Formel E

Mitch Evans nach 10 Jahren Jaguar über Opel-Neustart: "Vielleicht ist das genau, was ich brauche"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Mitch-Evans-Opel-standing-next-to-the-car

Nach zehn gemeinsamen Jahren haben sich die Wege von Mitch Evans und Jaguar getrennt. Nun verrät der Neuseeländer, dass der Abschied bereits früh in der vergangenen Saison absehbar war und der Wunsch nach einem Neustart offenbar auf Gegenseitigkeit beruhte. Bei Opel hofft Evans nun, endlich den einen Erfolg zu erreichen, der ihm in der Formel E bislang immer entglitten ist: den WM-Titel.

Zehn Saisons fuhr Mitch Evans für Jaguar in der Formel E. Zur Saison 13 wagt der Neuseeländer nun einen Neustart: In der Gen4-Ära wird er als Werksfahrer für das neue Opel GSE Formula E Team an den Start gehen. In einer Medienrunde in Österreich, an der auch e-Formel.de teilnahm, sprach Evans erstmals ausführlicher über die Hintergründe der Trennung, die ungewohnte Umstellung nach zehn Jahren bei derselben Mannschaft und seine Ziele mit Opel.

Dass seine Zeit bei Jaguar enden würde, zeichnete sich dabei bereits früh in der vergangenen Saison ab. Der Wunsch nach Veränderung sei zudem nicht einseitig gewesen, erklärt Evans. "Wir waren einfach an einem Punkt angekommen, an dem beide Seiten einen Neustart brauchten. Deshalb war für mich schon früh im Jahr klar, dass ich dort nicht bleiben würde."

Evans hatte mehrere Optionen für seine Formel-E-Zukunft

Seine Zukunft war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht entschieden. Nach Angaben von Evans führte sein Management Gespräche mit mehreren Teams, die teilweise bereits Ende vergangenen Jahres oder Anfang dieses Jahres begonnen hatten. Bei einem Besuch des Stellantis-Motorsportstandorts in Satory überzeugten ihn schließlich die Infrastruktur und die Ambitionen des neuen Opel-Projekts. "Ich habe gesehen, in welche Richtung es gehen soll, wie viel Energie und Einsatz in das Projekt gesteckt werden. Das hat für mich einfach gepasst. Ich habe mich dort eigentlich sofort zu Hause gefühlt."

Nach zehn Jahren bei derselben Mannschaft ist die Umstellung für Evans trotz seiner enormen Formel-E-Erfahrung ungewohnt. "Es ist Neuland für mich", sagt er auf Nachfrage von e-Formel.de. "Ich habe viel Erfahrung in der Formel E und kenne die Abläufe sehr gut, aber ich habe in dieser Welt noch nie für ein anderes Team gearbeitet."

Er kenne die Rennserie zwar inzwischen bis ins Detail, habe all diese Erfahrungen bislang aber innerhalb derselben Mannschaft gesammelt. Entsprechend müsse auch er sich an neue Menschen, Strukturen und Arbeitsweisen gewöhnen. "Es ist ein bisschen wie bei einem ersten Date", beschreibt Evans die Situation. Das Auto sei er bereits einige Male gefahren und auch einen Teil des Teams kenne er inzwischen, dennoch rechnet er mit einer Übergangsphase. Gerade die ersten Rennen könnten noch nötig sein, um Abläufe und Kommunikation im neuen Umfeld zu optimieren.

"Der eine große Erfolg ist mir immer entglitten"

Evans hat mit Jaguar in der Formel E fast alles erreicht. Nur die Fahrer-Weltmeisterschaft gewann er nicht. Mehrfach kämpfte er bis in die Schlussphase einer Saison um den Titel, der große Triumph blieb ihm jedoch verwehrt. "Wir hatten zusammen unglaubliche Erfolge", sagt Evans. "Aber der eine große Erfolg, den ich immer wollte, ist mir jedes Mal entglitten."

Der WM-Titel bleibt für Evans auch bei seinem neuen Arbeitgeber das große Ziel. "Vielleicht ist das genau das, was ich brauche. Das werden wir herausfinden. Mein Ziel ist es, Weltmeister zu werden. Das jetzt mit Opel zu schaffen, wäre natürlich großartig."

Ob der Neustart bei Opel tatsächlich der entscheidende Schritt zum WM-Titel sein wird, kann Evans selbst noch nicht einschätzen. "Es ist schwer zu beurteilen. Man weiß es erst, wenn man diesen Schritt wirklich macht. Jetzt habe ich ihn gemacht - also finden wir es heraus."

Du nutzt Google und willst Inhalte von e-Formel.de besser finden? Dann kannst du die neue Google-Funktion "bevorzugte Quellen" aktivieren. Um e-Formel.de als "bevorzugte Quelle" zu hinterlegen, klicke einfach auf diesen Button und setze einen Haken. Fertig!

e-Formel.de als "bevorzugte Quelle" bei Google festlegen

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 7 plus 6.