Formel E

Diriyya-Promotor Boutagy im Formel-E-Interview: "Man wird einen sehr großen Unterschied sehen"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Bereits seit dem Jahr 2018 gehört der Diriyya E-Prix fest zum Rennkalender der Formel E. Auch wenn es in der Vergangenheit Gerüchte über eine Verlegung des Rennens in eine andere Stadt in Saudi-Arabien gab, startet die Elektroserie auch in der kommenden Woche wieder in Diriyya. e-Formel.de hatte vor dem Saisonauftakt die Möglichkeit, mit Carlo Boutagy, CEO des Diriyya-E-Prix-Promoters CBX, zu sprechen.

Saudi-Arabien hat einst einen 10-Jahres-Vertrag mit der Formel E abgeschlossen. Bis einschließlich Saison 14 (2028/29) wird die Meisterschaft also auf der Arabischen Halbinsel fahren - zunächst weiterhin in Diriyya. Die historische Altstadt vor den Toren Riads befindet sich derzeit in einem großen Umbau. Erste Veränderungen wird man schon in diesem Jahr jedoch sehen können.

Herr Boutagy, was können vom Diriyya E-Prix 2023 erwarten?

Die Pläne für 2023 sind, dass wir einen "Double-Header" unter Flutlicht in Diriyya veranstalten. Es wird also wieder ein Nachtrennen, so wie in den vergangenen Jahren. Am Mittwoch gibt es ein Gala-Dinner und dann zwei aufeinanderfolgende Rennen mit dem neuen Gen3-Auto. Dieses Jahr wird es aber nicht das erste, sondern das zweite Rennen der Saison sein.

Das Formel-E-Rennen ist ja nicht das einzige Event, das in Diriyya veranstaltet wird.

Wir gehören in diesem Jahr wieder zur "Diriyah Season", die über mehrere Monate in Diriyya stattfindet. In den vergangenen beiden Jahren musste diese wegen COVID ausfallen. Veranstaltet wird die "Diriyah Season" vom Sportministerium, es geht also um Sportveranstaltungen. Angefangen hat es mit einem Reitturnier im Oktober, dann hatten wir unter anderem ein Tennisturnier im Dezember, an dem die zwölf Topspieler der ATP-Rangliste teilgenommen haben. Nun kommt das Formel-E-Rennen, gefolgt von einem Boxkampf. Wir sind froh, dass wir wieder als Teil dieser Veranstaltungsreihe zurück sind.

Warum hat Diriyya diesmal nicht den Saisonauftakt bekommen?

Wir konnten nicht das erste Rennen sein, weil die Formel E ihre Saison Mitte Januar starten wollte. An diesem Wochenende endete jedoch die Dakar-Rallye. Wir wollten keine zwei Motorsportveranstaltungen in Saudi-Arabien haben, die sich überschneiden. Das hätte gar keinen Sinn ergeben. Der einzige Termin für das Formel-E-Rennen war daher Ende Januar, so wie im letzten Jahr, außer wir wären in den Dezember gegangen. Ich glaube nicht, dass uns das beeinträchtigt. Es war auch nicht die Entscheidung der Formel E, sondern unsere.

Der Bereich rund um die Rennstrecke war im vergangenen Jahr eine Großbaustelle. Ist das immer noch der Fall?

Ja, da ist immer noch eine große Baustelle. Es handelt sich ja um eines der Giga-Projekte des Königreichs. Ein erster Abschnitt mit dem Namen "Bujairi" hat bereits geöffnet. Hier gibt es viele hochklassige Restaurants. In diesem Jahr werden wir keine temporären Pop-up-Restaurants mehr haben, sondern feste Standorte. Der bereits eröffnete Teil sieht schon mal gut aus.

Welche optischen Veränderungen können Fans erwarten?

Es wurden seit dem Rennen im Vorjahr mehr als eine Million Bäume gepflanzt. Man wird also bei den Luftbildern einen sehr großen Unterschied sehen, was die Gestaltung der Landschaft angeht. Aber links im Bereich der Kurven 4, 5, 6 und 7 haben wir eine der größten Baugruben der Welt. Hier hat man bereits 60 Meter tief gegraben. Das ist zwar sehr beeindruckend, aber leider immer noch eine Baustelle. Man empfindet es wegen der Landschaftsgestaltung allerdings deutlich weniger als solche.

Das Zuschauerinteresse beim Diriyya E-Prix ließ in den vergangenen Jahren zu wünschen übrig - gerade im Vergleich mit Mexiko, wo beim Saisonstart wieder volles Haus war. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Zum einen haben wir einen Straßenkurs, was in Mexiko nicht der Fall ist. Daher können in Mexiko 40.000 Zuschauer kommen, während wir (im Normalfall ohne Baustelle) nur maximal 15.000 Tribünenplätze haben. In den vergangenen beiden Jahren hatten wir zudem starke Einschränkungen. 2021 hatten wir gar keine Fans vor Ort, abgesehen von Gästen im VIP-Bereich. Im vergangenen Jahr durften wir nur 50 Prozent der Kapazität ausnutzen.

Dieses Jahr wird es also anders aussehen?

In diesem Jahr sind wir zur Normalität zurückgekehrt und bei 100 Prozent Kapazität. Die COVID-Einschränkungen sind komplett aufgehoben. Und wir freuen uns darauf, die Gen3-Autos auf der Strecke zu haben. Daher bin ich mir sicher, dass das Ambiente und die Umgebung viel besser sein werden als in den letzten beiden Jahren.

Gehen Sie denn davon aus, dass der Diriyya E-Prix ausverkauft sein wird?

Wir haben schon viele Tickets verkauft, bevor wir überhaupt angekündigt haben, wer bei den Rahmen-Konzerten auftreten wird. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Wir haben alle Verkaufsrekorde der Vor-COVID-Zeit bereits gebrochen. Daher glaube ich, dass wir Ende Januar ein volles Haus haben werden.

Über wie viele Zuschauer sprechen wir hier?

Unsere Kapazität liegt insgesamt bei mehr als 20.000 Besuchern. Wir müssen wegen der Baustelle einige Tribünen weglassen, daher haben wir (dieses Jahr) 10.000 Tribünenplätze. Hinzu kommen weitere 10.000 Menschen, die zum Veranstaltungsgelände Zutritt haben. Und dann haben wir noch 2.500 Leute im VIP-Bereich. Insgesamt macht das rund 22.500 Zuschauer.

Ein Highlight beim Nachtrennen in Diriyya ist ja die Lichtshow vor dem Rennstart. Haben Sie dieses Jahr wieder eine solche Show geplant?

Wir haben für die Eröffnungszeremonie etwas in petto. Die Show wird definitiv noch besser als im vergangenen Jahr.

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