Formel E

Lucas di Grassi: Einfrierung der Formel-E-Motoren "ein großer Fehler der FIA"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie machen auch vor der Formel E und den dort engagierten Herstellern nicht Halt. Als Konsequenz hat die Rennserie gemeinsam mit der FIA das Gen2-EVO-Facelift gestrichen und Entwicklungsbeschränkungen für die Hersteller beschlossen: Für die kommenden Saisons darf jeder Hersteller nur einen neuen Antrieb entwickeln - in den Augen von Ex-Champion und Audi-Werkspilot Lucas di Grassi ein Fehler.

Audi wird sich am Ende der siebten Formel-E-Saison werksseitig aus der Rennserie zurückziehen. Auch wenn sich die Ingolstädter bei den Vorsaison-Testfahrten nicht als Favoriten entpuppt haben, wollen sie noch einmal angreifen, um ihren zweiten Teamtitel in der Elektrorennserie zu holen. Um dieses Ziel zu erreichen, wählte Audi beim neuen Motor eine andere Herangehensweise als bislang.

Der Audi-Antrieb, der zum ersten Mal komplett in Ingolstadt entwickelt wurde, ist keine Evolution des Motors aus Saison 6, sondern stellt stattdessen eine Revolution dar: "Alles ist neu am Auto für Saison 7", erklärt di Grassi bei 'Formula E Zone'.

Ob sich der neue Audi-Motor auch in besseren Ergebnissen niederschlagen wird, wagt di Grassi jedoch nicht vorherzusagen: "Aus Sicht von Audi ist das Auto besser als letztes Jahr, und ich bin sehr gespannt, was die anderen für das erste Rennen entwickeln können. Es spielt aber eigentlich keine Rolle, wie sehr wir das Auto weiterentwickeln. Wir müssen ganz einfach mehr als unsere Konkurrenten weiterentwickelt haben. Das werden wir aber erst wissen, wenn wir zum ersten Rennen kommen."

Di Grassi: "Das wird nur zu Schwierigkeiten führen"

Die von den Regelhütern beschlossenen Maßnahmen zur Kostenreduzierung hält er in diesem Zusammenhang nicht für zielführend: "Ich denke, dass die FIA einen großen Fehler gemacht hat, indem sie uns nicht erlaubt hat, jedes Jahr einen neuen Antriebsstrang zu bauen und uns zwingt, den gleichen Antriebsstrang über zwei Saisons zu verwenden. Das spart keine Kosten und wird nur zu Schwierigkeiten führen."

Ob der angekündigte Ausstieg von Audi und BMW zum Ende von Saison 7 eine Folge dieser Maßnahmen ist, ist unklar. Immerhin wäre Saison 8 aufgrund der Doppelhomologation die mit Abstand günstigste Saison für die Hersteller gewesen: Kosten für die Entwicklung und Produktion von neuen Teilen gibt es ebenso wenig wie Testfahrten oder Crashtests. Auch die Homologation selbst kostet Geld - all dies sparen Hersteller in Saison 8. Damit würde die Saison für einen Hersteller nach Informationen von 'e-Formel.de' einen mittleren einstelligen Millionenbetrag günstiger sein als eine "normale" Saison.

Nach der Verschiebung des ursprünglich für Mitte Januar geplanten Santiago E-Prix findet der Saisonauftakt der Formel-E-Weltmeisterschaft am 26. und 27. Februar in Diriyya statt. Beim "Double-Header" in Saudi-Arabien trägt die Elektrorennserie zum ersten Mal in ihrer Geschichte Nachtrennen aus. Beim Saisonauftakt 2019/20 wurde di Grassi auf dieser Strecke im ersten Rennen 13., den zweiten Lauf beendete er auf dem zweiten Platz - seine beste Platzierung der abgelaufenen Saison.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

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