Formel E

FIA erweitert Formel-E-Reglement um Sportkommissarsgremium außerhalb von Veranstaltungen

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Der Automobil-Weltverband FIA hat das sportliche Reglement der Formel-E-Weltmeisterschaft 2025/26 erweitert. Das Regelwerk sieht nun ein ständiges Gremium von Sportkommissaren vor, das auch außerhalb von Rennwochenenden mutmaßliche Verstöße von Teams und Herstellern behandeln und Sanktionen verhängen darf. Es besteht aus mindestens fünf Mitgliedern.

Wie bereits in der Formel 1 und der Langstrecken-Weltmeisterschaft hat die FIA nun auch im Sportlichen Reglement der Formel E ein neues Gremium verankert. Dieses soll Aufgaben der Sportkommissare auch außerhalb von Rennwochenenden wahrnehmen. Zuständig sein soll es insbesondere dann, wenn mutmaßliche Verstöße außerhalb des Rahmens einer Veranstaltung erfolgen, mehrere Veranstaltungen betreffen, keine unmittelbaren direkten Auswirkungen auf ein Event haben oder aus Zeitgründen nicht bis zum nächsten Rennwochenende warten können. Zudem können die Sportkommissare vor Ort einen Fall an das neue Gremium delegieren.

Das Gremium besteht aus mindestens fünf Sportkommissaren und ist damit größer als das übliche Kommissarskollegium an einem Rennwochenende. Dieses setzt sich in der Formel E aus einem Vorsitzenden, einem internationalen und einem nationalen Sportkommissar zusammen. Unterstützt werden die drei Kommissare von einem früheren oder teilweise noch aktiven Rennfahrer, der jedoch nur eine beratende Funktion hat.

In der Praxis dürfte das Gremium vor allem bei mutmaßlichen Regelverstößen von Herstellern und Teams relevant werden. Fahrer dürften bei Verstößen außerhalb von Rennwochenenden eher selten eine Rolle spielen. Zudem wurde ein neuer Artikel ins Reglement aufgenommen, der die möglichen Strafen für Hersteller und Teams auflistet, die das Gremium verhängen kann.

Herstellern drohen verschärfte Kontrollmaßnahmen, Geldstrafen, die Kürzung privater Testtage, Punktabzüge in der Herstellerwertung oder im Extremfall der Entzug des Rechts, Fahrzeuge an Teams zu liefern. Teams drohen dagegen Geldstrafen, Punktabzüge in der Teamwertung, eine Reduzierung des für das nächste Rennen zugelassenen operativen Personals sowie eine Kürzung der Einsatzzeit im nächsten Freien Training.

Eine Anfrage von e-Formel.de an die FIA, ob das Gremium bereits eingerichtet wurde und, falls ja, welche Mitglieder ihm angehören, blieb bislang unbeantwortet.

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