Formel E

"Ernüchterndes" Formel-E-Wochenende für Wehrlein, "schlechtestes Auto" für Dennis & Tiefpunkt für Felix da Costa

Timo Pape

Timo Pape

Pascal-Wehrlein-pushed-back-in-Garage-Diriyah

Porsche erlebte beim Diriyah E-Prix der Formel E einen zermürbenden Samstag. Nach dem souveränen Sieg beim Saisonstart in Mexiko und einem weiteren Porsche-Erfolg des Andretti-Kundenautos von Jake Dennis in Saudi-Arabien lief am zweiten Renntag nichts zusammen. Einzig Pascal Wehrlein schaffte es in die hinteren Punkteränge. Ausschlaggebend war vor allem die schlechte Qualifying-Pace des Porsche 99X Electric.

Da der Samstagslauf in Saudi-Arabien noch einmal eine Runde kürzer war als das Rennen am Freitag, spielte der Energieverbrauch - eigentlich eine Porsche-Stärke - noch eine kleinere Rolle. Dadurch war es schwierig zu überholen, ein guter Startplatz umso wichtiger.

Und ausgerechnet hier schwächelte Porsche erheblich. Mit Startplatz 10 holte Wehrlein noch das Maximum heraus. Weltmeister Jake Dennis und Norman Nato im Kundenfahrzeug kamen nicht über die Startplätze 14 und 19 hinaus. Antonio Felix da Costa, für den es schon in Mexiko und im ersten Diriyah-Rennen nicht rund gelaufen war, wurde gar abgeschlagen Letzter im Qualifying.

Auch im Rennen sollte nicht allzu viel gehen. Wehrlein machte immerhin drei Positionen gut und wurde letztlich Siebter. Dennis fuhr als Zehnter über die Ziellinie, wurde jedoch nachträglich bestraft. Felix da Costa kam am 14. ins Ziel, Nato nach einem späten Verbremser in Kurve 18 gar nur als 16.

Wehrlein: "Entspricht nicht unserem Anspruch"

"Insgesamt war das ein ernüchterndes Wochenende für uns", findet Wehrlein, der immerhin das Beste aus der Situation machte und mit sechs Punkten den zweiten WM-Rang verteidigte. "Wenn der beste Porsche auf Platz 10 steht, ist das natürlich nicht gut genug und entspricht nicht unserem Anspruch."

"Im Qualifying hat einfach die Pace gefehlt", analysiert der Deutsche. "Im Rennen war der Speed nicht schlecht, und ich konnte etwas nach vorn fahren. Doch wir haben definitiv noch viel Arbeit vor uns."

Immerhin: "Pascal war in den letzten 14 Rennen immer in den Punkten", bemerkt Porsche-Teamchef Florian Modlinger. "In der Formel E ist das eine sehr, sehr starke Leistung. Pascal hat wichtige Punkte geholt und ist mit starken Überholmanövern auf den siebten Platz vorgefahren."

Felix da Costa: "Arbeiten hart daran zu verstehen, warum es so läuft"

Während Wehrlein Schadensbegrenzung betrieb, erlebte Felix da Costa beim Diriyah E-Prix, den erst einst mit BMW gewann, einen absoluten Tiefpunkt. Schon in Mexiko - beim souveränen Sieg seines Teamkollegen - war der Portugiese ausgefallen, bevor er am Diriyah-Freitag nur 16. wurde. Auch am Samstag ging nichts für ihn. Im Qualifying fehlten ihm bemerkenswerte 1,021 Sekunden auf die Gruppenbestzeit von Sacha Fenestraz (Nissan).

Zwar machte Felix da Costa vom letzten Startplatz aus immerhin sieben Positionen gut. Trotzdem ist er nach drei Saisonläufen als einer von sieben Fahrern immer noch punktlos im Jahr 2024. Und seine Leidensgenossen fahren entweder einen Mahindra-Antrieb, einen ERT oder sind neu in der Formel E...

"Das war ein enttäuschender Tag", hadert Felix da Costa. "Wir arbeiten hart daran zu verstehen, warum es so läuft, wie es läuft. Doch ich bin keiner, der aufgibt, und werde alles geben, um schnellstmöglich aus dieser schwierigen Situation herauszukommen." Tatsächlich muss der Champion von 2020 allmählich liefern, um der Erwartungshaltung von Porsche und seinen Fans gerecht zu werden.

Dennis bemängelt "schlechtestes Auto, das ich je in der Formel E hatte"

Dass es aber nicht nur an "plötzlichem Talentverlust" bei Felix da Costa lag, sondern auch am Auto, zeigten die beiden Fahrer des Porsche-Kundenteams Andretti. Selbst Weltmeister Jake Dennis, der am Freitag noch einen der dominantesten Siege der Formel-E-Geschichte einfuhr, kam nicht mal 24 Stunden später überhaupt nicht mehr mit dem Porsche 99X Electric zurecht.

"Das ist das schlechteste Auto, das ich je in der Formel E hatte", wetterte der Weltmeister nach einem verkorksten Qualifying, das ihm nur den 14. Startplatz einbrachte. "Wir haben einen großartigen Antriebsstrang mit erstaunlicher Effizienz, und es ist eine Schande, dass wir das im Rennen nicht nutzen konnten", erklärt Dennis. "Ich freue mich auf eine Auszeit und darauf, unseren Qualifying-Problemen auf den Grund zu gehen."

Auch Dennis' Teamkollege Norman Nato sah nach Platz 6 am Vortag kein Licht mehr. "Ich hatte das Gefühl, dass wir ein gutes Rennauto mit guter Pace hatten, aber es ist so schwer, in solchen Rennen zu überholen. Frustrierend, aber ja, wir lernen weiter und konzentrieren uns darauf, uns im Qualifying zu verbessern, denn das wird dieses Jahr noch wichtiger sein als letztes Jahr", so der Franzose.

"Dieser zweite Renntag in Diriyah mit nur einem Porsche in den Top 10 war für uns nicht zufriedenstellend", resümiert Teamchef Modlinger. "Ausschlaggebend für dieses Ergebnis war die schlechte Qualifying-Performance. Daran müssen wir arbeiten. In der Rennpause bis Sao Paulo werden wir versuchen, uns da weiter zu verbessern."

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