Formel E

Ex-Weltmeister Nyck de Vries kurz vor Vertragsabschluss: Formel-E-Rückkehr statt Langstrecke?

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Rund ein Jahr nach seinem Abschied bei Mercedes-EQ steht Nyck de Vries, Weltmeister des Jahres 2021, nach einem kurzen Formel-1-Gastspiel offenbar vor der Rückkehr in die Formel E. Obwohl er kürzlich noch als heißer Kandidat für einen Platz in der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC gehandelt wurde, könnten Terminüberschneidungen der WEC mit der Elektrorennserie vielleicht sogar das Cockpit eines anderen Formel-E-Weltmeisters freimachen.

Die letzten zwölf Monate in der Karriere von Nyck de Vries lesen sich wie eine Achterbahnfahrt: Im September des vergangenen Jahres debütierte der Niederländer bei Williams als Ersatz für den erkrankten Alexander Albon in der Formel 1. Beim Großen Preis von Italien in Monza überzeugte er auf Anhieb und beendete das Rennen auf einem starken neunten Platz. Entsprechend groß war die Begeisterung in der "Königsklasse" über den Formel-2-Meister von 2019, sodass er für 2023 einen Platz beim Red-Bull-Nachwuchsteam AlphaTauri erhielt.

Obwohl er bereits zuvor einen Vertrag mit Maserati MSG Racing unterzeichnet hatte, verließ er die Elektrorennserie. Die Monegassen mussten sich nach einem neuen Fahrer umsehen und nahmen stattdessen Maximilian Günther unter Vertrag.

De Vries hingegen konnte im Jahr 2023 bei AlphaTauri nicht an seine Leistung in Monza anknüpfen und wurde nach nur zehn Rennen entlassen. In der Folge führte er Gespräche mit Toyota über ein Hypercar-Cockpit in der Langstrecken-WM. Bei den Japanern war er parallel zu seinem Formel-E-Engagement bereits Test- und Ersatzfahrer gewesen. Seine Formel-E-Kontakte frischte der Niederländer im Juli parallel dazu bei einem Besuch des London E-Prix wieder auf.

Überschneidungen zwischen Formel E & WEC erschweren Doppelprogramm

Auch wenn ihm gute Chancen auf ein Stammcockpit bei Toyota eingeräumt wurden, verdichten sich die Anzeichen, dass de Vries 2024 in die Formel E zurückkehren könnte. Das berichten die Kollegen von The Race. Ein möglicher Grund sind Terminüberschneidungen der beiden Rennserien, die ein Doppelprogramm behindern.

So überschneidet sich der WEC-Vorsaisontest (offiziell Prolog genannt) Ende Februar in Katar mit einem geplanten Formel-E-Rennen ohne Austragungsort - voraussichtlich Kapstadt. Der Berlin E-Prix läuft parallel zum WEC-Rennen in belgischen Spa-Francorchamps. Außerdem findet der Testtag für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans wieder gleichzeitig mit dem Jakarta E-Prix statt.

Überschaubare Optionen für de Vries

Da die meisten Formel-E-Teams ihre Fahrerpaarungen bereits vorgestellt haben oder - wie im Fall von DS Penske und Porsche - kurz davor stehen, sind de Vries' Optionen in der Elektrorennserie überschaubar: Neben ABT Cupra und Mahindra hat nach aktuellem Stand nur noch Maserati MSG Racing ein vakantes Cockpit. Ob die Monegassen, die vor wenigen Tagen die überraschende Trennung von ihrem langjährigen Piloten Edoardo Mortara bekannt gegeben haben, de Vries ein zweites Mal unter Vertrag nehmen würden, ist aber unklar.

Möglicherweise ergibt sich für de Vries noch eine andere Option: Stoffel Vandoorne wurde kürzlich von Peugeot zum Stammfahrer in der Langstrecken-WM befördert. Hier soll er sich ein Cockpit mit ABT-Cupra-Fahrer Nico Müller und dem früheren Dragon-Racing-Piloten Loic Duval teilen. Ob Peugeot bereit wäre, bei den Terminüberschneidungen mit der Formel E auf gleich zwei der drei Stammpiloten des Autos zu verzichten, ist ungewiss.

Erste Spekulationen über einen möglichen Abschied von Vandoorne bei DS Penske machen daher bereits die Runde. Herausstellen wird es sich bereits in wenigen Tagen: Das US-Team und der französische Hersteller wollen am 28. September ihr Formel-E-Aufgebot für das Jahr 2024 vorstellen - e-Formel.de wird anwesend sein und berichten.

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