Formel E

Dragon mit sensationellem Start in 7. Formel-E-Saison: "Alle großen Jungs hinter uns"

Svenja König

Svenja König

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Dragon Penske Autosport kann sich über einen gelungenen Einstand in die siebte Formel-E-Saison freuen. Nach einem gemäßigten Auftakt im Freitagsrennen erreichten in der Qualifikation am Samstag sowohl Sergio Sette Camara als auch Nico Müller die Super-Pole. Sette Camara konnte den zweiten Lauf als Zweiter sogar aus der ersten Startreihe aufnehmen. Nach Strafen gegen Jean-Eric Vergne und Nick Cassidy wurden Sette Camara und Müller auf den Plätzen 4 und 5 gewertet - das beste Teamergebnis seit Langem.

Nachdem Nico Müller im 2. Freien Training noch mit dem Heck an der Mauer angeschlagen war, zeigte er schon im Freitags-Qualifying, dass es an diesem Wochenende möglich war, mit dem Dragon in die Super-Pole zu fahren. Aus Startgruppe 4 heraus fuhr er die fünftschnellste Zeit und wäre somit für den Shoot-out qualifiziert gewesen.

Doch er beendete seine Runde - genauso wie Tom Blomqvist und Nick Cassidy - unter gelber Flagge, ohne dabei vom Strompedal zu gehen. Grund war der Unfall seines Teamkollegen Sette Camara. Folglich wurde seine Zeit gestrichen. "Das war ein absoluter Witz", sagte Müller kurz darauf im TV. Auf Twitter ergänzt der Schweizer: "Meine Runde wurde wegen einer gelben Flagge gestrichen. Das ergibt für mich keinen Sinn, wenn man nur eine Runde hat. Entweder gibt es da die rote Flagge oder man lässt weiterfahren, wenn es nicht so gefährlich ist."

Seine Pechsträhne sollte sogar noch weitergehen: Nachdem sein Auto im "Dummy-Grid" stehen blieb und nicht er nicht mit allen anderen Piloten in die finale Startaufstellung fahren konnte, musste Müller aus der Boxengasse starten. Im Rennen ging es für die beiden Dragon-Fahrer kaum nach vorn. Sette Camara bekam früh eine Durchfahrtsstrafe für zu niedrige Temperaturen an seiner Batteriekühlung. Er beendete das Rennen als 20. Müller wurde gar nur 23.

Nach Strafe gegen Vergne & Cassidy: Sette Camara & Müller rücken in Top 5 vor

Der zweite Tag des "Double-Headers" in Diriyya zeigte, dass Müllers starke Rundenzeit am Freitag keine "Eintagsfliege" war: Beide Dragon-Piloten konnten sich aus der letzten Startgruppe im Qualifying heraus für die Super-Pole qualifizieren. Müller fuhr auf seiner Super-Pole-Runde in den beiden ersten Sektoren absolute Bestzeiten. Doch ein Fahrfehler im dritten Sektor verhinderte einen Start aus der ersten Reihe. Diesen konnte sich stattdessen sein Teamkollege Sette Camara sichern, der in 1:08.178 Minuten die zweitschnellste Zeit setzte. Er war circa drei Zehntelsekunden langsamer als Pole-Sitter Robin Frijns.

Sette Camara verlor im Samstagsrennen gleich in der ersten Kurve seinen zweiten Platz an Sam Bird im Jaguar. Müller kämpfte in der ersten Runde mit Jean-Eric Vergne und konnte seinen Platz vorerst halten. Im Rennen hielten sich die Dragon-Piloten erstaunlich gut in der Spitzengruppe. Sie mussten bis Rennende nur die DS-Techeetah-Piloten Vergne und Antonio Felix da Costa sowie Nick Cassidy im Virgin passieren lassen. Vergne und Cassidy wurden nach dem Rennen mit Strafen belegt, sodass Sette Camara auf Position 4 und Nico Müller auf 5 vorrückte.

Sette Camara: "Sind auf dem richtigen Weg"

"Es war ein toller Abend für uns bei Dragon Penske Autosport", schreibt Müller auf Twitter. "Endlich einige gute Punkte. Ich bin von P6 ins Rennen gegangen und wusste, dass es ein harter Kampf werden wird, da alle 'großen Jungs' der Formel E hinter uns waren. Aber das hat gut geklappt, und ich bin als Siebter ins Ziel gekommen. Zwei Autos vor mir wurden wohl noch bestraft."

"P4 und unsere ersten Punkte!", schreibt Sette Camara ebenfalls bei Twitter. "Das Ergebnis zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und aus der ersten Startreihe eines solch starken Grids zu starten, war sehr besonders."

 

Um mit den Schnellsten im Feld mithalten zu können, mussten beide Dragon-Piloten allerdings mehr Energie verbrauchen als die Konkurrenz. In Prozenten lagen sie meist ein bis zwei Punkte hinter den Führenden. Durch mehrere Safety-Car-Phasen und schlussendlich den Rennabbruch hatte das in Diriyya allerdings keine Auswirkungen, und Dragon startete überraschend mit zwei Top-5-Plätzen in die erste Weltmeisterschaftssaison der Formel E. Müller und Sette Camara fuhren beide ihr bestes Ergebnis in der Formel E ein.

Beim nächsten Rennen in Rom ist davon auszugehen, dass Dragon mit einem neuen Antriebsstrang starten wird. Es bleibt dennoch abzuwarten, ob sie das starke Ergebnis aus Diriyya bestätigen können. Erst vor wenigen Tagen gab Dragon allerdings eine langfristige Technologie-Partnerschaft mit Bosch bekannt. Es ist also davon auszugehen, dass Dragon besser denn je aufgestellt ist und sich in Kürze für die Gen3-Ära der Formel E einschreiben wird. Bisher sind als Hersteller Mahindra, DS und Andretti (mit BMW-Motor) bestätigt.

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