Formel E

Exklusiv: Formel E führt neue Rückspiegel für Gen3-Auto bereits beim Sao Paulo E-Prix ein

Timo Pape

Timo Pape

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Das Gen3-Auto der Formel E bekommt neue Rückspiegel. Nachdem sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Fahrer über die schlechten Sichtverhältnisse nach hinten beschwert und die eingeschränkte Sicherheit kritisiert hatten, reagierte die FIA. Wie 'e-Formel.de' exklusiv berichten kann, werden die neuen Spiegel nun bereits beim Sao Paulo E-Prix im März eingeführt.

Viele Fahrer dürften aufatmen: Zum "Double-Header" der Formel E in Berlin am 22./23. April 2023 sollten alle Gen3-Autos neue Rückspiegel spendiert bekommen, die eine bessere Sicht nach hinten sicherstellen. Das bestätigte die FIA vor wenigen Tagen auf Anfrage von 'e-Formel.de'. Dem Automobil-Weltverband gelang es in der Folge jedoch, den Prozess weiter zu beschleunigen: Wie 'e-Formel.de' erfahren hat, sind die neuen Rückspiegel bereits früher als erwartet einsatzbereit und dürften zum ersten Mal beim Rennen in Sao Paulo am 25. März zum Einsatz kommen.

Gleichzeitig kommunizierte der Automobil-Weltverband erstmals öffentlich, dass er seit einigen Wochen am Thema Rückspiegel arbeite. "In Hyderabad wurden verschiedene Tests durchgeführt", erklärt uns ein Sprecher des Verbands. "Eine der Konfigurationen wurde für gut befunden und wird ab Berlin eingeführt."

Die FIA reagiert damit auf die Kritik zahlreicher Fahrer, die bei den vergangenen E-Prix zum Teil Schreckmomente wegen der zu tief angesetzten Rückspiegel erlebten. So etwa Sergio Sette Camara, der im Qualifying von Diriyya laut eigener Aussage den heranrasenden Pascal Wehrlein nicht gesehen habe. Wehrlein schoss gerade so noch am Nio 333 vorbei, konnte seine schnelle Runde jedoch nicht wie geplant starten.

Vergne feuerte Diskussion in Kapstadt erneut an

Auch beim Kapstadt E-Prix vor einer Woche waren die Rückspiegel wieder ein Streitthema. Jean-Eric Vergne hatte sich bis in die vorletzte Rennrunde als Führender gegen Antonio Felix da Costa verteidigt. Der Portugiese setzte schließlich zu einem überraschenden wie überragenden Angriff an - offenbar aus dem "toten Winkel" Vergnes heraus.

"Das war ein sehr gutes Manöver - ich bin nur etwas frustriert", erklärte der Franzose nach dem Rennen im TV-Weltsignal. "Keine Ahnung, seit wie vielen Rennen wir uns schon beschweren über diese Rückspiegel. Man sieht einfach nichts, es ist wirklich gefährlich. Ich habe ihn buchstäblich nicht kommen sehen. Das hat er bravourös zu seinem Vorteil genutzt. Es war knapp."

Nach dem Rennen legte Vergne auf Twitter nach: Seine Aussage "meine Rückspiegel für das nächste Rennen" bebilderte er mit einem lustig gemeinten Motorrad mit knapp 30 Rückspiegeln.

Es bleibt festzuhalten, dass sich die Formel E der kritischen Themen am Gen3-Auto annimmt. Das gilt für das Notfallbremssystem, das schließlich beim Diriyya E-Prix eingeführt wurde, ebenso wie für die Rückspiegel. Luft nach oben ist aber sicherlich noch bei der Entwicklung- und Bereitstellungszeit, denn beide Themen hatten schon lange vor einer Reaktion seitens Formel E und FIA geköchelt.

zusätzliche Berichterstattung durch Tobias Wirtz

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1 Kommentare

Foreign Fan ·

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