Formel E

Di Grassi gewinnt Berlin ePrix

Timo Pape

Timo Pape

Lucas di Grassi hat bei der Deutschland-Premiere der Formel E einen ungefährdeten Sieg nach Hause gebracht. Der Fahrer des deutschen Teams Audi Sport Abt hatte die Führung bereits kurz nach dem Start übernommen und sich einen erheblichen Vorsprung erarbeitet, den er bis zum Ende behielt. Zweiter wurde ein starker Jerome d’Ambrosio (Dragon) vor dem e.dams-Piloten Sebastien Buemi auf Position drei. Aus deutscher Sicht verlief das Heimrennen einmal mehr enttäuschend – zumindest mit Blick auf die Fahrer.

Für Daniel Abt war das Rennen praktisch bereits in der zweiten Kurve vorbei – wie schon zuletzt in Monaco. Der Deutsche riskierte am Start viel und drehte sich, sodass er entgegengesetzt zum heranrauschenden Feld zum Stehen kam. Abt erlebte sein Heimrennen folglich über weite Strecken von ganz hinten. Am Ende wurde er 15.

Für Nick Heidfeld sah es hingegen lange Zeit sehr vielversprechend aus. Der Venturi-Pilot kämpfte über weite Strecken mit Buemi um den letzten Platz auf dem Podium, musste aber letztlich zurückstecken. Zwar war den 38-Jährige zwischenzeitlich kurz vorbei, Buemi konnte jedoch kontern. Vier Runden vor dem Ende wurde er dann noch von diversen Piloten überholt, sodass es am Ende nur zu Platz sechs reichte. Immerhin sein bestes Saisonergebnis bisher.

Der einzige Ausfall im Rennen ereilte ausgerechnet Jarno Trulli. Der Pole-Sitter verlor kurz nach dem Start die Führung an di Grassi, konnte sich aber zunächst noch auf Platz zwei halten. Dann kassierte ihn Buemi, und von da an es ging kontinuierlich bergab für den Routinier. Am Ende Platz 20 – ein äußerst enttäuschendes Rennen für Trulli.

Die Positivüberraschung war hingegen Jerome d’Ambrosio. Der Dragon-Pilot war von Platz sechs ins Rennen gegangen und kämpfte sich nach und nach bis auf Rang zwei vor. Dabei zeigte er nicht nur Geschick, sondern auch Mut in seinen Manövern. Letztlich setzte sich der Belgier jedoch durch. Auch sein Teamkollege Loic Duval konnte überzeugen: Der Franzose fuhr von Platz acht auf vier vor. Ein hervorragendes Teamergebnis für Dragon Racing.

Die kurioseste Szene spielte sich nach dem Rennen ab: Sieger di Grassi blieb kurz nach der Zieldurchfahrt stehen. Wie er später erklärte, zeigte sein Display einen unbekannten Fehler an. Nichts ging mehr – Riesenglück für den Spitzenreiter. Das gesamte Feld fuhr an ihm vorbei, bevor schließlich ein Abschleppwagen anrollte. Am Tau wurde der jubelnde und winkende Brasilianer bis in die Box gezogen – ein einzigartiges Bild.

In der Meisterschaft konnte di Grassi seinen Vorsprung weiter ausbauen und liegt nun 17 Punkte vor Nelson Piquet jun. (China). Buemi ist Dritter mit drei Punkten Rückstand. In der Teamwertung liegt e.dams mit 35 Zählern vor Abt. Dragon konnte sich auf Platz drei verbessern. Das nächste Rennen findet am 6. Juni in Moskau statt.

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