Formel E

Di Grassi gewinnt packendes Formel-E-Rennen in Mexiko

Timo Pape

Timo Pape

Lucas di Grassi hat den Mexico City ePrix der Formel E gewonnen. Durch zwei beherzte Überholmanöver gegen Nicolas Prost und Jerome d'Ambrosio sicherte sich der Abt-Pilot sein fünftes Podium im fünften Rennen und damit auch die Führung in der Gesamtwertung. Zweiter wurde d'Ambrosio, der sich in einem spektakulären Duell mit Sebastien Buemi durchsetzte und eine Zehntelsekunde vor dem Schweizer ins Ziel kam. Daniel Abt lag bis zur vorletzten Runde auf Platz vier, schlug dann jedoch an der Mauer an und wurde schließlich Achter.

Am Start ging zunächst alles reibungslos. Abt wäre fast an Teamkollege di Grassi vorbeigegangen, letztlich gab es aber keine Verschiebungen in der Spitzengruppe. Jean-Eric Vergne fiel von Startplatz sechs weit zurück. In den folgenden Runden ließen es die meisten Fahrer erst mal ruhig angehen. Nur di Grassi setzte Prost unter Druck und versuchte vergeblich, am Franzosen vorbeizukommen.

Dann wurde das Ergebnis des FanBoost-Votings verkündet. Die Fans bescherten Jean-Eric Vergne, di Grassi und erwartungsgemäß Lokalmatador Salvador Duran einen Extraschub Energie im zweiten Auto. Dieser sollte sich später auszahlen.

Pleiten, Pech und Pannen für Felix da Costa

Antonio Felix da Costa ereilten indes mehrere Strafen. Schon in der Startaufstellung war der Aguri-Fahrer nach Schwierigkeiten an Getriebe und Batterie zehn Plätze zurückversetzt worden. Im Rennen folgte dann eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe und später noch eine Durchfahrtsstrafe, weil Felix da Costa mehrfach die Streckenbegrenzung missachtete. Dann bekam er von der Rennleitung die Anweisung, an die Box zu kommen, um seinen Frontflügel reparieren zu lassen, der an einer Seite lose war. Zu allem Überfluss drehte sich der Portugiese am Ende auch noch und beschädigte sich den Heckflügel an der Mauer.

In Runde 22 eröffnete Nick Heidfeld, der am Ende Neunter wurde und somit zwei Zähler sammelte, die Boxenstopps. Die Spitze sollte eine Runde später zum Fahrzeugwechsel kommen. Wenige Kurven vorher fasste sich di Grassi aber noch ein Herz und griff Prost an. Mit dem Überraschungsmoment auf seiner Seite überholte er den e.dams-Fahrer und übernahm Platz zwei.

Verkorkster Boxenstopp für Prost

Beim Boxenstopp blieb d'Ambrosio in Führung vor di Grassi, während Buemi an seinem Teamkollegen Prost vorbeizog. Letzterer wurde später auch noch wegen eines "Unsafe Release" mit einer Durchfahrtsstrafe belegt - eine sehr harte Entscheidung der Kommissare. Prost wurde am Ende trotzdem noch Fünfter hinter Loic Duval.

Dann kam der große Moment von Lucas di Grassi. Der 31-Jährige zündete am Anfang der Start- und Zielgeraden seinen FanBoost und überholte d'Ambrosio in Kurve 1 hinein. Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel E verhalf der FanBoost somit einem Fahrer zum Sieg. Di Grassi baute seinen Vorsprung in der Folge auf zwischenzeitlich zehn Sekunden aus und fuhr den Sieg letztlich ungefährdet nach Hause.

Buemi hatte nun d'Ambrosio vor sich und griff den Dragon-Fahrer mehrfach an. Bei einem Manöver fuhr er dem Belgier sogar ins Heck, woraufhin beide die erste Schikane kreuzen mussten. Beide fluchten sich am Funk regelrecht in Rage. Später überholte Buemi, indem er eine Schikane schnitt. Daraufhin wurde es chaotisch.

D'Ambrosio forderte seinen Platz zurück, und Buemi entschied sich schließlich, seinen Konkurrenten wieder vorbeizulassen. Dabei zwang er d'Ambrosio allerdings von der Ideallinie weg, wodurch Prost, Abt und sogar Duval am Belgier vorbeigingen. Voller Wut entschied d'Ambrosio eigenständig, die Schikane abzukürzen und fuhr wieder an allen vorbei. So war die alte Reihenfolge wiederhergestellt. Ärger seitens der Rennleitung gab es keinen.

Während es di Grassi an der Spitze in den letzten Runden etwas ruhiger angehen ließ, biss sich Buemi weiterhin vergeblich die Zähne aus. Abt war durch die Strafe für Prost auf Rang vier vorgerückt. In der vorletzten Runde verlor der Deutsche jedoch sein Auto und schlug mit der Front an der Mauer an. Mit demoliertem Frontflügel schleppte er sich noch als Achter ins Ziel. Aus den sichergeglaubten zwölf Punkten für Platz vier wurden somit vier.

Di Grassi übernimmt Gesamtführung

Durch seinen Sieg hat Lucas di Grassi nach dem Mexiko-Rennen 101 Punkte auf dem Konto. Damit verdrängte er Buemi vor der Spitze, der nun sechs Punkte dahinter bei 95 liegt. D'Ambrosio, der nicht nur Platz zwei, sondern auch noch die Pole-Position und die schnellste Rennrunde holte, machte einen großen Sprung auf Gesamtrang vier. In der Teamwertung führt e.dams (126) weiterhin vor Abt (115).

Das nächste Formel-E-Rennen findet bereits in drei Wochen, nämlich am 2. April, in Long Beach statt.

Das provisorische Ergebnis des Rennens:

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