Formel E

Felix da Costa wütet nach Strafe gegen Formel-E-Rennkommissare in London: "Sie sind nicht gut genug!"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Antonio-Felix-da-Costa-Porsche-Formula-E-London

Eine noch nie dagewesene Zeitstrafe von drei Minuten für ein "technisches Vergehen" hat Porsche-Fahrer Antonio Felix da Costa sein Formel-E-Podium beim Samstagsrennen in London gekostet. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sein rechter Vorderreifen einen zu niedrigen Reifendruck aufgewiesen hatte. Da der Portugiese eine unverschuldete Beschädigung der Lauffläche durch ein Carbonteil als Ursache ausmachte, schimpfte er nach dem Rennen massiv über die Rennkommissare und den Technischen Delegierten der Rennserie - und kündigte einen Protest von Porsche an.

"Es sieht so aus, als ob mein rechter Vorderreifen zu wenig Druck hatte", beschreibt Felix da Costa - sichtlich angefressen - gegenüber e-Formel.de. "Aber der Druck war nicht zu niedrig, weil wir versucht haben, mit den Legalitätsgrenzen zu spielen und somit Performance zu finden. Ich hatte einen Reifenschaden! Ich hatte noch 0,7 Bar, verursacht durch Trümmerteile." Damit wurde der von Einheitslieferant Hankook vorgegebene Mindestreifendruck von 1,2 Bar deutlich unterschritten.

Bereits während der Rennunterbrechung durch rote Flaggen hatte es deshalb Diskussionen gegeben, beschreibt Felix da Costa weiter: "Zunächst sagte die FIA, ich müsse den Reifen wechseln und somit in der Startaufstellung nach hinten rücken. Ich habe ihnen gesagt, dass der Reifen sicher sei. Dann bekam ich das Okay, dass ich das Rennen weiterfahren durfte. Und anschließend erhalte ich eine 3-Minuten-Strafe!"

"Es ist eine Schande, dass mein Rennen einfach im Mülleimer landet", führt er weiter aus. "Dadurch wird so viel beeinträchtigt: Wir wären supernah dran gewesen, die Teamwertung anzuführen. Jetzt sind wir super nah dran, nicht einmal unter den ersten Dreien zu sein."

"Es gibt keine Konsistenz"

Besonders regt sich Felix da Costa über die Handhabung der Kommissare mit einer anderen Situation auf: "Rene Rast fährt mit einem Frontflügel herum, der komplett unter seinem Auto hängt - er sprüht Funken und qualmt! Rast fährt über jeden Randstein, um den Flügel loszuwerden. Niemand hat ihn an die Box gerufen! Ich bin direkt hinter ihm, und überall liegen Carbonteile. Dadurch habe ich möglicherweise meinen Reifenschaden bekommen, aber das ist natürlich kein Problem!"

"Es gibt keine Konsistenz", beklagt der Porsche-Pilot, der das Rennen ursprünglich auf einem herausragenden zweiten Platz beendet hatte. "Wie kann es sein, dass sich Stoffel (Vandoorne) in Rom mit einem kaputten Frontflügel qualifizieren durfte, und heute sagen sie zu Pascal, er muss seinen kaputten Flügel wechseln? Wo ist da die Grenze?"

"Wir wollen nur etwas Fairness in diesem Sport", erklärt er weiter. "Wenn der Technische Delegierte mir sagt, dass das Auto nicht sicher ist - wie viele Rennen hat er in seinem Leben in der Formel E bestritten? Denn ich habe mehr als 100 gefahren. Ich weiß, was sicher ist, und was nicht."

"Stewards kompromittieren jahrelange Arbeit"

"Unsere Stewards, unser Technischer Delegierter - sie sind nicht gut genug", äußert er massive Kritik an den Verantwortlichen des Automobil-Weltverbandes. "Das ist die Wahrheit. Sie kompromittieren stundenlange Arbeit von Fahrern und jahrelange Arbeit der Hersteller. Ich setze mich doch nicht fünf Tage lang in den Simulator, um ein Rennen vorzubereiten, um dann hierherzukommen und von einem Typen bestraft zu werden, der noch nie in seinem Leben ein Rennauto gefahren ist!"

Antonio Felix da Costa kündigte an, dass Porsche Einspruch gegen die Wertung des Rennens einlegen wolle. Dazu hat das Team nach Rennende 96 Stunden Zeit. Sollte es dazu kommen, ist mit einem finalen Ergebnis voraussichtlich erst in einigen Wochen zu rechnen.

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1 Kommentare

Ben ·

Stimme da Costa zu. Die Stewards haben keine einheitliche Linie und die Strafe ist überzogen. Mit 0,7 statt 1,2bar Druck hast du keinen Vorteil mehr. Ich drücke die Daumen, dass der Protest erfolgreich ist

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