Formel E

Di Grassi prophezeit neuen Berlin-Kurs: "Rechne damit, dass Formel E Strecke für Gen3-Ära umbaut"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Für seine Zukunftsvisionen ist Lucas di Grassi bekannt. Der frühere Audi-Pilot und Formel-E-Champion der Saison 2016/17 steht aktuell zwar als Fahrer bei Venturi unter Vertrag, ist aber darüber hinaus Botschafter der Vereinten Nationen (UN) für saubere Luft. Außerdem war di Grassi als CEO für Rennserie Roborace aktiv und engagierte sich dort für autonome Elektrofahrzeuge. Auch für die Zukunft des Berlin E-Prix hat di Grassi schon Ideen.

Berlin bleibt der Formel E für mindestens zwei weitere Jahre erhalten, gab die regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey im Rahmen des Berlin E-Prix vor wenigen Wochen bekannt. Eine Rückkehr in die Innenstadt, wo die Serie 2016 fuhr, ist nicht vorgesehen: Das Rennen soll auch weiterhin auf dem Vorfeld des stillgelegten Flughafens Tempelhof stattfinden, wo die Formel E alle Möglichkeiten zur freien Entfaltung hat.

"Das sind tolle Nachrichten", freut sich Lucas di Grassi am Mikrofon von 'e-Formel.de', als wir ihn auf die Vertragsverlängerung der Formel E mit der deutschen Hauptstadt ansprechen. "Das ist eine tolle Veranstaltung hier - die vielen Zuschauer, und außerdem hat man Platz, um weitere Dinge zu veranstalten." Dennoch müsse die Formel E umdenken.

"Wir müssen die Strecke ändern. Für die Gen3-Ära müssen wir sie komplett überdenken", meint di Grassi. "Aktuell weiß noch niemand, wie das Rennformat aussehen wird. Das Auto hat deutlich mehr Leistung, aber die Batteriegröße wird in etwa identisch sein. Werden wir zu Runden-Rennen zurückkehren oder weiter Zeit-Rennen haben? Das ist noch nicht entschieden."

"Wäre sehr cool, wenn wir eine Kurve innerhalb des Hangars fahren könnten"

"Aber hier (in Berlin) wäre es sehr cool, wenn wir eine Kurve innerhalb des Hangars fahren könnten. Also da, wo jetzt das E-Village ist. Das wäre echt cool", träumt der Brasilianer, der auch selbst schon in die Streckenplanung von zwei Rennen in Brasilien involviert war, die jedoch nie Realität wurden. "Die Zuschauer könnten dann von oben und von der Seite auf die Strecke gucken."

"Die Strecke muss nicht länger sein, aber vielleicht wären etwas längere Geraden gut - so 100 oder 150 Meter mehr", findet der Venturi-Pilot weiter. "Ich rechne damit, dass die FIA und die Formel E die Strecke für die Gen3-Ära zu einem anderen Kurs umbauen werden."

Ob di Grassis Visionen wirklich Realität werden, zeigt sich spätestens im Mai 2023. Dann soll der nächste Berlin E-Prix stattfinden - bereits das 17. Rennen in der Bundeshauptstadt.

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