Formel E

“Keine Ahnung, wie ich überlebt habe” – Die Fahrerstimmen aus Putrajaya

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Es war eines der chaotischsten Rennen seit Gründung der Formel E. Der spektakuläre ePrix von Putrajaya hätte kaum bessere Werbung für die Serie machen können. In einem von Unfällen, Hitze, Drehern und Ausfällen gespickten Rennen konnte sich Lucas di Grassi den Sieg und die Führung in der Meisterschaft holen. Wir haben die Aussagen der Fahrer nach dem Rennen für euch gesammelt.

Lucas di Grassi (Abt, 1.): “Die Bedingungen waren extrem hart. Wir hatten, wie im letzten Jahr auch, mit den Batterietemperaturen zu kämpfen. Der heikelste Moment war wohl, als ich Prost überholt habe und die Temperaturen schon kritisch hoch waren. Das Team hat einen fantastischen Job gemacht und das perfekte Setup zusammengestellt.”

Sam Bird (Virgin, 2.): “Ich kann es noch gar nicht glauben. Wer sagt, dass die Formel E nicht aufregend ist, der hat dieses Rennen nicht gesehen. Vor dem Rennen hatten wir keine Batterie im zweiten Auto und dachten noch, dass wir gar nicht zum Rennen antreten können. Dieses Podium gehört einzig und allein meinen Jungs.”

Robin Frijns (Andretti, 3.): “Ich habe keine Ahnung, wie ich die letzten Runden überlebt habe. Mit meiner gebrochenen Aufhängung habe ich mich wie ein Rallye-Fahrer gefühlt. Duval vor mir hatte ebenfalls ein Problem am Auto, und ich habe ihn in Kurve 9 überholt. Leider war ich zu schnell, hatte eine Menge Untersteuern und sah, wie die Mauer immer näher kam. Ich dachte schon, dass mein Rennen vorüber sei. Ich machte weiter und wusste erst wo ich stand, nachdem mir mein Team gesagt hatte, dass ich auf dem dritten Platz ins Ziel gekommen sei.”

Stephane Sarrazin (Venturi, 4.): “Am Start musste ich alle Systeme neustarten, weil ich plötzlich keine Leistung mehr hatte. Erst mein Ingenieur schaffte es mit seinem Computer, das Auto zum Rollen zu bringen. Wir müssen dafür sorgen, dass alle Autos gleichermaßen zuverlässig sind. Im Rennen überholte ich dann jede Menge Fahrzeuge und profitierte von den Ausfällen: Dass ich nach meinem Start noch auf Platz vier über die Linie kam, grenzt an ein Wunder.”

Nelson Piquet jr. (NextEV, 8.): “Mit all unseren Problemen sind die Punkte ein recht gutes Zeichen, glaube ich. Ich muss mich beim Team für mein Verhalten der letzten Wochen entschuldigen, aber es ist nicht einfach, vom Fahrer-Titel in meine momentane Lage zu kommen. Besonders die Strategie half mir heute in die Punkte. Vielleicht könnten diese Spezial-Strategien der Schlüssel für gute Punkte in dieser Saison sein.”

Nicolas Prost (e.dams, 10.): “In beiden Autos hatte ich Probleme mit meiner Batterie. Ich weiß, dass ich alte Batterien im Fahrzeug hatte, aber das Team muss uns nun einiges erklären. Sebastien hatte das gleiche Problem. Ich verstehe nicht, wie wir trotz gedrosselter Leistung noch überhitzen konnten. Zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Problem mit der Zuverlässigkeit zu haben, ist ärgerlich. Besonders weil wir heute auf Kurs zu einem Doppelsieg waren.”

Jerome d’Ambrosio (Dragon, 14.): “Wir konnten dank großartigem Energie-Management unseren ersten Stint um zwei Runden verlängern und dann im zweiten Auto viele Plätze gut machen. Doch meinen Vorteil konnte ich wegen der hohen Temperaturen leider nie komplett ausspielen, sondern musste eher mein Auto kühlen. Leider brach meine Aufhängung vier Kurven vor Rennende, und ich rollte geradewegs in die Mauer. Aber das ist eben Racing.”

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