Formel E

Felix da Costa, Evans & Frijns rekapitulieren dramatische Monaco-Schlussphase: "Hatten unseren Spaß"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Felix-da-Costa-Mask-Monaco-Celebration

Nach der Chaos-Schlussphase von Valencia dürfte sich die Stimmung im Formel-E-Fahrerlager im Anschluss an die letzte Runde des Monaco E-Prix deutlich verbessert haben. Erst in der finalen Umrundung des legendären Straßenkurses an der Cote d'Azur fiel die Entscheidung im Kampf um den Rennsieg.

Bereits einige Minuten vor dem Ende des E-Prix bahnte sich ein Überholversuch von Antonio Felix da Costa (DS Techeetah) gegen den zwischenzeitlich Führenden Mitch Evans (Jaguar) an. "Die Arbeit an so einem Manöver beginnt immer schon einige Runden vorher. Das Team hat mir genau die richtigen Informationen gegeben", berichtet der Techeetah-Fahrer.

"Ich wusste, dass Mitch etwas weniger Energie zur Verfügung stand, er auf der Strecke aber die Nase vorn hatte." In der 26. und zugleich letzten Rennrunde setzte Felix da Costa schließlich zu einem Überholversuch gegen den Neuseeländer an, als dieser vor der Hafen-Schikane Energie zurückgewinnen musste, um noch ins Ziel zu kommen.

Felix da Costa zog außen Evans vorbei und konnte seinen Rennwagen in letzter Sekunde vor der engen Links-Rechts-Links-Kurvenkombination abbremsen. "Ich hätte sicherlich auch geradeaus fahren können, aber dann hätte ich den Platz zurückgeben müssen. Ich bin froh, dass sich dieses Risiko ausgezahlt hat."

Frijns mit hauchdünnem Vorsprung Zweiter

Quasi auf dem Zielstrich verlor Evans eine weitere Position an Robin Frijns (Virgin). Der Niederländer beendete das Rennen mit einem hauchdünnen Vorsprung von lediglich 0,024 Sekunden auf Platz 2 und sicherte sich in Monaco somit - inklusive des Bonuspunkts für die schnellste Zeit im Gruppen-Qualifying - 19 Meisterschaftszähler. Vor dem Puebla E-Prix führt Frijns somit die Fahrerwertung der Formel E an.

"Ich war (vor dem Rennen) ein wenig enttäuscht darüber, nicht die drei Punkte für die Pole-Position bekommen zu haben", gibt der Virgin-Fahrer zu. "Im Qualifying waren die Abstände unglaublich eng. Dafür ist es jetzt umso schöner, dass ich auf der 'anderen Seite' stehen und mich über einen kleinen Zeitvorsprung gegenüber Mitch freuen kann."

"Wir drei hatten heute auf jeden Fall unseren Spaß. Wir kennen unsere Grenzen und wissen, was fair ist und was nicht", lobt Frijns seine Rivalen. "Die Duelle miteinander waren sehr gut, auch wenn ich zu Antonio und Mitch manchmal mit Absicht eine kleine Lücke gelassen habe, damit ich nicht in (einen Unfall) verwickelt werde, falls doch etwas schief geht."

Evans war nach dem Rennen hingegen schwer enttäuscht von der verpassten Gelegenheit auf den Rennsieg. "Noch tut es weh, aber im Rückblick weiß ich, dass ich im Attack-Mode einfach zu viel Energie verbraucht habe. Ich wusste jedoch, dass das die einzige Gelegenheit war, um die beiden zu überholen."

Evans: "Mir war klar, dass der Überholversuch kommen würde"

Innerhalb von wenigen Augenblicken überholte Evans kurz vor der Safety-Car-Phase sowohl Frijns als auch Felix da Costa - letzteren mit einem spektakulären Manöver in der Massenet-Kurve (T3). "Dieser Angriff hat mich am Ende des Rennens wieder eingeholt. Zwar hatte ich einen Vorsprung auf der Strecke, aber letztendlich war Antonio einfach zu stark."

"Er hat mich dazu verführt, noch mehr Energie zu verbrauchen. Mir war also klar, dass der Überholversuch kommen würde. Ich habe nur probiert, diesen so lange wie möglich hinauszuzögern. Leider hat das nicht bis zum Schluss geklappt!"

In der Formel-E-Fahrerwertung trennen Frijns, Evans und Felix da Costa auf den Rängen 1, 3 und 4 nach dem Monaco E-Prix lediglich zehn Punkte. Gesamtzweiter ist derzeit der Mercedes-Fahrer Nyck de Vries, der in Monaco nicht das Ziel erreichte. Zur inoffiziellen "Halbzeit" der Saison 2021 bahnt sich also bereits ein spannender Titelkampf an.

"Daran möchte ich ehrlich gesagt noch gar nicht denken", bremst der Gesamtführende Frijns die Euphorie. "Schon in Saison 5 habe ich die Meisterschaft angeführt und bin dann bei drei oder vier Rennen nicht ins Ziel gekommen. Ich muss einfach weiterhin in die Punkte fahren: Wenn es beim nächsten Mal Platz 5 oder Platz 8 ist, dann ist es so. Die Hauptsache ist, dass wir unser Potenzial maximieren, um beim letzten Rennen noch im Spiel zu sein."

Die Teams der Elektrorennserie bereiten sich nun auf den anstehenden Amerika-Abschnitt im Rennkalender vor. Dieser beginnt am 19./20. Juni mit einem "Double-Header" im mexikanischen Puebla, anschließend findet der New York E-Prix (10./11. Juli) statt.

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