Formel E

DS-Techeetah-Teamchef Chevaucher lädt Sebastian Vettel zum Formel-E-Test ein

Timo Pape

Timo Pape

Sebastian-Vettel-Aston-Martin-F1

Testet Sebastian Vettel erstmals ein Formel-E-Auto? DS-Motorsportchef Thomas Chevaucher hat den viermaligen Formel-1-Weltmeister jedenfalls genau dazu eingeladen. Ob der Heppenheimer das Angebot in Erwägung zieht, bleibt abzuwarten. Ein Vettel-Wechsel in die Formel E wäre objektiv betrachtet gar nicht mehr so abwegig.

Vettels Formel-1-Vertrag bei Aston Martin läuft zum Ende dieses Jahres aus. Noch ist völlig offen, ob der 34-Jährige bei den Briten verlängert oder die "Königklasse" womöglich sogar verlässt. "Ich habe noch keine Entscheidung getroffen. Es hängt davon, wie das Jahr läuft", erklärt Vettel gegenüber 'AFP' und stellt klar: "Außerhalb der Top 10 ins Ziel zu kommen, ist nicht das, wofür ich hier bin. Ich möchte gewinnen."

Diese Perspektive kann Aston Martin ihm aktuell nicht bieten. Bisher kämpfen Vettel und sein Teamkollege Lance Stroll in dieser Saison vor allem darum, überhaupt in die Top 10 zu kommen. An Podiumsplatzierungen oder gar Siege ist derzeit kaum zu denken. So könnte es sein, dass sich Vettel für 2023 auch außerhalb der Formel 1 umsieht.

Sicher scheint, dass Vettel weiter Rennen fahren will: "Es ist das, was ich liebe", erklärt er. In einer Verbrenner- bzw. Hybridserie wie der Formel 1 plagen ihn aber offenbar immer mehr Gewissensbisse. In der britischen 'BBC' sagte er kürzlich: "Wenn ich aus dem Auto aussteige, denke ich natürlich auch: Ist das etwas, was wir machen sollten - um die Welt reisen und Ressourcen verschwenden?"

Chevaucher: "Sebastian hat den Klimawandel genau wie wir in der Formel E im Blick"

Ganz nüchtern betrachtet wäre für Vettel demnach die Formel E die einzige attraktive Alternative im Formelsport. Er hätte die Möglichkeit, vollelektrisch auf hohem Niveau gegen andere Topfahrer anzutreten und wäre zudem nicht durch sein Auto limitiert, um die vorderen Plätze zu kämpfen.

Einst vertrat Vettel allerdings die Meinung, dass die Formel E "Käse" und "nicht die Zukunft" sei. Ob sich seine Meinung diesbezüglich geändert hat, ist nicht bekannt. Wohl aber, dass sich der zweifache Familienvater inzwischen sehr viel mehr um Nachhaltigkeit schert. Vor diesem Hintergrund käme für ihn eigentlich nur die Formel E infrage, will er (außerhalb der F1) weiter Rennen fahren.

Diese Chance hat auch DS erkannt. So spricht Teamchef Thomas Chevaucher bei 'Auto Bild' eine Einladung zur Probefahrt an Vettel aus: "Sebastian interessiert sich ja sehr für Umweltschutz und hat den Klimawandel genau wie wir in der Formel E im Blick", erklärt der Franzose. "Inwiefern er Interesse an einer Fortsetzung seiner Karriere in der Formel E hat, wissen wir nicht. Das soll hier auch nicht das Thema sein. Aber wir würden ihm gerne mal die Gelegenheit geben, einen CO2-neutralen Rennwagen auszuprobieren."

DS Deutschland legte am Mittwochnachmittag nach und twitterte: "Von der Formel 1 zur Formel E? Warum nicht! Wir freuen uns sehr, wenn Sebastian Vettel die Einladung zum Test annehmen möchte! Umweltschutz steht beim F1-Fahrer schließlich im Fokus, genau wie bei der CO2-neutralen Formel E!"

Es bleibt abzuwarten, ob und wie Vettel auf die Offerte reagiert. Klar ist jedoch: Die Formel E würde - gerade in Deutschland - sehr von einem Elektro-Einstieg Vettels profitieren.

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