Formel E

Evans verliert womöglich Formel-E-Titel durch Inverter-Schaden: "Bricht mir das Herz und tut wirklich weh"

Svenja König

Svenja König

Mitch-Evans-disappointed-London

Deja-vu für Mitch Evans: Wie vor knapp einem Jahr beim Berlin E-Prix machte ein technisches Problem Jaguar womöglich im Kampf um die Formel-E-Weltmeisterschaft den Gar aus. Nachdem Evans beim Saisonfinale 2021 gar nicht erst losfahren konnte, rollte er beim Sonntagsrennen des London E-Prix kurz vor Schluss auf Platz 4 liegend mit einem Schaden am Inverter aus. Der Formel-E-Titel ist zwar immer noch möglich, allerdings hat Stoffel Vandoorne mit 36 Punkten Vorsprung bereits eine Hand am Titel.

Drama etwa drei Runden vor Ende des London E-Prix: Auf den TV-Bildern sehen die Zuschauer:innen den Jaguar von Mitch Evans in der Auslaufzone stehen, der wenige Sekunden vorher noch auf einem starken vierten Platz gelegen hatte. Einige Sekunden später die Auflösung: Der Neuseeländer hatte auf der kurzen Gerade vor der Schikane sämtlichen Vortrieb verloren und musste seinen Wagen daraufhin ausrollen lassen.

So plötzlich, wie der Zwischenfall im Fernsehen erschien, war er allerdings gar nicht. "Als ich aus der letzten Kurve kam, wusste ich, dass irgendwas am Antrieb nicht stimmte. Das konnte ich noch ein paar Runden managen", beschreibt Evans seine Schlussphase im TV-Weltsignal. "Ich dachte, es hätte sich wieder behoben, aber dann kam es umso schlimmer zurück, und es sieht so aus, als hätten wir einen Fehler am Inverter gehabt."

Damit wurde der 28-Jährige zu einem vorzeitigen Feierabend gezwungen. Zwar konnte er noch einmal losfahren, allerdings nur, um die Jaguar-Box anzusteuern. Evans hatte nach einem erneut schwierigen Qualifying eine beeindruckende Aufholjagd auf dem engen Stadtkurs auf dem ExCeL-Messegelände gezeigt und sich von Startplatz 14 auf den vierten Rang vorgearbeitet. Somit lag er sogar vor seinem direkten Titelkonkurrenten Stoffel Vandoorne und hätte Punkte im Titelkampf aufgeholt. Stattdessen baute Vandoorne seine Führung um zwölf Zähler aus.

"Stoffel hat einen großen Vorsprung"

"Das war ein tolles Rennen, erneut eine gute Verbesserung", findet Evans. "Wir waren sehr aggressiv unterwegs und haben mit vielen Überholmanövern zehn Plätze gutgemacht - und das auf dieser Strecke. Das Team hat eine perfekte Strategie mit den Attack-Modes parat gehabt. Da hätten wir viele Punkte mitnehmen können. Aber am Ende bringt uns das nicht viel. Es tut wirklich weh und bricht mir das Herz."

Trotz seines Ausfalls ist der Jaguar-Pilot weiterhin Zweiter in der Gesamtwertung, da Edoardo Mortara und Jean-Eric Vergne ebenfalls keine Punkte mitnahmen beziehungsweise ausfielen. Allerdings ist der Abstand nach vorn umso größer geworden. Nach zwei Top-5-Ergebnissen ist der Vorsprung von Vandoorne in der Gesamtwertung auf 36 Punkte angewachsen.

"Natürlich geben wir nicht auf, aber Stoffel hat jetzt einen großen Vorsprung", sagt Evans mit Blick auf das anstehende Saisonfinale in zwei Wochen. Beim Seoul E-Prix steht erneut ein "Double-Header" an, bei dem er im besten Fall 58 Punkte sammeln könnte - Vandoorne jedoch auch. Evans könnte in London erneut aufgrund eines technischen Problems an seinem Jaguar die Fahrer-WM verloren haben.

James: "Fühle mit Mitch und dem Team"

Eine solche Vorentscheidung im bis dahin spannendem Meisterschaftskampf ist auch bei der direkten Konkurrenz aus dem Hause Mercedes nicht gern gesehen. "Es tut mir wirklich leid für Mitch", sagt Stoffel Vandoorne. "Er hatte ebenfalls ein großartiges Rennen - wir sind es beide von Anfang an sehr aggressiv angegangen. Am Start hat er mich sogar überholt. Dann habe ich bei all den Überholmanövern versucht, immer so nah wie möglich an ihm dranzubleiben. Am Ende ist es wirklich schade für ihn, das Rennen so beenden zu müssen."

"Es ist immer bedauerlich, wenn sich ein Wettbewerber so verabschiedet", ergänzt James und deutet bereits an, dass das Meisterschaftsrennen somit entschieden sei. "Ich fühle wirklich mit Mitch und dem Jaguar-Team - das haben sie nicht verdient.

Schlussendlich ist die Entscheidung allerdings noch nicht gefallen und kein Team auf Erfahrungswerte setzen, ob und wie das Auto in der koreanischen Hauptstadt performen wird oder ob sie dem Fahrer liegen wird. Das Saisonfinale findet vom 12. bis 14. August statt.

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