"Fahrweise wird eher der eines F2-Autos ähneln": Maloney erwartet Gen4-Vorteil für junge Formel-E-Fahrer
Jasmin Fromm
FIA Formula E
Die Gen4-Ära der Formel E könnte laut Lola-Yamaha-ABT-Fahrer Zane Maloney vor allem Piloten mit frischer Formel-2-Erfahrung in die Karten spielen. Der Barbadier glaubt, dass die in den ersten drei Fahrzeuggenerationen so wichtige Formel-E-Erfahrung künftig an Bedeutung verlieren könnte.
Bislang galt Erfahrung in der Formel E als einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Insbesondere das komplexe Energiemanagement und die spezielle Fahrweise der Fahrzeuge stellten für Neueinsteiger immer eine große Herausforderung dar. Doch dies könnte sich mit Beginn der kommenden Saison ändern, findet Lola-Yamaha-ABT-Pilot Zane Maloney.
Der 22-Jährige aus Barbados wechselte mit Beginn der 11. Formel-E-Saison aus der Formel 2 als Stammfahrer in der Elektrorennserie, auf Taylor Barnard trifft dies genauso zu. Nur Formel-E-Neuling Pepe Marti hat noch aktuellere Formel-2-Erfahrung. Genau darin sieht er einen möglichen Vorteil: "Ich denke, die Fahrweise des Gen4-Autos wird eher der eines Formel-2-Autos ähneln als dem, was wir jetzt haben", so Maloney gegenüber The Race. Fahrer aus den Nachwuchsserien könnten sich deshalb womöglich schneller an die neuen Autos gewöhnen als etablierte Formel-E-Piloten.
"Wenn man 35 oder 40 Jahre alt ist und 20 Jahre Erfahrung hat, dann hat man natürlich mehr Erfahrung als jemand wie ich", erklärt Maloney. "Das spielt jedoch keine Rolle mehr, wenn es sich um eine völlig neue Generation handelt, denn dann lernen alle im gleichen Tempo dazu."
Anpassungsfähigkeit als möglicher Trumpf
Mit dem Generationswechsel der Rennwagen wird wohl eher die Anpassungsfähigkeit an einen neuen Rennwagen eine Rolle spielen: "Ich bin immer der Meinung, dass ich mich gut an neue Autos, neue Strecken und neue Bedingungen anpassen kann. Das ist etwas, womit ich mich in meiner Karriere schon immer besonders hervorgetan habe."
Das wäre für den Lola-Yamaha-ABT-Piloten ein Hoffnungsschimmer, Das Team befindet sich weiterhin im Aufbau und tat sich bislang schwer, sein volles Potenzial auszuschöpfen. In seiner Debütsaison blieb Maloney trotz ordentlicher Leistungen ohne Punkte, in der laufenden Saison holte er immerhin bereits seinen ersten Zähler.
Der 22-jährige hatte anschließend mehrfach Pech, wurde zu Beginn des ersten Jeddah-Rennens in die Wand gedrückt und erhielt beim Madrid E-Prix eine Durchfahrtsstrafe wegen zu hohem Energieverbrauch auf dem Weg zur Startaufstellung. Dies machte seinen vielversprechenden Startplatz 10 sofort zunichte.
Maloney: "Hole jedes Mal das Beste aus dem Auto heraus"
"Ich habe das Gefühl, dass ich jedes Mal, wenn ich jetzt mit dem Auto auf die Strecke gehe, das Beste aus ihm heraushole, und das Team verbessert sich ebenfalls in jeder Hinsicht", sieht Maloney die Fortschritte, die er und sein Team machen. "Aber natürlich gibt es dann noch die kleinen Zuverlässigkeitsprobleme und etwas weniger Effizienz in den Rennen; das bedeutet, dass man es am Ende des Rennens auf der Zeitentabelle nicht wirklich sieht, es sei denn, man achtet gezielt darauf."
Er beschreibt, das Auto und dessen Fähigkeiten nun besser ausschöpfen zu können. "Zusammen mit der guten Arbeitsweise des Teams – und den Fortschritten, die wir alle gemacht haben – ist das wirklich beeindruckend."
Die neue Fahrzeuggeneration wird in der kommenden Woche in Le Castellet, Frankreich vorgestellt. Ihr Renndebüt ist für den Start der 13. Formel-E-Saison Ende 2026 geplant. Ob sich Maloneys Prognose bewahrheitet und junge Fahrer tatsächlich profitieren, wird sich jedoch erst mit dem ersten Renneinsatz der Gen4-Boliden zeigen.
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