wochen unser Kind bekommen, deshalb wird das eine coole Zeit", sagt Dennis.
Auch auf die kommende Gen4-Ära blickt der Brite bereits voraus. "Gen4 wird spannend. Und natürlich bin ich weiterhin sehr beschäftigt mit BMW. Von meiner Seite aus stehen also aufregende Monate bevor. Ich freue mich sehr darauf."
Du nutzt Google und willst Inhalte von e-Formel.de besser finden? Dann kannst du die neue Google-Funktion "bevorzugte Quellen" aktivieren. Um e-Formel.de als "bevorzugte Quelle" zu hinterlegen, klicke einfach auf diesen Button und setze einen Haken. Fertig!
0 Kommentare
Einen Kommentar schreiben