Formel E

Fahrfehler & Safety-Car-Pech: Vizemeister Jaguar erlebt verkorksten Formel-E-Saisonstart in Saudi-Arabien

Redaktion

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Die achte Saison der Formel E begann für das Jaguar-Team nicht wie erhofft. Nach vielen kleinen und großen Zwischenfällen steht lediglich ein vierter Platz von Sam Bird als nennenswertes Ergebnis nach dem Wochenende in Diriyya zu Buche. Das zweite Rennen endete komplett punktlos für das Vizemeisterteam der letzten Saison. Jaguar erklärt sich, sieht aber auch Positives.

Das Wochenende begann für das Team von Jaguar zunächst nach Plan. Beide Fahrer erreichten in den ersten beiden Freien Trainings Plätze unter den ersten Fünf, mit geringen Abständen zur Spitze. Sam Bird ging im neu gestalteten Qualifying-Format in Gruppe A an den Start und qualifizierte sich als Zweiter hinter Envision-Pilot Robin Frijns für das erstmals ausgetragene Viertelfinale.

Mitch Evans wurde in Gruppe B eine Wandberührung von Venturi-Pilot Edoardo Mortara zum Verhängnis. Die daraus resultierende gelbe Flagge machte Evans' letzten Versuch, die eigene Zeit zu verbessern, zunichte, sodass der Neuseeländer am Ende von Position 14 losfahren sollte. In seinem Viertelfinale konnte sich Bird gegen Avalanche-Andretti-Pilot Jake Dennis nicht durchsetzen und nahm das Rennen vom fünften Startplatz auf.

Bird münzte seinen guten Startplatz im Rennen in ein entsprechendes Resultat um: Ein vierter Platz nach Duellen mit Andre Lotterer und Lucas di Grassi sorgte für zufriedene Gesichter im Team.

Auch Mitch Evans war mit dem Ausgang seines Rennens nicht unzufrieden. "Wir haben uns bis auf den achten Platz nach vorne gearbeitet, aber unser Energiemanagement war noch nicht da, wo es hätte sein müssen", spielt Evans auf das die Schlussphase an, in der er zwei Konkurrenten passieren lassen musste. Neben einem Punkt für den zehnten Platz sicherte sich der 27-Jährige auch den FANBOOST.

"Ein gutes Ergebnis, und wenn ein paar Dinge anders gelaufen wären, hätten wir auch um das Podium kämpfen können", bilanziert Teamchef James Barclay. Nach dem ersten Renntag lag das Jaguar-Team auf dem vierten Platz der Teamwertung.

Qualifying ausschlaggebend für enttäuschendes 2. Rennen

Der Samstag sollte unter anderen Vorzeichen stehen. Evans und Bird beschädigten ihre Autos bereits im Qualifying. Evans berührte auf seiner letzten schnellen Runde die Wand und demolierte die Lenkung, sodass an eine Zeitenverbesserung nicht mehr zu denken war. Er qualifizierte sich daher nur auf Platz 16.

Bird schlug auf seiner ersten "fliegenden" Runde in die Wand ein und musste sein beschädigtes Auto an der Box abstellen, ohne eine kompetitive Runde gesetzt zu haben. So ging der Brite nur von Position 21 in das zweite Rennen. Allein Envision-Racing-Pilot Nick Cassidy, der sein Auto im dritten Training beschädigt hatte und erst gar nicht am Qualifying teilnehmen konnte, stand noch hinter ihm.

Beide Jaguar-Piloten machten in der Anfangsphase des Rennens jeweils fünf Positionen gut und versuchten dann, Energie für das Rennende zu sparen. Dieser Plan wurde durch die von Mahindra-Pilot Alexander Sims ausgelöste Safety-Car-Phase zunichte gemacht. Bird beendete das Rennen auf Platz 15, zeigte aber mit der schnellsten Runde außerhalb der Top 10 den Speed des Jaguar I-Type 5.

Safety-Car bringt Mitch Evans Strafe ein

Evans wurde als Elfter abgewunken und verpasste die Punkteränge damit denkbar knapp. Ihm wurde jedoch die riskante Strategie zum Verhängnis: Als das Safety-Car auf die Strecke kam, hatte Evans seinen zweiten Attack-Mode noch nicht aktiviert. Die bis zum Rennende andauernde Safety-Car-Phase erlaubte jedoch keine Aktivierung mehr. Der "Kiwi" erhielt dafür nach Rennende eine 24-Sekunden-Zeitstrafe (Dauer einer Durchfahrtsstrafe), die ihn ans Ende des Feldes spülte.

"Die Zeiten, in denen man von hinten bis ganz nach vorne fahren konnte, sind vorbei", bilanziert Barclay. "Unsere Rennpace war sehr stark. Ohne das Safety-Car wäre Mitch in die Punkte gefahren", gewinnt er dem enttäuschenden, punktlosen Rennen trotzdem etwas Positives ab.

Unter dem Strich ist das Diriyya-Ergebnis trotzdem zu wenig für das Team, das 2021 bis zum letzten Rennen um beide Weltmeisterschaften kämpfte und den Teamtitel dabei nur um vier Punkte verlor. "Wir werden das analysieren, es hinter uns lassen und in Mexiko stärker zurückkommen", blickt Evans trotzdem kämpferisch auf das nächste Rennen, das schon am 12. Februar im Autodromo Hermanos Rodriguez stattfindet.

Bericht von Michael Koch

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