Formel E

Di Grassi im Interview: "Froh, dass sich Audi voll zur Formel E bekennt"

Timo Pape

Timo Pape

Audi-Werksfahrer Lucas di Grassi hat in seiner Wahlheimat Monaco auf der verkürzten Formel-1-Strecke ein weiteres Podiumsergebnis in der Formel E erzielt und beim fünften Saisonrennen bis zuletzt für Spannung gesorgt. Das Fundament für seinen zweiten Platz legte der Brasilianer bereits im Qualifying. Di Grassi qualifizierte sich knapp für das Einzelzeitfahren der schnellsten fünf und sicherte sich trotz eines Leitplankenkontaktes in der Zielkurve den zweiten Startplatz.

Am Start behauptete der Pilot des Teams ABT Schaeffler Audi Sport die zweite Position und nutzte wie alle anderen Fahrer eine Safety-Car-Phase kurz vor Rennhälfte zum Boxenstopp. Anschließend machte di Grassi Jagd auf den Führenden Sebastien Buemi, holte diesen ein und überquerte die Ziellinie in einem Fotofinish mit lediglich 0,320 Sekunden Rückstand als Zweiter.

Vor dem sechsten Lauf der Formel E am kommenden Samstag in Paris liegt Lucas di Grassi 15 Punkte hinter Monaco-Sieger Buemi unverändert auf dem zweiten Tabellenrang. In der Teamwertung behauptet ABT Schaeffler Audi Sport Position zwei. Im Interview spricht di Grassi über den Monaco ePrix und das Engagement von Audi.

Lucas, hättest du vor diesem Wochenende damit gerechnet, in Monaco um den Sieg kämpfen zu können?

Nach dem 1. Freien Training am Samstagmorgen war mein Ziel ein Top-5-Ergebnis. Ich bin nur ganz knapp in die Super-Pole der schnellsten fünf Fahrer gekommen. Dass mir dort eine gute Runde gelungen ist, war sehr wichtig, denn das Überholen ist in Monaco fast unmöglich. Das Rennen lief gut, leider hat Seb (Buemi) keinen Fehler gemacht, sonst hätte ich noch einen Angriff versucht. Unser Auto hat in Monaco gut funktioniert, und das Team hat wieder einen fantastischen Job bei der Abstimmung gemacht. Ich bin mit dem Wochenende sehr zufrieden und freue mich über die 18 Punkte.

Das Duell mit Sebastien Buemi in den letzten Runden hat die Zuschauer begeistert...

Am Anfang war Seb etwas schneller. Das erste Auto fühlte sich nicht ganz so gut an. Ich habe mich darauf konzentriert, Energie zu sparen. Mit dem zweiten Auto kam der Grip, ich konnte Seb folgen und am Ende Druck machen. Ich hatte etwa ein Prozent mehr Energie als er. Natürlich habe ich alles versucht, um das Rennen zu gewinnen. Am Ende hatte ich 0,0 Energie. Aber wie gesagt: Das Überholen ist auf dieser Strecke nahezu unmöglich, selbst wenn man deutlich schneller ist.

Hast du deshalb keinen Überholversuch gewagt?

Als guter, erfahrener Fahrer weiß man, wie man in Monaco die Tür zumacht. Seb hat mir einfach keine Tür aufgelassen. Ich würde auch nie ein gutes Rennergebnis komplett aufs Spiel setzen und einen Überholversuch an einer Stelle starten, an der es einfach nicht geht. Wären wir auf einer Strecke gewesen, auf der die Geraden länger als 360 Meter sind, hätte ich es sicher versucht, denn mein Auto war gut und schnell.

In Monaco kamen neue Felgen zum Einsatz, die einen aerodynamischen Vorteil bringen. Hat sich das ausgezahlt?

Im Motorsport ist es nicht eine Sache, die dich nach vorn bringt, sondern immer die Summe vieler kleiner Verbesserungen. Ich bin sehr froh, dass sich Audi inzwischen voll zur Formel E bekennt und uns auf verschiedene Art und Weise hilft. Aber wir können derzeit wegen des engen Reglements nur kleine Schritte machen. Renault ist von Anfang an in der Formel E am Start und sehr stark. In Saison zwei hatten wir einen Rückstand. Der Abstand ist in dieser Saison etwas kleiner geworden und ich hoffe, dieser Trend setzt sich in Zukunft fort. Klar ist aber auch, dass ich in Monaco viel riskieren und ständig 100 Prozent fahren musste.

Am kommenden Samstag steht in Paris bereits das nächste Formel-E-Rennen auf dem Programm. Deine Erwartungen?

Ich habe in Paris im vergangenen Jahr gewonnen. Das versuche ich wieder.

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