Formel E

"Eng, spaßig, Formel E!" - Exstatischer Cassidy jubelt über Portland-Sieg, WM-Leader Dennis setzt Podiumsserie fort

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

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Nach einem unübersichtlichen, phasenweise chaotischen Formel-E-Rennen in Portland sind Jake Dennis und Nick Cassidy zurück an der Spitze der Fahrerwertung. Nach dem E-Prix loben sich die Fahrer der Teams Andretti und Envision gegenseitig und schwören sich auf einen engen Schlussspurt in der Saison 2023 ein.

Sage und schreibe 403 Überholmanöver, so rechnet die Formel E auf ihren Social-Media-Kanälen vor, soll es während des Portland E-Prix 2023 gegeben haben. Auch die Führung wechselte im Rennverlauf vielfach: Vier verschiedene Fahrer sammelten Kilometer auf dem ersten Platz, unzählige Male tauschten sie dabei die Positionen. Am Ende gewann Nick Cassidy (Envision).

"Die letzten Jahre lief es in Amerika immer gut für mich. Ich liebe es einfach, hier zu fahren", sagt der Neuseeländer, der vor gut einem Jahr in New York seinen ersten Formel-E-Sieg feierte, nach dem Rennen im TV-Weltsignal. "Dieser E-Prix hat großen Spaß gemacht. Es ist richtig eng, weil die Jungs, gegen die ich fahre, alle top sind."

 
 
 
 
 
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Insbesondere im Qualifying sei Jake Dennis, der durch die drei Pole-Position-Punkte die WM-Spitze übernahm, Cassidys "Referenz" gewesen. "Leider (für ihn) ist ausgerechnet dieser E-Prix ein Rennen gewesen, in dem man nicht ganz vorn starten wollte. Antonio (Felix da Costa) stellt sich in diesen Rennen ebenfalls immer fantastisch an", lobt Cassidy den Drittplatzierten. Sein Fazit zum Lauf in den USA, in dem er seinen vierten Karrieresieg einfuhr: "Es ist eng, es ist spaßig, es ist die Formel E!"

WM-Spitzenreiter Dennis "im ersten Viertel nie mit Vollstrom"

Jake Dennis gibt sich nach dem E-Prix als fairer Zweiter, auch wenn er den Sieg "unbedingt wollte", wie er sagt. "Nick war einfach schneller. Mit der Pole-Position, Rang 2, einem Rennen ohne Fahrzeugschaden und der WM-Führung bin ich trotzdem sehr zufrieden. In den ersten 15 Runden waren alle mit verschiedenen Strategien unterwegs, was es sehr unübersichtlich gemacht hat. Im ersten Viertel fuhr ich nie mit Vollstrom - keiner wollte führen!"

"Rückblickend hätte ich gern meine Attack-Modes früher genutzt. Bei der zweiten Aktivierung bin ich auf Rang 7 zurückgefallen, was mich verwundbar gemacht hat. Zu diesem Zeitpunkt waren die Energieziele schon so hoch, dass ich Probleme hatte, Antonio und Nick wieder einzuholen. Daraus lernen wir. Am Ende bin ich aber einfach nur froh, dass wir mit diesem Rennen fertig sind und nach Rom und London reisen können, wo die Autos wieder auf engeren Straßenkursen fahren können. Dort brillieren sie, so viel Spaß das Qualifying in Portland auch gemacht hat."

Dennis stellt Rekord für meiste Podien in einer Saison ein

Seine beeindruckende Erfolgsserie, auf die Dennis mit gemischten Gefühlen blicken dürfte, riss auch in den USA nicht ab: In den letzten fünf Rennen erreichte er stets das Podium, allerdings nie als Sieger. Zum dritten Mal in Folge wurde der Brite in einem Rennen Zweiter. Mit dem insgesamt achten Top-3-Ergebnis in diesem Jahr egalisiert er Stoffel Vandoornes Bestwert aus dem Vorjahr, der bislang Rekordhalter für die meisten Podiumsergebnisse in einer Saison war.

Übersicht: Die meisten Top-3-Ergebnisse in einer Saison

Pos. Fahrer Saison Rennen Podien
1 Stoffel Vandoorne 2022 16 8
  Jake Dennis 2023 * 12 * 8 *
2 Lucas di Grassi 2015/16 10 7
  Lucas di Grassi 2016/17 12 7
  Lucas di Grassi 2017/18 12 7
  Mitch Evans 2022 16 7

* Saison läuft noch
 

"Der letzte Sieg in Mexiko ist zu lange her", findet auch Dennis. "Ich möchte in Rom unbedingt wieder gewinnen und dabei die Konstanz aufbauen, die wir mit nach London nehmen müssen." Die finalen zwei Rennwochenenden der Formel-E-Saison 2023 stehen im nächsten Monat an: der Rom E-Prix am 15./16. Juli, der London E-Prix am 29./30. Juli.

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