Formel E

e-Formel.de Season Awards 2022: Stoffel Vandoorne & Mitch Evans räumen ab

Timo Pape

Timo Pape

Stoffel-Vandoorne-Konfetti-Seoul

Die Auswertung der e-Formel.de Season Awards 2022 ist da! Wie zu erwarten war, hat Formel-E-Meister Stoffel Vandoorne in diesem Jahr die meisten Gold-Medaillen abgesahnt: Der Mercedes-Pilot entschied drei der insgesamt zwölf Kategorien für sich und holte dazu zweimal Silber. Erstmalig basierte die Auswertung der Saison zu einem großen Teil auf Fakten und Statistiken, die wir über den Saisonverlauf gesammelt haben. Darüber hinaus gab es aber auch in diesem Jahr ein öffentliches Voting, an dem zahlreiche Formel-E-Fans teilnahmen, sowie eine Experten-Jury.

Fünf "subjektive" Fragen umspannte die öffentliche Umfrage im Jahr 2022. Diese fünf Fragen beantwortete zudem ein Panel aus unabhängigen Medienvertreter:innen. Neben der e-Formel.de Redaktion nahmen Sam Smith (The Race), Robert Seiwert (Motorsport-Magazin) und Andrea Kaiser (ProSieben) an unserem Voting teil. Die Meinung der Öffentlichkeit wurde dabei wie jedes Jahr deutlich schwerer gewichtet als die Einzelmeinungen der Jury. Darüber hinaus gab es sieben "objektive" Kategorien. Hier kamen die Ergebnisse auf Basis von Fakten bzw. Bewertungen über den Saisonverlauf hinweg zustande. Wir werden je Kategorie einzeln darauf eingehen.

Driver of the Year | Fahrer des Jahres: Stoffel Vandoorne

Der wohl wichtigste Award fußt in diesem Jahr auf den Bewertungen, die wir im Rahmen unserer Fahrer-Ratings zu jedem Rennwochenende vergeben haben. Dabei unterstützten uns jedes Mal auch externe Medienkolleg:innen. Die beste Durchschnittsnote im Jahr 2022 erhielt Champion Stoffel Vandoorne: 8,08. Der Belgier setzte sich damit klar gegen seine WM-Rivalen Edo Mortara (7,53) und Mitch Evans (7,32) durch. Ein verdienter Formel-E-Meister!


Team of the Year | Team des Jahres: Mercedes-EQ

Das Volk hat entschieden, was auch die WM-Tabellen nach dem Saisonfinale in Seoul anzeigten: Mercedes-EQ war in der Saison 2021/22 das Maß der Dinge. Wer in der Formel E zweimal in Folge alle vier Weltmeistertitel gewinnt, muss unter dem Strich sehr viele richtig gemacht haben, wie Panel-Mitglied Seiwert erklärt. Allerdings stimmten auch zahlreiche Fans und mehrere Jury-Mitglieder für ROKiT Venturi Racing - die Monegassen dürfen sich in diesem Jahr über Silber freuen. Platz 3 ging mit einigem Abstand an Jaguar TCS Racing.


Racer of the Year | Racer des Jahres: Stoffel Vandoorne

Eine neue Kategorie bei den e-Formel.de Season Awards: Wer war der beste Fahrer im Rennen? Auch diese Frage können wir klar mit Stoffel Vandoorne beantworten. Der Mercedes-Fahrer erzielte in den insgesamt 16 Saisonläufen eine Durchschnittsposition von 4,1. Hinter ihm landeten in dieser Wertung Vizemeister Mitch Evans (7,2) und etwas überraschend Jake Dennis (7,3).


Qualifier of the Year | Quali-König des Jahres: Antonio Felix da Costa

Was Vandoorne im Rennen war, war Antonio Felix da Costa im Qualifying. Der DS-Techeetah-Pilot erzielte im Durchschnitt aller Qualifyings von Saison 8 eine Position von 6,5 - besser war niemand sonst. Platz 2 geht in dieser Kategorie an Vandoorne, der sich im Schnitt auf Position 7,0 qualifizierte. Dritter wurde Jean-Eric Vergne (7,3), ebenfalls im DS-Techeetah.


Mr. Consistency | Mr. Konstanz: Stoffel Vandoorne

Seinen dritten und letzten Gold-Award des Jahres holte sich Stoffel Vandoorne dank seiner Konstanz. Wir haben hier zugrunde gelegt, wie oft ein Fahrer in der vergangenen Saison die Top 10 erreichte und somit auch Punkte mitnahm. Vandoorne liegt in dieser Wertung mit beeindruckenden 15 Top-10-Ergebnissen in 16 Rennen deutlich an der Spitze - Formel-E-Rekord übrigens! Mitch Evans und Jean-Eric Vergne folgen mit jeweils zwölf Top-10-Ergebnissen auf den weiteren Medaillen-Rängen. Bei Gleichstand haben wir - wie im realen WM-Klassement - die Anzahl der Siege als Entscheidungskriterium angewandt.


