Formel E

"Ein sehr, sehr hartes Rennen" - Lucas di Grassi verteidigt sich mit viel Geschick aufs Formel-E-Podium

Timo Pape

Timo Pape

Lucas-di-Grassi-Mahindra-Mexico-2023-Pole-Position

Lucas di Grassi und der Mexico City E-Prix - das passt schon seit vielen Jahren zusammen. Nach großartigen Leistungen mit ABT/Audi erwischte der Routinier auch in diesem Jahr einen guten Tag im Autodromo Hermanos Rodriguez. In seinem ersten Rennen für Mahindra Racing verteidigte er mit viel Können und Erfahrung den dritten Platz bis zur Zieldurchfahrt und zeigte sich anschließend entsprechend zufrieden.

Der Rennsamstag hatte schon gut angefangen für Lucas di Grassi. Im Qualifying kämpfte er sich bis ins Finale vor und behielt auch dort - bedingt durch einen Fehler von Jake Dennis - die Oberhand. Überrascht feierte er die vierte Pole-Position seiner Formel-E-Karriere.

Auch im Rennen lief zunächst alles nach Plan: Di Grassi gewann den Start und führte den E-Prix elf Runden lang an. Dann leistete er sich einen kleinen Fehler in Kurve 1. Dennis nutzte die Chance und ging am Brasilianer vorbei. Mit dem Tempo des Andretti konnte der M9Electro nicht mithalten. Während sich Dennis an der Spitze absetzte, hielt di Grassi die Gruppe hinter sich klar ersichtlich auf.

Der Meister der dritten Formel-E-Saison hatte in der Frühphase des Rennens viel Energie verbraucht und zollte nun den Tribut dafür. In Runde 29 griff ihn Pascal Wehrlein in der Schikane an und ging vorbei. Di Grassi musste sich jetzt vollends auf sein Energiemanagement konzentrieren. Denn er hatte zu diesem Zeitpunkt ein enormes Defizit von rund drei Prozent auf den Führenden Dennis, was in etwa der Energiemenge für eine Runde entspricht.

Di Grassi: "Dieses Podium ist wie ein Sieg für uns"

In den folgenden Runden machte sich der 38-Jährige breit und demonstrierte wie aus dem Lehrbuch, wie man verteidigen und gleichzeitig Energie sparen kann. Formel-E-Debütant Jake Hughes im McLaren biss sich hinter ihm die Zähne aus. Durch geschicktes Rekuperieren machte di Grassi sein Energiedefizit bis in die letzten Runden fast vollständig wett und brachte somit tatsächlich noch den dritten Platz ins Ziel.

"Es war ein sehr, sehr hartes Rennen", sagte di Grassi kurz nach dem Rennen. "Mein Energiestand war ziemlich niedrig, aber ich habe versucht, mich so gut wie möglich zu verteidigen. Am Ende ist dieses Podium wie ein Sieg für uns. Ich bin superglücklich."

Gegen Dennis und Wehrlein habe er keine Chance gehabt: "Wir wussten, dass die Porsche in diesem Rennen extrem schnell sein würden. Man erinnere sich nur an letztes Jahr, als sie auf und davon waren und einen Doppelsieg feierten. Es war unmöglich, Jake und Pascal hinter mir zu halten."

Dennoch blickt di Grassi optimistisch auf den anstehenden "Double-Header" in Saudi-Arabien am 27. und 28. Januar: "Wir haben nur drei, vier Tage (in Valencia) mit diesem Auto bestritten. Da steckt noch so viel mehr Potenzial drin!"

Seinen neuen Arbeitgeber Mahindra dürfte di Grassi mit seinem ersten guten Auftritt bereits überzeugt haben. Vor allem im Vergleich mit seinem Teamkollegen: Oliver Rowland schaffte es gerade einmal auf Platz 13. Nico Müller im Kunden-Mahindra von ABT wurde 14., Robin Frijns fiel nach seinem folgenschweren Unfall aus. Altmeister di Grassi kann es noch.

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