Formel E

DS-Technik-Leiter Thomas Chevaucher: "Gehen oft ein höheres Risiko als die Konkurrenz"

Timo Pape

Timo Pape

DS Techeetah startet in wenigen Wochen als Titelverteidiger in die neue Formel-E-Saison 2021. Im August hatte sich das französisch-chinesische Team in Berlin zum zweiten Mal in Folge den Herstellertitel geholt, den Fahrertitel sogar schon zum dritten Mal nacheinander. Thomas Chevaucher, Technischer Leiter von DS Performance, erklärt die Schlüssel zum Erfolg und glaubt, dass die neue Saison so umkämpft sein wird wie nie zuvor.

"Unser Ziel ist die Titelverteidigung, aber wir wissen, dass der Wettbewerb sehr hart sein wird", gibt der Franzose die klare Stoßrichtung für sein Team vor. "Viele der namhaften Konkurrenten, die vor einem Jahr eingestiegen sind (Mercedes und Porsche), haben ihre erste Saison zum Lernen genutzt und werden nun sicher wesentlich stärker auftreten."

Neben dem vermeintlich immer noch stärksten Auto im Feld setzt DS der Konkurrenz auch zwei der erfahrensten und schnellsten Fahrer entgegen: Erneut werden für die Equipe Antonio Felix da Costa und Jean-Eric Vergne antreten, die es zusammen bereits auf drei von insgesamt sechs Titeln in der Formel E bringen und erneut zu den Favoriten zählen.

Chevaucher: "Haben in Berlin gelernt, Dinge anders zu machen"

Nichtsdestotrotz glaubt Chevaucher, dass auch der Zusammenhalt ein großer Teil des Erfolges von DS Techeetah ist. "Wir sind kein Unternehmen, wir sind ein Team", erklärt er. "Teamgeist ist ein Schlüsselparameter unseres Erfolgs. In Berlin haben wir gelernt, Dinge anders zu machen. Wir sind dadurch noch flexibler und effizienter geworden."

Thomas Chevaucher ist Technischer Leiter bei DS Performance

Grundsätzlich differenziere sich DS Techeetah in der Art und Weise, wie entwickelt wird, von einigen seiner Wettbewerber. Statt Kompetenzen auszulagern, entwickelt DS viele Komponenten in Eigenregie, so etwa das elektronisch gesteuerte "Brake-by-wire"-Bremssystem.

"Wir gehen oft ein höheres Risiko ein als die Konkurrenz, indem wir viele Komponenten in-house entwickeln und auf externe Expertise verzichten. Das macht uns allerdings auch flexibler, und wir behalten zu jeder Zeit die volle Kontrolle über alles, was bei uns technologisch passiert", so Chevaucher.

Technischer Fortschritt wird bei Batteriespannung sichtbar

Grundsätzlich ist der Technikchef von DS Performance davon überzeugt, dass von den technischen Weiterentwicklungen in der Formel E die gesamte Marke profitiert. Deutlich werde dies etwa am Beispiel der Batteriespannung. Sie sei ein entscheidender Faktor, um die Leistungsfähigkeit der Akkus in Zukunft weiter zu verbessern, denn bei Größe und Gewicht gebe es schon jetzt nur noch wenig Spielraum. Je höher die Spannung, desto weiter komme das Auto mit der vorhandenen Energie.

Der Batterie im Serienmodell reichen aktuell meist noch 400 Volt, im Formel-E-Rennwagen ist die Spannung bereits mehr als doppelt so hoch. "Zu Beginn der Rennserie hatte noch niemand geglaubt, dass wir auch nur Batterien mit 700 Volt herstellen könnten, heute sind es bereits 900 Volt", erklärt Chevaucher. "Es ist wie bei einem Verbrennungsmotor: Früher verbrauchte ein bestimmter Motor beispielsweise sechs Liter Benzin auf 100 Kilometer im Durchschnitt, heute verbraucht dieser Motor nur noch drei Liter - technologischer Fortschritt!"

Laut Chevaucher holen die Serienfahrzeuge im Vergleich zu den Rennwagen immer weiter auf: "Künftig wird die Spannung auch in den Serienmodellen von DS steigen. Der Elektroantrieb wird immer besser und effizienter, davon werden auch alle zukünftigen Modelle von DS Automobiles profitieren. In der Formel E können wir zeigen, was alles ohne Emissionen möglich ist. Die Formel E ist damit der ideale Markenbotschafter für die Elektromobilität."

Foto: DS Kommunikation

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