Rookie of the Year | Rookie des Jahres: Oliver Askew

Zugegeben: Den ganz großen Überflieger-Rookie - wie etwa Jake Dennis im Vorjahr - hat die Formel-E-Saison 2022 nicht hervorgebracht. Am besten stellte sich jedoch Oliver Askew an. Der Andretti-Pilot steigerte sich zum Saisonende hin und konnte in den letzten vier Rennen noch zweimal zweistellig punkten. Unter dem Strich reichten ihm 24 Zähler zu WM-Rang 16 - Rookie-Bestwert in diesem Jahr. Dan Ticktum holte mit einem Punkt und WM-Rang 21 Silber, Antonio Giovinazzi nach einer enttäuschenden Saison (23.) Bronze. Der vierte Neueinsteiger des Jahres, Sacha Fenestraz, landete nach seinem einen Gastauftritt ohne Vorbereitung in Seoul auf Gesamtrang 24.


Leader of the Year | Anführer des Jahres: Edoardo Mortara

Die zweite neue Kategorie der diesjährigen Awards kürt denjenigen Piloten, der in der vergangenen Saison die meisten Führungsrunden zurückgelegt hat. Den Titel "Leader of the Year" sicherte sich mit großem Abstand Edo Mortara. Der Venturi-Pilot, der am Ende Gesamtdritter wurde, führte das Feld über insgesamt 139 Runden an. Die zweitmeisten Führungsrunden brachte Mercedes-Fahrer Nyck de Vries zustande (80). Dritter wurde in dieser Wertung Mitch Evans mit 73 Umläufen.


Standout Performance of the Year | Beste Fahrleistung in einem Rennen: Mitch Evans

Die beste Fahrleistung in einem Rennen zeigte nach unserem Voting Mitch Evans beim Rom E-Prix. Im Sonntagslauf des italienischen "Double-Headers" kämpfte er sich trotz aller Widrigkeiten bis an die Spitze vor und brachte auch seinen zweiten E-Prix-Sieg am Rom-Wochenende souverän ins Ziel. Platz 2 geht an Stoffel Vandoorne mit seinem Auftritt am Berlin-Sonntag. Der spätere Meister kämpfte sich nach frühem Rückschlag bis aufs Podium vor und bewies, dass er auch an "schlechteren" Wochenenden große Punkte holen konnte. Bronze gebührt Sam Bird, der im zweiten London-Lauf nach frühem Unfall mit gebrochener Hand (!) noch in die Punkte fuhr.


Recovery Drive of the Year | Aufholjagd des Jahres: Oliver Turvey

Die beeindruckendste Aufholjagd der Saison lieferte Oliver Turvey am Rom-Sonntag ab. Der Nio-Pilot machte im Rennen ganze 15 Positionen gut und bescherte seinem Team damit das beste Saisonergebnis - das Nio letztlich vor Dragon brachte. 14 Plätze rückte Sebastien Buemi beim Monaco E-Prix vor - Silber für den Schweizer im Nissan. Rang 3 in dieser Wertung ging an Lucas di Grassi, der sich am Samstag des London E-Prix um 13 Positionen verbessern konnte.


Overtake of the Year | Überholmanöver des Jahres: Mitch Evans

Für das Überholmanöver des Jahres sorgte im Samstagslauf beim Seoul E-Prix Mitch Evans. Der Neuseeländer fasste sich auf nasser Straße ein Herz und setzte sich kurz nach dem Start neben Lucas di Grassi. Ohne Vorkenntnisse zum Gripniveau bremste er sich auf der Innenbahn am Brasilianer vorbei und übernahm die Führung, die er bis zum Ziel nicht mehr hergeben sollte. Die Überholmanöver für Silber und Bronze ereigneten sich im selben Rennen an fast identischer Stelle: Robin Frijns kassierte beim Monaco E-Prix Lucas di Grassi in der Bergauf-Passage Richtung Casino. Gleiches gelang Oliver Rowland gegen Antonio Felix da Costa. Beide Angriffe wurden allerdings kaum von den Streckenkameras aufgezeichnet und diskutiert.


Livery of the Year | Auto-Lackierung des Jahres: Envision Racing

Das schönste Auto hatte laut Voting das britisch-chinesische Envision-Team. Die giftgrüne Folierung mit blauen Akzenten kam fast überall gut an. Platz 2 erreichte ROKiT Venturi Racing mit seinem tiefschwarzen "Batmobil". Mit einigem Abstand folgte auf dem Bronze-Rang der I-Type 5 von Jaguar TCS Racing.


Race of the Year | Rennen des Jahres: Mexico City E-Prix

Zum Rennen des Jahres wählten Fans und Jury den Mexico City E-Prix 2022. Die große Geschichte des Wochenendes war sicherlich der dominante Doppelsieg der Porsche-Piloten Pascal Wehrlein und Andre Lotterer. Wehrlein hatte das Rennen kurz vor Schluss um eine zusätzliche Runde verlängert und damit zahlreiche Konkurrenten in den Abgrund gestoßen. Doch auch abgesehen von der kuriosen Schlussphase bot der E-Prix viele packende Zweikämpfe und dramatische Wendungen. Mal ganz abgesehen vom picke-packe-vollen Baseballstadion mit tausenden frenetischen Fans! Silber erhielt der Jakarta E-Prix dank seiner spannenden Schlussphase, Bronze ging an den Sonntagslauf in Rom.

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