Formel E

Mortara lobt Ausgeglichenheit in der Formel E: "Früher gab es vorn nur Renault e.dams, Audi & DS Techeetah"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Beim Rom E-Prix wird am 9. und 10. April mit Antonio Giovinazzi zum ersten Mal seit Luca Filippi im Jahr 2018 wieder ein Fahrer mit italienischer Lizenz an den Start gehen. Der einzige Italiener im Starterfeld ist er aber nicht: Venturi-Pilot Edoardo Mortara besitzt neben der Schweizer auch die italienische Staatsbürgerschaft und fiebert seinem "Semi-Heimspiel" bereits entgegen.

Der Sohn eines Italieners und einer Französin war bei allen vier bisherigen Rennen in der italienischen Hauptstadt am Start. Mit dem vierten Platz verpasste er dabei im Vorjahr das Siegerpodest nur um rund 2,7 Sekunden. In diesem Jahr will es der aktuell Gesamtführende der Formel-E-WM 2022 besser machen.

"Der Rom E-Prix ist immer etwas ganz Besonderes, weil es für mich eine Art Heimrennen ist", sagt Mortara bei 'Il Messaggero'. "Der Kurs gefällt mir sehr gut: Es gibt langsame Kurven, schnelle Kurven, es gibt die Schikane, es gibt Sprünge. Ich freue mich sehr darauf, dort endlich wieder vor Publikum zu fahren."

Der Kurs im Stadtteil EUR - die Abkürzung für Esposizione Universale di Roma - verlange den Teilnehmern vieles ab, erklärt Mortara weiter. "Es ist eine ziemlich komplette Strecke, die Fahrern und Ingenieuren das Leben schwer macht. Es ist nicht einfach, hier die richtige Abstimmung für das Auto zu finden."

"Einige Autos und Teams haben sich stark verbessert"

Mit 50 Rennstarts in der Elektroformel gehört der 35-Jährige inzwischen zu den erfahreneren Piloten im Starterfeld. Mit Nyck de Vries und Jake Dennis schlossen neben Mortara jedoch auch zwei junge Fahrer die abgelaufene Saison unter den ersten Drei ab. Ob damit ein Generationswechsel in der Rennserie anbricht?

"Noch nie hatten so viele Fahrer ein Auto zur Verfügung, mit dem sie gute Ergebnisse erzielen konnten, wie in den letzten zwei Jahren", beschreibt er und schiebt die Entwicklung eher auf die größere Chancengleichheit in der Rennserie. "Einige Autos und Teams haben sich stark verbessert. Früher gab es vorn nur Renault e.dams, Audi und DS Techeetah."

"Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass mit der Gen2-Einführung die DS Techeetah geradezu geflogen sind, und Jean-Eric Vergne zwei Titel in Folge gewann. Auf jeden Fall eine großartige Leistung, Kompliment an ihn. Aber ich denke, die Hälfte der Fahrer hätte mit demselben Auto ziemlich gut abgeschnitten", spielt er darauf an, dass auch sein Venturi-Team zu dieser Zeit mit unterlegenem Material fuhr.

Venturi-Zukunft ungewiss: "Kenne die Pläne des Teams nicht"

Das änderte sich jedoch spätestens mit der vergangenen Saison: Die von Venturi eingesetzten Mercedes-Antriebe erwiesen sich als äußerst konkurrenzfähig. Jeder der vier Piloten mit Mercedes-Motor im Starterfeld konnte 2021 mindestens ein Rennen gewinnen. So auch Mortara, der in Puebla seinen zweiten Formel-E-Sieg feierte.

Für die kommende Saison, die erste der Gen3-Ära, muss sich das monegassische Team jedoch nach einer Alternative umsehen: Mercedes steigt mit dem Ende der aktuellen Saison aus. "Ich bin zwar Venturi-Pilot, aber ich kenne die Pläne des Teams für die nächsten Jahre nicht", gibt sich Mortara ahnungslos. "Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wird Venturi zu einem Konstrukteur, oder wir vertrauen auf einen Hersteller. Wir werden sehen, wie die Wahl ausfallen wird, und - wenn überhaupt - welcher Hersteller gewählt wird."

Mortara freut sich jedoch auf die Gen3-Ära, die Berichten zufolge bereits Ende dieses Jahres beginnen könnte. "Die Autos werden leichter, stärker und wettbewerbsfähiger. Wir werden auch an den Vorderrädern Energierückgewinnung haben, sodass sie besser bremsen. Auf den Geraden werden wir höhere Geschwindigkeiten erreichen. All diese Dinge mögen wir Fahrer. Aber im Moment denke ich eher daran, in der letzten Gen2-Saison gut abzuschneiden."

Mortara reist im April unter anderem dank seinem Sieg beim zweiten WM-Lauf in Diriyya als Gesamtführender in die "ewige Stadt". Nach drei Saisonrennen liegt auch das Venturi-Team auf dem ersten Platz in der Gesamtwertung.

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