Formel E

"Erwarte Podium in naher Zukunft": Nio 333 beendet Formel-E-Saison 7 mit Aufwärtstrend

Svenja König

Svenja König

Nio-333-Car-from-behind-Berlin-2021

Nio 333 Racing hat die Gesamtwertung der Formel E mit 19 Punkten abgeschlagen auf dem letzten Platz beendet. Soweit die Zahlen. Nichtsdestotrotz hat das Team in dieser Saison einige Schritte nach vorn gemacht und feierte das erfolgreichste Jahr in der Gen2-Ära. An guten Tagen fand der britisch-chinesische Rennstall Anschluss an das Mittelfeld. Unterm Strich stehen einige tolle Qualifying-Runden - insbesondere von Tom Blomqvist - und fehlende Pace im Rennen, um konstanter in die Punkte zu fahren.

Wie die meisten Formel-E-Teams ist Nio 333 mit einem neuen Antriebsstrang in die siebte Formel-E-Saison gestartet. Dieser sollte vor allem die Performance-Probleme aus den vergangenen zwei Jahren ausgleichen. Im Qualifying ist dieses Konzept auch aufgegangen, denn dort erzielte das Team in diesem Jahr vor allem starke Ergebnisse - natürlich auch bedingt durch die besseren Gripverhältnisse gegen Ende der Qualifikation.

Fünfmal platzierten sich Blomqvist oder Turvey für die Super-Pole. Im Vergleich: In Saison 6 schaffte es Nio gar nicht in die besten Sechs der Qualifikation. Dabei hatte teamintern Blomqvist im Qualifying den vermeintlich stärkeren Turvey deutlich im Griff - 5:10 pro Blomqvist!

Nio-Car-Berlin

Neuem Antriebsstrang fehlt die Rennpace

Seit der Übernahme durch Shanghai Lisheng Racing im Sommer 2019 arbeitete das Team unter der Leitung von Christian Silk an Verbesserungen des Antriebs, der noch immer bessere Ergebnisse verhindert. Da beim Entwicklungsprozess allerdings zwei Entwicklungsjahre in einem vorgenommen wurden, konnte das Team nicht alle Probleme gleich gut beheben. Insbesondere die Rennpace nimmt das Team als Hausaufgabe mit in die Vorbereitung auf das letzte Gen2-Jahr, das von allen Teams mit dem identischen Antrieb bestritten werden muss.

CEO Vincent Wang: "Haben uns deutlich verbessert“

Die beiden Piloten sammelten in sechs der 15 Rennen Punkte. Dabei konnte Oliver Turvey beim Saisonauftakt - als vermeintliche Favoriten schwächelten - einen zehnten und einen sechsten Platz einfahren. Es waren die besten Resultate der Saison für Nio.

Ein weiteres starkes Rennen zeigte Turvey am Valencia-Sonntag, indem er sich erneut aus dem Getümmel heraushielt, mit geschickter Attack-Mode-Nutzung auffiel und am Ende vier Punkte für Nio mit nach Hause nahm. In der zweiten Saisonhälfte blieb er allerdings punktlos. Insgesamt konnte der Brite, der Nio seit 2015 die Treue hält, nur seinen Teamkollegen und Joel Eriksson hinter sich lassen, der erst zur Saisonhalbzeit ein Formel-E-Cockpit ergatterte.

"Es war eine harte aber gute Saison, und wir haben uns deutlich verbessert", sagt Vincent Wang, CEO des Nio 333 Formula E Team. "Offensichtlich haben wir noch viel Luft nach oben, aber als relativ neues Team in der Formel-E-Weltmeisterschaft sind wir uns sicher, dass wir in die richtige Richtung gehen."

Tom-Blomqvist-Car-in-Berlin

Blomqvist bewirbt sich für Saison 8

Mit welchen Fahrern Nio 333 in Zukunft an den Start gehen wird, ist bisher unbekannt. Eine weitergehende Verpflichtung von Oliver Turvey scheint logisch. Ungewisser ist wohl die Formel-E-Zukunft von Tom Blomqvist. Während Turvey in den ersten beiden Rennen der Saison punktete, fuhr Blomqvist in den beiden folgenden Rennen auf den Straßen von Rom in die Punkte. Dort sammelte er fünf der sechs Meisterschaftspunkte, die schlussendlich auf seinen Namen verbucht wurden.

1 Punkt beim Finale in Berlin, doch "viel Arbeit in der Off-season"

Bis zum Berlin E-Prix konnte der Brite keine Punkte mehr sammeln, zeigte aber beim Finale, dass er in der Elektroserie angekommen ist. Eine starke Performance im Qualifying führte zu Platz 5 in der Startaufstellung und einem starken zehnten Platz im Sonntagsrennen.

"Ich denke, das war ein richtig guter Tag für das Team", sagt Blomqvist. "Unser Qualifying hat alle Erwartungen übertroffen. Wir wussten, dass es ein hartes Rennen werden würde, aber es lief sauber, und wir konnten uns aus größeren Vorfällen raushalten. Ich bin im Rennverlauf aus den Punkten gefallen, aber da einige vor uns in der letzten Runde ausgefallen sind, konnte ich einige Plätze gutmachen. Das war ein schönes Ende für das Wochenende. Daher danke an alle Jungs und Mädels, die die ganze Saison sehr hart gearbeitet haben."

"Heute war es ein Formel-E-Rennen, wie es nicht besser hätte laufen können", sagt Russell O'Hagan, der vor dem Finalwochenende die Teamleitung von Silk übernommen hatte. "Es gab tolles Racing, das dazu auch noch erfolgreich für das Team war. Tom hat im Qualifying eine tolle Leistung gezeigt, die ihm eine gute Ausgangsposition beschert hat. Das Team hat eine fehlerfreie Vorstellung im Rennen abgeliefert, sodass er einen zehnten Platz nach Hause fahren konnte. Ich bin sehr stolz, was das ganze Team heute geleistet hat, und es ist toll, die Off-season mit einem so starken Resultat beginnen zu können."

Aufgrund der starken Ergebnisse in dieser Saison ist die bewährte Fahrerpaarung Turvey/Blomqvist eine ernstzunehmende Option für die kommende Saison. In der Off-season hat das Team dennoch einige Aufgaben auf dem Zettel: Zum einen steht der Umzug in das neue Hauptquartier in Silverstone an. Zum anderen muss Christian Silk als Person im Team bestmöglich ersetzt werden, der zweifelsohne viel zum Aufwärtstrend bei Nio 333 beigetragen hat.

"Wir haben viel Arbeit in der Off-season, um uns für Saison 8 zu verbessern. Aber auch, um am Gen3-Antrieb für Saison 9 zu arbeiten. Ich erwarte ein Podium für uns in der nahen Zukunft", so CEO Wang.

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