Formel E

"Schwer zu verkraften" - Nächster Rückschlag für Mortara nach Reifenschlitzer durch Maserati-Teamkollege Günther

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Die total verkorkste Formel-E-Saison 2023 hat für Edoardo Mortara einen neuen Tiefpunkt erreicht. Der Gesamtdritte von 2022 und Vizeweltmeister von 2021 schied beim Portland E-Prix in aussichtsreicher Position kurz vor dem Ziel mit einem Reifenschaden aus. Auslöser war ausgerechnet ein Kontakt mit seinem Maserati-Teamkollegen Maximilian Günther, der das Rennen auf dem sechsten Platz beendete. Doch auch für den Deutschen wäre in den USA mehr drin gewesen.

Nachdem er lange um die Podestplätze mitgekämpft hatte, wurde Günther in Runde 28 von Sam Bird von der Strecke gedrängt und verlor mehrere Positionen (Bird erhielt eine Strafe für die Aktion). Der Deutsche kämpfte sich zurück nach vorn. Dabei kam es jedoch bei der Anfahrt zur Schikane am Ende der Gegengeraden zu einer Berührung mit seinem Teamkollegen Mortara.

Während Günther weiterfahren konnte und kurz darauf erneut an Bird vorbeiging, erlitt Mortara einen Reifenschaden hinten rechts. Der Schweizer musste über das Gras fahren und steuerte daraufhin die Box an, wo er das Rennen aufgab. Eine Untersuchung des Vorfalls durch die Rennkommissare gab es nicht. Während Mortara im zwölften Saisonrennen bereits zum fünften Mal ausschied, wurde Günther am Ende Sechster und sicherte dem Team somit noch acht Punkte.

"Es ist schwer zu verkraften", sagt Mortara. "Obwohl das Qualifying nicht nach unseren Vorstellungen verlief, gab es aufgrund des Rennverlaufs noch viele Möglichkeiten. In den letzten Runden hat Max versucht, mich in Kurve 10 zu überholen. Sein Flügel schlitzte dabei meinen rechten Hinterreifen auf, und ich musste mit einem Plattfuß aufgeben. Zu diesem Zeitpunkt war ich Sechster, und ich weiß, es wäre mehr drin gewesen."

Teamchef Rossiter: "Ein kleiner Fehler, der Punkte gekostet hat"

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine teaminterne Kollision der beiden Venturi-Piloten - inzwischen Maserati MSG Racing - in der Schlussphase des Monaco E-Prix wichtige Punkte gekostet. Im Vergleich zu den Schimpftiraden des damaligen Teamchefs Jerome d'Ambrosio reagierten dieses Mal jedoch alle Beteiligten deutlich entspannter auf den Zwischenfall.

"Leider müssen wir Portland mit gemischten Gefühlen verlassen", beschreibt Teamchef James Rossiter. "Auf der einen Seite war es gut, wieder eine solide Punktanzahl mit nach Hause zu nehmen. Aber auf der anderen Seite war es sehr frustrierend, ein starkes Ergebnis für unsere beiden Autos zu verpassen. Leider hatte Max in den letzten Runden Kontakt mit Edos rechtem Hinterreifen, der einen Reifenschaden verursachte - ein kleiner Fehler, der Punkte gekostet hat."

Auch Giovanni Sgro, Leiter von Maserati Corse, findet: "Es war großartig zu sehen, dass beide Fahrer durchgehend in den Top 5 lagen. Max hat mit seinem sechsten Platz wichtige Punkte für die WM geholt, und Edo war vor seinem Reifenschaden sehr gut unterwegs. Wir müssen unseren Schwung von Jakarta bis zum nächsten Rennen in Rom, dem Heimrennen von Maserati, beibehalten."

Günther: "Ein gutes Wochenende für uns"

Auf der anderen Seite der Maserati-Garage läuft es hingegen weiterhin gut. Auch wenn Max Günther in Portland nicht ganz an seine Glanzleistung in Jakarta herankam, war er doch stets vorn dabei und hätte ohne die Kollision womöglich sogar auf dem Podium landen können. "Ein gutes Wochenende für uns", findet er selbst auch. "Wir sind ein intelligentes Rennen gefahren und lagen bis wenige Runden vor Schluss in einer starken Position auf Platz 4."

"Leider wurde ich von einem Konkurrenten auf die Wiese geschoben, wodurch ich einige Positionen verlor und in Rückstand geriet", beschreibt er den Bird-Unfall. "Ich lag dann auf Platz 9, hatte aber am Ende noch gut Energie und eine gute Pace, sodass ich einige Plätze gutmachen konnte und auf Platz 6 ins Ziel kam - eine solide Position mit guten Punkten."

Günther liegt nach dem Portland E-Prix mit 78 Punkten auf dem siebten WM-Rang in der Formel-E-Gesamtwertung. Mortara hingegen ist nur 18. mit gerade einmal 17 Punkten. In der Teamwertung gelang es Maserati, den sechsten Platz zu festigen und den Vorsprung auf McLaren weiter auszubauen. Als nächstes steht am 15. und 16. Juli der Rom E-Prix auf dem Plan - für Mortara, der auch die italienische Staatsbürgerschaft besitzt, ein Heimrennen. Vielleicht platzt dann auch bei ihm endlich der Knoten.

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