"Du geile Sau!" Nico Müller feiert 1. Formel-E-Sieg beim Berlin E-Prix, Pascal Wehrlein im Pech
Tobias Wirtz
In seinem 69. Rennen hat Nico Müller endlich den ersten Formel-E-Sieg feiern können. Der Schweizer gewann das Porsche-Heimrennen nach einer taktischen Meisterleistung mit fast fünf Sekunden Vorsprung. Teamkollege Pascal Wehrlein hingegen blieb nach einem Reifenschaden ohne Punkte, außerdem verlor der Champion von Saison 10 die Führung in der Fahrerwertung.
Nachdem sich beide Porsche-Fahrer zunächst im vorderen Feld bewegten, ließen sie sich nach einigen Runden ins Mittelfeld zurückfallen, um Energie zu sparen. Zunächst sah die Taktik vielversprechend aus, da beide Fahrer einen deutlichen Energievorteil gegenüber den Fahrern an der Spitze aufbauten. Dann verlor Wehrlein jedoch plötzlich deutlich an Boden und ging zum Pit-Boost an die Box. Nach dem Aufladen wechselte das Team den rechten Vorderreifen, da der Deutsche diesen bei einem Kontakt kurz zuvor beschädigt hatte.
Müller hingegen wartete mit seinem Pit-Boost-Stop länger, sodass er nach dem Boxenstopp auf dem vierten Platz lag. Er aktivierte vor seinen drei Kontahenden den Attack-Mode und ging ohne Probleme vorbei. In der Folge nutzte er seinen Energievorteil und setzte sich deutlich ab, sodass er am Ende einen unangefochtenen Sieg einfuhr. "Du geile Sau", feierte er nach der Zieldurchfahrt seinen ersten Formel-E-Sieg mit seinem Team.
Müller: "Besser geht es kaum"
"Es ist ein unglaublicher Tag", war Müller nach dem Rennen überglücklich. "Ich bin unglaublich dankbar für diese Chance, dass Porsche mir dieses Vertrauen schenkt. Es ist eine Ehre, mit diesem Auto vor heimischem Publikum zu fahren und genau hier
in Berlin beim 75. Jubiläum von Porsche Motorsport dann meinen ersten Sieg zu holen – besser geht es kaum."
"Es ist allgemein bekannt, dass man, wenn man diese Farben trägt und für Porsche im Werksteam fährt, nur ein einziges Ziel hat: Wir wollen bis zum Finale in London um diese drei Meisterschaften kämpfen, und eine davon ist die Fahrer-Meisterschaft."
Wehrlein: "Wir haben gezeigt, dass die Pace da ist"
"Es war ein ganz kleiner Kontakt mit Dennis", beschreibt Wehrlein im Gespräch mit e-Formel.de. "Das Ventil an der Felge ist dadurch gebrochen. Ich habe dann innerhalb von zwei Kurven die ganze Luft aus dem Reifen verloren. Leider war der Kontakt in der vorletzten Kurve und den Luftverlust habe ich erst auf der Stadt-Ziel-Geraden bemerkt. Somit musste ich eine ganze Runde mit dem kaputten Reifen fahren und bin bis ans Ende des Feldes zurückgefallen."
"Beim Pit-Boost darfst du nicht während des Aufladens den Reifen wechseln, sondern erst danach", fährt er fort. "Damit war das Rennen für uns gelaufen. Nico und ich waren auf der gleichen Strategie, bis darauf, dass mein Rennen relativ früh zu Ende war. Ich glaube aber, wir haben gezeigt, dass die Pace da ist. Mit ein bisschen mehr Rennglück sollte morgen ein guter Tag werden."
Dennis sieht die Situation als unglücklich an. "Wir hatten einen leichten Kontakt bei der Ausfahrt aus Kurve 9", so der Brite auf Nachfrage von e-Formel.de. "Ich fuhr außen neben ihm und bin an die Mauer gekommen. Es kam zum Kontakt, und dabei bekam er einen Reifenschaden."
Bereits morgen hat Porsche erneut die Chance, um einen weiteren Sieg zu kämpfen. Dann findet der zweite Lauf des "Double-Headers" in Berlin an. Rennstart ist um 16:05 Uhr (MESZ).
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