Formel E

"Anweisung nicht befolgt" - Vergne & Felix da Costa uneinig über Formel-E-Stallorder in Berlin

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Vergne-Felix-da-Costa-Berlin-Formula-E

Mal wieder sorgt eine Stallorder für dicke Luft in der Formel E. Antonio Felix da Costa und Jean-Eric Vergne, die den Berlin E-Prix 2021 aus der ersten Startreihe aufgenommen hatten, wechselten noch in der Startphase Rennens die Positionen. Anschließend fielen beide ins Mittelfeld zurück. Nach dem Rennen herrscht Uneinigkeit darüber, wie die Anweisung des Teams befolgt werden sollte.

Nach dem Qualifying hatte sich das DS-Duo über die erste Startreihe gefreut. Jean-Eric Vergne nahm den E-Prix von der Pole-Position auf, Antonio Felix da Costa startete von Rang 2. Nach einer mehr oder weniger unspektakulären Startphase ordnete das Team jedoch überraschend einen Positionswechsel in Kurve 6 an, sodass Felix da Costa zwischenzeitlich die Führung des Rennens übernahm.

"Wir haben versucht, als Team zusammenzuarbeiten und einander nach vorne zu bringen", erläutert der Portugiese nach dem Samstagsrennen, das er wegen "einigen Problemen mit der Pace und den Hinterrädern" nur auf Platz 7 abschloss. "Die Stallorder war aber nicht unbedingt der Schlüssel zu unserem Ergebnis, auch wenn es das Rennen von JEV (Spitzname von Jean-Eric Vergne) ein bisschen aufgehalten hat. Er wird sich darüber beschweren, aber wir haben nur Anweisungen befolgt."

Positionstausch war offenbar anders geplant

"Es gab eine Anweisung, die nicht befolgt wurde", kontert Vergne kurz darauf tatsächlich. Nach dem Rennen von e-Formel.de auf die Situation angesprochen, erläutert er: "Es gab das Kommando, dass ich Antonio vorbeilassen solle, was ich auch gemacht habe. Aber das passierte im schlechtesten Moment des Rennens."

"Ich habe bei dieser Aktion sechs Sekunden verloren. Von außen ist klar erkennbar, dass das keine gute Entscheidung war. Wir müssen das jetzt intern klären, so etwas kann passieren. Wir gewinnen und verlieren zusammen."

Offenbar plante DS Techeetah bereits vor dem E-Prix einen Positionstausch beider Fahrer, denn Vergne fügt hinzu: "Das, worüber wir vor dem Rennen gesprochen haben, wurde nicht korrekt befolgt. Diese Sache hätte anders laufen sollen - mehr möchte ich dazu nicht sagen."

Den Berlin E-Prix schloss der Franzose schließlich wieder vor seinem Teamkollegen ab - allerdings deutlich hinter dem späteren Rennsieger Lucas di Grassi (Audi). Für die Positionen 6 und 7 sowie die Qualifying-Resultate sammelten die beiden DS-Fahrer insgesamt 18 Punkte für die Teamwertung der Formel E. Beide können zudem weiterhin in den WM-Kampf eingreifen.

Felix da Costa braucht "kleines Wunder" im WM-Kampf

"In der Meisterschaft fehlen mir nun 15 Punkte, noch kann alles passieren", sagt Vergne. "Morgen bin ich mit Antonio in Gruppe 2, wo wir hoffentlich wieder um die erste Startreihe kämpfen und dann ein gutes Rennen haben können."

Vergnes Teamkollege Felix da Costa liegt nur neun Punkte hinter Spitzenreiter Nyck de Vries, ist aber trotzdem weniger optimistisch - insbesondere angesichts seiner Reifenprobleme am Samstag. "Wenn wir morgen das Auto (im Qualifying) wieder auf die Spitzenpositionen bringen können, werden wir Spaß haben. Ich glaube, dass es noch mit dem Titel klappen kann. Das Fahrzeug ist auf einer Runde schnell, aber im Rennen brauchen wir ein kleines Wunder."

Das zweite Rennen des Berlin E-Prix startet am Sonntagnachmittag um 15:30 Uhr. Wir begleiten den Finallauf wie gewohnt in unserem Liveticker, Sat.1 überträgt das Rennen zudem im Free-TV.

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