Formel E

F1-Teamchef Steiner: Formel E keine Gefahr für die Formel 1

Svenja König

Svenja König

Können zwei Rennserien wie die aufstrebende Formel E und die seit vielen Jahren etablierte Formel 1 nebeneinander existieren und sich gegenseitig ergänzen, oder wird sich eine der beiden Kategorien auf Dauer durchsetzen?

Günther Steiner, Teamchef des US-amerikanischen Rennstalls Haas F1, sieht in der Formel E keine Bedrohung für die Formel 1. "Ich sehe die Formel 1 immer noch in einer sehr guten Position - sie ist der Inbegriff des Motorsports", äußert sich Steiner gegenüber 'Motorsport.com'. Davon ist er überzeugt, auch wenn sich momentan ein großer Trend bei den Herstellern abzeichnet, in die Formel E einzusteigen. Porsche und Mercedes haben sogar langjährig etablierte Rennserien wie die WEC und die DTM für ein künftiges Formel-E-Team aufgegeben.

"Ich denke, die Formel E ist sehr beliebt im Moment - jeder will Teil dieser elektrischen Serie sein, was nur verständlich ist. Aber wenn sieben oder acht Hersteller involviert sind, können nicht alle gewinnen", warnt Steiner auch vor Problemen, die mit dem Beitritt neuer Hersteller eintreten können. "Es wird ein sofortiger Streit aufkommen, wer welche (Macht-)Befugnisse haben wird", prognostiziert der gebürtige Italiener.

Seiner Meinung nach ist die Formel E als zusätzliche Rennserie neben der Formel 1 anzusehen, nicht als Bedrohung und nicht als Konkurrenz. Besonders bedingt dadurch, dass sie momentan noch nicht so viele Zuschauer anzieht und es deshalb schwieriger ist, ein Einkommen einzufahren. "Das ist schwer genug für die Formel 1, und sie ist eine Serie, die seit vielen Jahren etabliert ist und nur den besten Fahrern einen Platz bietet."

Auch das Monopol der Elektromobilität ist für ihn keine Gefahr, denn im Zweifelsfall könnte die Formel 1 von Hybridmotoren zu Elektromotoren wechseln. "Wenn es eine Gefahr wäre, würden wir einfach Elektromotoren in die Formel-1-Autos einbauen, denn wir haben eine Bühne. Was auch immer passiert, passiert in der Formel 1."

Inwiefern das wirklich umsetzbar wäre, bleibt offen. Denn fest steht, dass die Formel E eine aufsteigende Serie ist. Im Bereich der Elektromobilität ist sie momentan das einzige Format und wird sich in Zukunft deshalb weiter etablieren. Und spätestens dann ist es fraglich, ob eine Serie, die seit mehr als 50 Jahren auf Verbrennungsmotoren ausgelegt ist, eine andere Rennserie verdrängen kann, die die Monopolstellung auf ihrem Gebiet seit einigen Jahren innehat.

In den nächsten Jahren werden beide Serien nebeneinander existieren und durch grundlegend unterschiedliche Ansätze den Fans und Zuschauern Freude bereiten.

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