Formel E

Envision-Totalausfall verringert Frijns' Titelchancen: "Hatten nicht die Pace, um uns nach vorn zu kämpfen"

Svenja König

Svenja König

Robin-Frijns-unhappy-Jakarta

Envision Racing hat bei der Formel-E-Premiere in Jakarta einen weiteren herben Rückschlag erfahren. Nach einem bereits schwierigen Wochenende in Berlin hatte das Team gehofft, sich in Indonesien im Titelkampf zurückmelden zu können. Eingetreten ist der genau entgegengesetzte Fall: Mit einem Ergebnis jenseits der Top 15 und anhaltenden Pace-Problemen schwinden Frijns' Titelambitionen.

Robin Frijns war als Fünfter der Gesamtwertung mit weniger als 20 Punkten Rückstand auf den WM-Zweitplatzierten Mortara (Venturi) nach Indonesien gereist. Doch dort lief es von vorn bis hinten nicht rund für den Niederländer und sein Team. Bereits in den Trainingsläufen zeigte sich, dass der Audi-Kundenrennstall nicht die Performance der Topteams mithalten konnte. So belegte Frijns die Ränge 10 und 21.

Im Qualifying dann der GAU: Bei einer Berührung mit den Barrieren beschädigte er sich die Antriebswelle und die Hinterradaufhängung und konnte so keine gezeitete Runde in der ersten Trainingshälfte setzen, was zu einer nachträglichen Disqualifikation führte. Da auch Antonio Giovinazzi (Dragon) aus der Qualifying-Wertung fiel, bedeutete dies Startplatz 21 für den Niederländer.

Mit einer frühen Attack-Mode-Nutzung versuchte das Team strategisch aufzuholen, was in Sachen Renntempo fehlte. Im gesamten Rennverlauf konnte Frijns dennoch keine nennenswerten Positionen gutmachen. Bei Instagram schrieb der 30-Jährige nach dem Rennen: "Ich habe den ganzen Tag mit der Balance gekämpft und musste nach einer Mauerberührung im Qualifying von ganz hinten ins Rennen gehen. Wir hatten nicht die Pace, um uns nach vorn zu kämpfen. Wir können Einiges lernen und müssen uns nun auf Marrakesch konzentrieren."

Meisterschaftschancen dahin?

Während sich seine Meisterschaftskonkurrenten in den ersten Fünf tummelten, kam Frijns nur auf Platz 17 ins Ziel. In der Gesamtwertung verteidigte er somit zwar seinen fünften Platz vor Nyck de Vries, verlor aber den Anschluss an die Führungsgruppe. Auf den vor ihm liegenden Mitch Evans hat er 28 Punkte Rückstand, auf den Meisterschaftsführenden Stoffel Vandoorne sogar 40. Bei noch sieben verbleibenden Rennen ein nicht unbedeutender Rückschlag.

"Das ist natürlich ein sehr enttäuschendes Ergebnis, da wir mit vielen Podien und Punkten so stark in die Saison gestartet sind", sagt Teamchef Sylvain Filippi nach dem Rennen. "Wir haben jetzt einige Wochen bis zum nächsten Rennen, um zu verstehen, was hier mit dem Auto passiert ist. Die gute Nachricht ist, dass noch einige Rennen ausstehen und wir erst bei der Saisonhalbzeit sind. Vorher haben wir sehr viele Punkte mitgenommen - hoffentlich waren Berlin und Jakarta Ausnahmen. Wir gehen hier auf jeden Fall nicht glücklich nach Hause, aber auch das gehört zum Motorsport dazu."

Cassidy mit kurzem Lichtblick im Qualifying, fällt allerdings im Rennen zurück

Teamkollege Nick Cassidy erging es kaum besser: Auch er sammelte Trainingsergebnisse jenseits der Top 15, konnte allerdings in der Gruppenphase der Qualifikation ein kleines Ausrufezeichen setzen. Seine Runde von 1:09.157 Minuten war nur sechs Hundertstelsekunden langsamer als die von Sebastien Buemi (Nissan), der es in die Duellphase schaffte. Mit Startplatz 12 zeigte der Neuseeländer zum ersten Mal seit dem Mexico City E-Prix eine solide Qualifying-Performance.

Im Rennen konnte er diese allerdings nicht halten und fiel auf Platz 16 - eine Position vor dem Teamkollegen - zurück. "Das passiert uns wirklich nicht oft, aber wir haben den ganzen Tag die Pace nicht gefunden", analysiert Filippi die Rennpace nach dem Jakarta E-Prix. "Seit dem ersten Training ist das Auto zu hart mit dem Reifen umgegangen - da gab es offensichtlich ein Problem mit dem Set-up. Das kann man dann auch mit Software etc. nicht kompensieren."

Das Team nimmt einen ordentlichen Berg an "Hausaufgaben" mit, die es bis zum Marrakesch E-Prix in etwa drei Wochen zu bearbeiten gilt. Vorher allerdings reisen beide Envision-Piloten zum 24-Stunden-Rennen nach Le Mans, bei dem Frijns für das LMP2-Team WRT und Cassidy mit dem Ferrari-Rennstall AF Corse in der LMGTE Am antritt.

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