Formel E

"Entscheidung soll in den nächsten Wochen folgen" - Kein Urteil nach Formel-E-Anhörung wegen Porsche-Einspruch gegen Misano-Disqualifikation

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

In der Anhörung nach dem Einspruch von Porsche gegen die Disqualifikation des ursprünglichen Rennsiegers Antonio Felix da Costa ist keine Entscheidung getroffen worden. Diese soll erst in den kommenden Wochen folgen. Eine mögliche Rücknahme der Strafe hätte großen Einfluss auf den Kampf um die Meistertitel in der Formel-E-Saison 2024.

Am Freitag, dem 7. Juni, wurde vor dem Internationalen Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA in Paris die Anhörung bezüglich der Berufung von Porsche gegen die Disqualifikation von Antonio Felix da Costa in Misano durchgeführt. Eine Urteil wurde dabei jedoch noch nicht gefällt, wie Motorsport-Magazin.com berichtet.

"Das Berufungsgericht hörte die Parteien an, traf jedoch keine Entscheidung", wird dort ein Statement von Porsche Motorsport zitiert. "Diese soll zeitnah in den nächsten Wochen folgen."

Ein Hinweis darauf, dass sich die Entscheidung auch für das höchste Gericht im Automobilsport als nicht ganz einfach und eindeutig darstellt. Immerhin war beim letzten Gang eines Formel-E-Teams vor das Gericht - damals ebenfalls Porsche wegen einer Strafe gegen Antonio Felix da Costa beim London E-Prix - die Entscheidung noch am selben Tag getroffen worden. Damals war jedoch der Einspruch als unzulässig eingestuft worden.

Rücknahme der Disqualifikation hätte große Folgen

Beim sechsten Saisonlauf in Misano hatte Felix da Costa das Samstagsrennen gewonnen, wurde jedoch rund fünf Stunden nach Rennende disqualifiziert. Bei der technischen Untersuchung seines Fahrzeuges nach dem Rennen wurde im Bereich der Pedalerie eine Feder entdeckt, die nicht auf der Liste der zugelassenen Teile von Chassis-Einheitslieferant Spark stand.

Diese sei laut des Teilekatalogs von Spark Teil der Pedalerie des Gen2-Fahrzeugs gewesen, beim Gen3-Boliden jedoch nicht zulässig. Nach Aussage von Porsche sei diese Feder jedoch zu Beginn der Gen3-Ära auch bei diesen Autos zulässig gewesen, da es Probleme mit der Ersatzteilversorgung der Fahrzeuge gab. Im Nachhinein sei die betroffene Feder aus dem rund 100 A4-Seiten umfassenden Teilekatalog gestrichen worden, ohne dies jedoch für die Teams in irgendeiner Form kenntlich zu machen.

Eine Rücknahme der Disqualifikation hätte große Folgen: Nicht nur würde Felix da Costa 25 Punkte in der Fahrerwertung zurückerhalten - dies gilt auch für Porsche in der Teamwertung. Da darüber hinaus Mitch Evans wieder auf Platz 6 statt auf Position 5 gewertet würde, wäre der 73-Punkte-Rückstand auf Jaguar in der Meisterschaft um ganze 27 Zähler kleiner. Auch in der Herstellerwertung würde Porsche profitieren und seinen Vorsprung auf Jaguar deutlich ausbauen.

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